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To RAID or not to RAID …

Während im professionellen Sektor RAID-Systeme zum Alltag gehören, finden diese sich auch immer mehr im Heimbereich wieder, meist basierend auf der falschen Annahme, daß ein RAID sicherer als kein RAID sei.

Dem ist aber nicht so: ein RAID erhöht lediglich die Verfügbarkeit der Daten, nicht aber deren Sicherheit.

Grundsätzliches

Das Problem an obiger Annahme ist, daß ein RAID nur gegen den Ausfall von Festplatten wappnet, nicht jedoch gegen Software- und Bedienfehler und darüber hinaus eine neue Gefahrenquelle hinzufügt: den Controller.

Letztendlich wird das RAID von genau diesem Controller erstellt und verwaltet, der in der Regel zu keinem anderen Controller außer absolut baugleichen (und dazu zählt auch die Firmware des Controllers) kompatibel ist.

Ausfall des Controllers

Solange der Controller einfach nur seine Funktion einstellt, reicht es, den defekten Controller durch einen eineiigen Zwilling zu ersetzen, um weiterhin auf die Daten zugreifen zu können. Ist ein solcher nicht mehr zu beschaffen (z.B. Gerät zu alt), kann auf die Daten nicht mehr zugegriffen werden.

Hat der Controller einen sonstigen Defekt, so kann es sein, daß durch diesen Defekt das RAID zerstört wird und es zum totalen Datenverlust kommt.

Ausfall einer Festplatte

  • RAID 0: alle Daten auf allen Platten sind verloren
  • RAID 1, 5: solange nur eine Platte ausfällt, läuft das Raid weiter und die Platte kann ersetzt werden. Allerdings müssen die fehlenden Daten für die ersetzte Platte aufbereitet werden, was verstärkte Last auf den restlichen Platten erzeugt und damit deren Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht.
  • Kein RAID: wenn eine Platte ausfällt, sind die Daten auf der ausgefallenen Platte verloren. Den Daten auf den anderen Platten passiert nichts, sie können jederzeit in ein x-beliebiges anderes Gerät eingebaut und von dort auf die Daten zugegriffen werden.

Ausfall mehrerer Festplatten

  • RAID 0, 1, 5: alle Daten auf allen Platten sind verloren
  • Kein RAID: s.o.

Fazit

Ein RAID ersetzt in keinem Fall eine Datensicherung auf einen physikalisch getrennten(!) Datenträger.

Da eine solche unabdingbar ist, ist es gerade im Small Office/Home-Office-Bereich fraglich, ob die Implementierung eines RAIDs sinnvoll ist. Einzige Ausnahme wäre ein Hochverfügbarkeitsszenario, das in diesem Bereich eher selten anzutreffen ist.

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Wahnsinnige Abzocke

jonolivaNachdem sich die Band ja in einer Art Dauer-NOP-Schleife befindet – also gewissermaßen seit Ewigkeiten absolut nichts macht – ist es als SAVATAGE-Fan zumindest tröstlich, daß die einzelnen Musiker die Pausenzeit nicht zum Dauerurlaub verwenden, sondern mit eigenen Projekten an den Start gehen.

Noch viel schöner ist es, wenn der eigentliche Mastermind (wie in dem Falle Jon Oliva) wieder selbst zum Mikro und in die Tasten greift, um genau dort weiter zu machen, wo nach seinem Ausstieg zu „Streets“-Zeiten ein hörbarer Bruch entstand.

Schon das erste Album „Tage Mahal“ der JON OLIVA’S PAIN genannten Truppe zeigt sehr deutlich, wohin die Reise gehen soll – der Zweitling „Maniacal Renderings“ bläst noch viel deutlicher ins Oldie-SAVATAGE-Horn und dürfte eigentlich für fast jeden junggebliebenen 80’er die Offenbarung schlechthin sein.

Soweit, so positiv – wenn das nicht das Wörtchen „wenn“ wäre.

Schon bei der Vorab-EP „Straight Jacket Memoirs“ stieß mir der Preis ganz gewaltig auf: für zwei neue Songs (einen davon gibt’s in zwei Versionen) plus zwei Livesongs wird man bei einem großen Online-Versender mit sagenhaften 7,99 Euro zur Kasse gebeten. Naja, auch der kann mal deutlich überteuert sein, nur leider sind die Preise sowohl bei der örtlichen als auch der Online-Konkurrenz im Bereich zwischen 6,99 und 8,99 Euro angesiedelt.

In der Hoffnung um etwas Aufklärung und mit dem Vorschlag, wie’s denn vielleicht mit einer Unverbindlichen Preisempfehlung wäre, habe ich mich direkt an die Plattenfirma AFM gewendet und von dort am nächsten Tag auch eine Antwort erhalten:

Tja, das ist leider ein leidiges Thema. Wir haben keinen Einfluss auf den Preis, den die Händler an ihre Kunden weitergeben, eine unverbindliche Preisempfehlung würde da auch nicht viel helfen, da sie ja im Sinne des Wortes „unverbindlich“ wäre. Jeder Händler ist freier Unternehmer und kann den Preis selbst bestimmen…

Sicherlich wäre eine UVP für den Händler immer noch „unverbindlich“, sie würde dem Endkunden aber zumindest die Möglichkeit geben, mal nachzufragen: „Wieso kostet die CD denn bei Euch XX,XX wenn sie doch mit einer UVP von YY,YY angegeben ist?“. Vielleicht würde das den einen oder anderen Händler doch zum Nachdenken/-geben bringen.

Daß es allerdings durchaus Punkte gibt, an denen eine Plattenfirma unabhängig von den nachgeschalteten Händlern fanfreundlich agieren könnte und es trotzdem nicht tut, sieht man nun leider beim gerade erschienenen Album „Maniacal Rendering“. In der Ankündigung auf der AFM-Website ist zu lesen:

Mit dem ersten September gehen auch die ersten beiden Editionen von „Maniacal Renderings“ von Savatage-Mastermind Jon Oliva in die Läden. Dabei handelt es sich um die reguläre Version des bereits jetzt von der Presse hochgelobten Albums, sowie um das limitierte und aufwändig gestaltete Digipack (inklusive Bonustrack „Reality `s Fool“). Ab Montag wird es um den Mountain King dann noch einmal metallischer: eine Special Limited Edition in der edlen Heavy Metal-Metallbox erblickt dann zusätzlich noch das Licht der Plattenläden, auch sie birgt noch einmal einen zusätzlichen Bonustrack mit dem Titel „Only You“ in sich. Nicht nur die Sammlerherzen werden dabei garantiert höher schlagen!

Bevor mich jemand falsch versteht: ich habe nichts dagegen, wenn zu der regulären Albumversion noch eine erweiterte (gerne auch „limitiert“ betitelte) Auflage zu einem leicht erhöhten Preis für die Die-Hard-Fans erscheint, aber was AFM hier als Dienst am Kunden bewerben, empfinde ich durchaus als Frechheit.

Die meisten Fans wollen ein neues Album an dem Tag in Händen halten, an dem es offiziell erscheint – und da gibt’s eben nur die reguläre Version sowei die aufwendige Spar-Limited. Wer aber (was bei Fans durchaus nicht unüblich ist) gerne die Limited-Limited im Regal stehen hätte und dabei trotzdem den Klängen aber schon am Erscheinungstag lauschen will, dem bleibt wohl nur die doppelte Anschaffung. Ganz zu schweigen von den Sammlerherzen, denn wer sowohl den Bonustrack „Reality’s Fool“ als auch den Bonustrack „Only You“ sein Eigen nennen will, darf gleich dreimal in die Tasche greifen, außer er verzichtet auf die Reguläre, was für einen Sammler aber wohl auch nicht in die Tüte kommt.

Sicherlich – niemand wird gezwungen, eine CD am Erscheinungstag zu erwerben, die Heavy Metal-Metallbox überhaupt haben zu wollen oder gar mehrfach Geld zu zahlen – aber darum geht es mir hier nicht: es geht um ein gewisses Maß an Fairness den Leuten gegenüber, von denen die Künstler und auch die Plattenfirmen letzendlich leben: den Fans.

Ich persönlich habe mich für einen ganz anderen Weg entschieden: ich habe sowohl Plastikkiste als auch Digi im Laden stehen lassen und werde mich solange mit den alten Savatage-Scheiben sowie „Tage Mahal“ vergnügen, bis ich eine der CDs in nicht allzu ferner Zukunft für unter 10 Euro erstehen kann.

Leid tut’s mir nur für die Fans (zu denen ich mich im Falle Jon Oliva auch zähle) und für den Künster, dessen Image wohl oder übel auch unter solchen Aktionen leidet …

„Anything worth selling is worth selling twice.“ (Ferengi Erwerbsregel #12)

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Geschnittener Fish

hitgigantenBest-Of und Chartsendungen sind so eine Sache, vor allem, wenn sie nach nicht näher definierten Kriterien zusammengestellt werden. Eine der schlimmsten des Genres ist sicherlich die Sendung „Die Hit Giganten“, in deren aktueller Ausgabe „Rockballaden“ „unvergessene Balladen aus der Welt des Rocks live und mit tollen Einspielern präsentiert“ werden.

So weit, so gut. Leider sind die Auftritte meist Playback und die Einspieler werden mit Kommentaren mehr oder minder wichtiger Promis verschönert, während zwischen den musikalischen Teilen eine weitere Reihe mehr oder minder wichtiger Promis ihre Kommentare in einer Talkrunde ablassen.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: noch heute, rund eine Woche nach der Sendung ist auf der SAT.1-Seite folgendes zu lesen:

Es treten live im Studio auf: City – „Am Fenster“ John Miles – „Music“ Ken Hensley (Uriah Heep) – „Free Me“ Fish – „Vigil“ Ritchie Blackmore (Deep Purple)- „Child In Time“ Scorpions – „Wind Of Change“ Toto – „Rosanna“, „Bottom Of My Soul“

die dann auch alle zu sehen waren. Alle? Nein, nicht alle – FISH (den ehemaligen Sänger von MARILLION) gab’s nur für rund 4,5 Sekunden im Abspann zu sehen, vom Auftritt aber leider nix.

Ist der Auftritt also vielleich ins Wasser gefallen? Keine Ahnung! Unter der Rubrik „Bilder & Videos – Hier findest du die schönsten Bilder aus der Show“ kann man sich jedenfalls auch zwei Bilder mit FISH am Mikro anschauen, genauso wie einen stehend Gitarre spielenden John Miles, den es in der Aufzeichnung auch nur sitzend am Klavier gab.

Tolle Sache das ist – aber beim dritten Lesen der Überschrift fiel es mir auf: es steht ja nur „Es treten live im Studio auf“ und nix davon, daß das auch gesendet wird …

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Highschool at it’s worst …

napolaEs passiert nicht oft, dass ich schon im Kino den Besuch eines Filmes bereue – aber ab und an kann man es leider doch nicht verhindern. „Napola“ ist so ein Fall …

Da sind zum einen die ganzen Klischees, die munter und ohne Rücksicht auf die Zuschauer aufgewärmt werden: was den Vätern an Verständnis für den Nachwuchs fehlt, haben die guten Mütter dafür gleich doppelt; natürlich gibt’s einen Oberstufler, der nichts besseres zu tun hat, als die unteren Jahrgänge nach allen Regeln der Kunst zu schickanieren; es gibt den Literaten, dessen Eltern lieber einen harten Jungen statt einem Dichter und Denker hätten; es gibt den Ausbilder, der an einer Überdosis Full Metal Jacket krankt; es gibt den Boxlehrer, der mit seinem Schützling gerne das erreichen würde, was er wohl nicht erreich hat; … ; und es gibt mal wieder Justus von Dohnanyi, nach dessen Auftauchen man sich wenigstens nicht mehr zu fragen braucht, wer eigentlich der Oberbösewicht sein soll.

Zum Anderen ist da die absolute Vorhersehbarkeit der Handlung, die leider schon von vornherein darauf verzichtet, so was wie Spannung oder Überraschung auch nur im Ansatz aufkommen zu lassen, ganz im Gegenteil – in der Regel weiß der Zuschauer schon vorher, was als nächstes passieren wird: beim ersten Boxkampf ist klar: der Gegner wird irgendwo wieder auftauchen; beim Handgranatenweitwurf kommt die Frage „ob“ erst gar nicht auf, sie reduziert sich eher auf ein „wer“ (was eigentlich auch klar ist) und „wie“; der nächtliche Ausflug wird einigen die Augen öffnen; …; und auch beim Anblick der Gruppe am Eisloch denkt man nur noch „Tschüss Albrecht“.

Auch filmisch ist bei „Napola“ nicht viel Interessantes zu sehen, zu sehr orientiert sich das Team an irgendwelchen Hollywood-Klischees, statt eine eigene Bildsprache zu sprechen. Das meiste davon lässt sich glücklicherweise problemlos ignorieren, aber bei zwei der drei Sterbeszenen fühlt man sich unweigerlich an die schlechtesten Momente von „Windtalkers“ erinnert.

Der historische Aspekt des Films, die bisher noch nicht allzu oft thematisierten „Nationalsozialistischen Erziehungsanstalten“ sind dabei fast beliebig austauschbare Deko, vor dem die Handlung spielt – und nicht der eigentliche Schwerpunkt, wie die Werbung suggerieren will.

Wenn ich einen schlechten Highschool-Film sehen will, dann leihe ich mir lieber einen der ollen Kamellen mit Corey Haim aus, statt mich im Kino über schlecht nachgemachtes Hollywood zu ärgern.

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Jetzt schlägt’s XIII

xiiiÜberall hochgelobt, hat mich das Teil ziemlich enttäuscht. Die Graphik ist zwar stimmig und klasse (wenn auch etwas detailarm), aber die Minuspunkte überwiegen:

  • Speichersystem: Schade, daß man nicht einfach speichern kann, wenn man möchte. Das Telefon klingelt oder man muß los und kann sich schon drauf freuen, die soeben gespielten Minuten nochmal spielen zu „dürfen“. Ich bin mal gespannt, wann eine Textverarbeitung kommt, bei der man auch nur nach jeder fertigen Seite speichern darf …
  • Gegner: eindeutig zu wenige Arten, die sich zu oft wiederholten. Ich konnte irgendwann „Alert“ rufende Glatzköpfe nicht mehr sehen.
  • Ausrüstung: es mag dem Spieledesigner ja hilfreich sein, wenn er genau weiß, mit welcher Ausrüstung der Spieler am Levelanfang steht – aber ich fand einen Ausrüstungsreset als durchgängiges Spielprinzip extrem bescheiden. Bei einigen Levelwechsel wird dieser Punkt durch die Storyline noch logisch kaschiert, meist ist es „halt einfach so“.
    Beispiel gefällig? Man wird mit einem Hubschrauber aufgesammelt und hat jede Menge tolle Ausrüstung. Ein paar Kilometer weiter / Minuten später wird man mit anderer – und deutlich schlechterer Ausrüstung wieder abgesetzt. In dem konkreten Fall waren meine sorgsam aufgesparten Pfeile nach dem Aussteigen aus dem Heli plötzlich nicht mehr zu haben und dafür eine noch nie gesehene doppelläufige Schrotflinte.
  • Schlecht ausgetetstete Stellen: keine Ahnung, wie oft mich die Cops in der Irrenanstalt auf der Treppe zusammengeschlagen haben – bis ich endlich durch Trial und Error richtig stand. In der Regel ist man dem vorderen nämlich zu schnell und dem hinteren zu langsam.

Alles in allem – seit langem mal wieder ein Spiel, dessen Demo mich zum Kauf animiert hat und das ich dann doch nicht durchgespielt sondern lieber wieder verkauft habe.