Kategorie: Misc

Pandemie, Politik und die Realität

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Es ist nicht ganz klar, wem das Zitat

Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität.

eigentlich zugeschrieben werden kann, daß aber mehr als ein Körnchen Wahrheit drin steckt, wird aktuell leider mehr als deutlich:

Gefühlt irgendwann um den Jahreswechsel 2021 / 2022 hat sich die deutsche Politik darauf verständigt, daß Ende März / Anfang April (Frühlingsanfang klingt ja auch gut) die Corona-Pandemie vorbei sein wird und man fast alle Vorsichtsmaßnahmen fallen lassen kann.

Leider hat sich die Realität der Pandemie aber nicht an den Plan unserer Re(a)gierenden gehalten und die Infektionsraten in den letzten Wochen in schwindelerregende Höhen getrieben. Statt nun aber als Konsequenz hieraus den Plan zu überarbeiten und der Realität anzupassen, wird offensichtlich gerade versucht, die Realität dem Plan anzupassen.

Nach dem weitgehenden Wegfall der Maskenpflicht in Innenräumen (damit jeder endlich wieder frei und ungestört seine Aerosole mit seinem Mitmenschen teilen kann) wird es ab Anfang Mai voraussichtlich auch nur noch eine freiwillige Isolation nach positivem Corona-Test geben.

Ich hoffe wenigstens, daß die Entscheider die Beweggründe verstehen ... auch wenn nicht alles perfekt war, haben wir uns mehr als zwei Jahre besonnen durch die Pandemie bewegt ... um jetzt am Ende den Karren mit Schwung an die Wand zu fahren?

Ich verstehe es nicht.


BEST-LOCK Schneeräumer

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Mehr oder minder per Zufall ist hier ein Schneeräumer von BEST-LOCK gelandet, ein Klemmbaustein-Hersteller, dessen Motto "Build a Lot ... Pay a little!" lautet.

Für alle, die sich beim Anblick der Kiste nicht gleich an eine Firma aus Billund erinnert fühlen, gibt rechts oben sicherheitshalber noch den Hinweis:

BEST-LOCK Bausteine sind mit Bausteinen anderer Marken verbaubar.

Die erste Überraschung gibt es bereits direkt beim Öffnen der Schachtel: ist der außen abgebildete Schneeräumer eindeutig rot, so sind die enthaltenen Steine in leuchtendem Orange gehalten. Beim Aufbau stellt sich schnell heraus, daß die Steine von sehr unterschiedlicher Qualität sind: während manche nur mit sanfter Gewalt zusammenzustecken sind, besteht bei anderen die Gefahr, daß sich die Verbindung bei der nächsten Berührung gleich wieder löst.

Auch mussten die mitgelieferten "menschlichen" Schneeräumer bei der Inspektion der Fahrzeugteile feststellen, daß ein Teil wohl einen Fabrikationsfehler aufweist. Kein Wunder, daß sie etwas seltsam unter den Mützen hervorschauen.

Zusammengebaut ist der Schneeräumer sicherlich (für kleines Geld) kein schlechtes Set, liegt aber qualitätsmäßig - sowohl was Steine, aber auch Bauart und Stabilität angeht - ein ganzes Stück hinter der großen Konkurrenz.


Anruf/Buchstabe zu erscheinen

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Nachdem Phising-Mails in den letzen Monaten sprachlich immer besser wurden, kam gestern endlich mal wieder ein lyrisches Kleinod aus der Übersetzungshölle:

Von: MINISTRY OFJUSTICE <ministry_of_justice@...>
Betreff: ANRUF/BUCHSTABE ZU ERSCHEINEN

Hallo Thul, Andreas,

Sie werden hiermit beauftragt, am folgenden datum und der folgenden uhrzeit der innerhalb erscheinen petitionsschreiben. Das erscheinen vor gericht ist obligatorisch, ausser dieses schreiben wurde nicht erhalten. Ihr nichterscheinen führt zur ausstellung eines haftbefehls.

ANGEHÄNGTE DATEI

Dies ist eine automatisch generierte E-Mail, bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.

Die "Angehängte Datei" war ein Link zu "sendgrid.net", das Linkziel wurde von VirusTotal noch als "No security vendors flagged this URL as malicious" eingestuft.


Vodafone CallYa Classic und das MB-Rätsel - Update 2

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Nochmal ein kurzes (und voraussichlich letztes) Update zur Vodafone CallYa-Karte im Auto: wie bereits im ersten Update geschildert, scheinen nach einem internen Verfahren auch Bruchteile eines Megabytes zu 1 cent abgerechnet zu werden. Im Beitrag "Wie ist die Datentaktung beim Tarif CallYa Classic?" im Vodafone-Forum errechnen die Foren-Mitglieder anhand eines EVNs eines Forenmitglieds eine wahrscheinliche Blockgröße von 378,72 kB. Irgendwie seltsam, daß es hierzu offensichtlich wirklich keine offiziellen Informationen gibt.

Der exakte Abrechnungsmodus ist zwar noch immer unbekannt, aber bei aufgelaufenen Kosten von 91 cent für alle Online-Verbindungen des Autos seit 12. Dezember 2021 erübrigen sich alle weiteren Überlegungen und Nachforschungen - einmal Motor starten kostet jedenfalls deutlich mehr.


Die Bedienung der DHL Packstation verschlechtert sich

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Der App-Wahn in gelb geht in eine weitere Runde und ich kann meine Einleitung zu "Postbank schaltet chipTAN-Verfahren ab" fast identisch übernehmen:

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Marketingabteilungen versuchen, Zwangsmaßnahmen als Vorteil zu verkaufen - so auch bei DHL, welche gestern folgende Info per E-Mail "Die Bedienung der DHL Packstation ändert sich" verschickt haben:

Hallo Andreas Michael Thul,

nutzen Sie schon den scanbaren Abholcode für Ihre Packstation Sendungen?

Denn dadurch wird die Abholung eines Pakets an der Packstation noch einfacher und bequemer. Sie benötigen nur noch die Post & DHL App mit dem scanbaren Abholcode, der direkt in der App erzeugt wird. Ihre DHL Kundenkarte brauchen Sie nicht mehr.

So nutzen Sie das neue Verfahren mit dem scanbaren Abholcode:

  • Laden Sie die Post & DHL App herunter
  • Aktivieren Sie Ihr Smartphone gemäß den Anweisungen in der App für das neue Verfahren
  • Um Ihre Sendung abzuholen, halten Sie den Abholcode einfach vor den Scanner der Packstation, wählen das Fach mit Ihrer Sendung aus und das Fach öffnet sich

Genauere Information erhalten Sie unter www.dhl.de/bedienung-packstation.

Bitte beachten Sie: Sobald Sie Ihr Smartphone für den scanbaren Abholcode aktiviert haben, erhalten Sie den Abholcode nicht mehr per E-Mail. Die E-Mail werden wir ab dem 01.04.2022 einstellen und vollständig auf den scanbaren Abholcode wechseln. Aktivieren Sie am besten noch heute Ihr Smartphone.

Beste Grüße
DHL

Sorry, wenn ich widerspreche, aber einfach und bequem war das bisherige Verfahren:

Eine Mail (oder früher wahlweise eine SMS) an einem x-beliebigen Gerät zu lesen und außer der Kundenkarte (welche sowieso i.d.R. im Portemonnaie steckt) und einer 4-stelligen Nummer im Kurzzeitgedächtnis nichts mitnehmen zu müssen.

Funktioniert bei jeder beliebigen Wetterlage problemlos und man muß kein zusätzliches Gerät mitnehmen, um im strömenden Regen oder in der prallen Sonne vor einem Sensor rumzuwedeln. Von dem Zwang, eine weitere App, welche mal wieder jede Menge Rechte einfordert, zu installieren mal ganz zu schweigen.