andreas michael thul

Musik & Technik


Deep Purple – This Time Around

“Here’s a song for ya!” Wer schon immer mal herausfinden wollte, warum die Kombination DEEP PURPLE und Tommy Bolin nicht so recht funktionieren konnte oder wollte, findet in »This Time Around« das perfekte Forschungsfeld.

Schon beim Opener ›Burn‹ wird klar, das da irgendwas nicht so läuft, wie es eigentlich sollte: die Gitarrensounds passen nicht zum Songmaterial und die beiden Mikrophonbändiger David Coverdale und Glenn Hughes singen bzw. schreien mehr gegen- als miteinander. Die Ansage zu ›Lady Luck‹ dagegen kommt so spannend und dramatisch daher, als würde jemand versuchen, die CD nur mit halber Geschwindigkeit drehen zu lassen, wohingegen der Song selbst nach dem gerade erhörten überraschend passabel klingt. Auch bei ›Love Child‹ passiert wenig spektakuläres, während ›Gettin’ Tighter‹ eindeutig Glenn Hughes als den schreienden Störenfried identifiziert, der an dieser Stelle zusätzlich von einem unmelodisch krächzenden Bolin unterstützt wird. Mit ›Smoke On The Water‹ und dem obligatorisch darin eingebetteten ›Georgia On My Mind‹ folgt dann der zweite richtige Tiefpunkt der ersten CD, bevor mit dem Tommy Bolin-Solostück ›Wild Dogs‹ der Rundling überraschenderweise noch ein versöhnliches Ende findet.

CD 2 beginnt mit ›I Need Love‹, um dann anschließend mit dem von David Coverdale und Jon Lord wunderschön vorgetragenen ›Soldier Of Fortune‹ fortzufahren, bevor über ein uninspiriertes Orgelsolo und eine grauenhafte Version von ›Lazy‹ der Weg in einem ebenso uninspirierten Drumsolo mündet. Leider wird die CD nicht deutlich besser: Nach einigen weiteren unnötigen Soloarien folgen noch eine spacige ›You Keep On Moving‹-Version sowie ein grauenhafter ›Stormbringer‹, der nur noch von der Zugabe ›Highway Star‹ unterboten wird.

Traurig, daß die Band mehr nach einer Space-Jazz-Combo klingt, in der die einzelnen Musiker eher gegeneinander als miteinander musizieren, statt nach dem, was eigentlich auf den Tickets und der CD steht: DEEP PURPLE. Selbst die beiden Ur-PURPLEs Jon Lord und Ian Paice lassen sich nur allzu deutlich hörbar vom Rest der Band “anstecken” und liefern eine Performance weit unter dem Level vergangener Tage. Ein peinlicher Offenbarungseid einer ausgebrannten Band. “Eauauauauauauauauau!”

Kommentar schreiben