Kategorie: Audio

Oceans of Slumber - Starlight And Ash

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Was ist los im Ocean des Schlummer(n)s? Es dauert doch wirklich bis zum 4. Track "Red Forest Roads", bis die Wellen beginnen, sich zumindest im Ansatz zu türmen. Wo sind die Tempiwechsel, der Bombast der letzten Alben? Und vor allem: wo sind all die Anleihen aus mindestens einem halben Dutzend diverser Metal-Subgenres, des Blues, des Soul und des wasweißichnichtnochalles?

Dieses Album bietet eine echte Überraschung, denn die Band kann wohl nicht nur anders, sondern auch richtig gut anders. Bei manch einem Track kommt es mir vor, als wäre das Album sowas wie ein "chilliges" Projekt mit dem Anspruch: wir können auch lockeres und nicht ganz so dolles Drama und lassen die hohe Kunst des gepflegt-gehobenen Songwritings hochleben.

Insgesamt gefällt mir dieses "wir lassen es mal ruhiger angehen" sehr sehr gut. Alle Songs sind im Fluß, man kann -gegenüber den vorigen Alben- auch beim Hören mal einen Gang runterschalten und die Ohrmuscheln ein wenig baumeln lassen.

Und was noch hinzu kommt: die (tolle) Stimme von Cammie Gilbert kommt sehr prägnant zur Geltung. Ich mag diese Stimme, sie könnte (wenn sie denn wollte) auch auf den Äckern von Blues und Soul eine gute Figur machen. Ob es jedoch unbedingt diese Version von "House Of The Rising Sun" auch noch gebraucht hätte, mag jeder für sich entscheiden.


Six By Six - Six By Six

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Ian Crichton (SAGA), Nigel Glockner (SAXON) und Robert Berry (Emerson / Palmer) - diese Mischung zündet einfach. Herrlich oldschool und richtig fett nach SAGA, dazu ein sehr druckvolles Drumming. nur die Keyboards bleiben sehr im Hintergrund.

Auf jeden Fall ist es ein Power-Album, ab und an geht es vielleicht ein wenig zu sehr in Richtung „Prog-Pop“, was aber kein echtes Problem ist und der dominierenden SAGA-Attitüde geschuldet sein dürfte. Was aber beeindruckt, sind die doch recht vielen Windungen und Wendungen, die satten Melodien, diese gewisse Abgeklärtheit der drei Protagonisten, die genau wissen, daß sie zu den großen Hausnummern im Prog-Rock gehören. Hinzu kommt, daß Berry den Gesangspart wirklich mehr als ordentlich meistert, seine Stimme passt wie die berühmte Faust aufs Auge.

Ich denke nicht, daß es in diesem Falle vermessen wäre, von einer neuen Supergroup zu reden, trotz manchmal etwas vorschnellem oder auch inflationärem Gebrauch dieser Bezeichnung. Die spannende Frage aber ist die, ob dieses Power-Prog-Rock-Konzept inklusive der SAGA-Dominanz für ein weiteres Projekt der drei doch schon etwas gesetzteren Herren taugt.


Dirkschneider & The Old Gang - Arising (EP)

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Lange habe ich ich darum gedrückt, die "Arising"-EP von Udo Dirkschneider und seiner Old Gang der heimischen Plattensammlung hinzuzufügen. Die Preispolitik der Plattenfrma AFM Records ist mit rund 12 Euro für 3 Songs alles andere als Fan-freundlich und eine CD-Single zum halben Preis hätte der Veröffentlichung besser zu Gesicht gestanden. Letztendlich hat aber doch die Kombination aus Sammlerleidenschaft und musikalischer Qualität gesiegt, denn die EP ist"dummerweise" jeden Cent wert.

Die "Old Gang" ist hierbei eine Mischung aus alten Weggefährten von Udo Dirkschneider plus seinem Sohn Sven Dirkschneider und Manuela Biebert, deren Bezug zur Gang sich mir bisher noch nicht erschlossen hat. Am prominentesten zu hören ist sicherlich Ex-ACCEPT-Bassist und -Gelegenheitssänger Peter Baltes, der auch einen Teil der Leadvocals übernimmt, aber auch die Gitarrenfratkion ist nicht ohne: Diese teilt sich der Ex-ACCEPT-Schlagzeuger und langjährige U.D.O.-Gitarrist Stefan Kaufmann mit dem ersten U.D.O.-Gitarristen Matthias Dieth, der nach langen Jahren der Abstinenz inzwischen wieder in die sechs Saiten greift.

Auch wenn seit vielen Jahren nur noch ACCEPT drauf steht, wo Wolf Hoffmann drin ist, steckt in "Face Of A Stranger", "Every Heart is Burning" und "Where The Angels Fly" mehr Flair als in allen ACCEPT-Alben nach "Objection Overruled" zusammen. Es bleibt die Hoffnung, daß "Arising" nur die erste und nicht die letzte Veröffentlichung der Old Gang bleibt und vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft ein vollständiges Album folgt.


California Condor

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Spontankauf auf dem Parkplatz der Tank & Rast Raststätte Hünxe Ost an Karfreitag: die CDs "Chapter I: White Horse" und "Chapter II: Red Horse" der Band CALIFORNIA CONDOR zum günstigen Paketpreis.

Nachdem einiges an der Hintergrundgeschichte nicht so recht zusammenpassen wollte und mir die Bandentwicklung von CD1 mit "eher klassischem Hardrock" über CD2 "mit schneller Autobahnmusik" zu CD3 "experimentell wie LINKIN PARK" (und genau deshalb nicht gekauft) seltsam vorkam, habe ich anschließend das Internet befragt. Es gibt einen längeren Austausch "Metalband California Condor Music (aka Defrage aka Illumenium) aus Estland verkauft Alben auf Supermarkt-Parkplatz - ähnliche Erlebnisse?" bei reddit und auch der Eintrag bei Discogs ist recht eindeutig:

California Condor was founded in 2021 as a follow-up to Illumenium, producing cheap rock music CDs under their band name to be sold by real or fake band members in pedestrian areas and parking lots all over western europe. [Quelle]

Die vielen negativen Berichte über das Auftreten, wie z.B. in "DEFRAGE / ILLUMENIUM - von Hartnäckigkeit und zweifelhaftem Ruf" geschildert, kann ich so nicht bestätigen. Das Gespräch war angenehm, der Gesprächspartner sympathisch und freundlich, so wie man eben rund um Konzerte manchmal mit anderen Fans ins Gespräch kommt.

Bisher hat lediglich "Chapter I" eine Runde im heimischen CD-Player gedreht und sich als ganz hörbar entpuppt, auch wenn man den angepriesenen Hardrock eher mit der Lupe suchen muß. "Chapter II" folgt irgendwann demnächst ...


Klaus Seilers Album-Highlights 2021

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Meine Album-Highlights des Jahres 2021 in alphabetischer Reihenfolge:

Creye - II

Über dieses Album hatte ich schon in April 2021 ein Review geschrieben, es braucht also keine größeren Ergänzungen dazu. Das Teil drehte sich für Monate immer wieder im Player, eines der besten Oldschool-AOR-Alben der letzten Jahre.

Dave Gahan & The Soulsavers  - Imposter

Dave Gahan ist mehr als der charismatische Frontmann von DEPECHE MODE, er ist ein Crooner reinsten Wassers. Ich mag seine Stimme und ich mag seine Fähigkeiten, tolle Songs zu covern, ohne sie zu verwässern oder gar zu verschlimmbessern. Dazu kommt noch dieses durchgehende "Pop-Noir"-Gefühl, welches das gesamte Album durchzieht.

Nolwenn Leroy - La Cavale

Von der Kritikasterzunft allermeist gerade mal so wohlwollend aufgenommen, ist das Album mit dem darauf enthaltenen French-Pop-Folk-Mix für mich ein akustischer Ohrenschmaus. Luftig, locker, feine Stimme. Könnte man das Album essen, würde ich es als sehr fluffiges Muffin bezeichnen. Sicher nicht jedermanns Sache und über das Coverpic will ich mich jetzt auch nicht auslassen, aber man schwimmt auch gerne mal gegen den Strom.

Robert Plant | Alison Krauss - Raise The Roof

Natürlich gehört dieses Album zu den Top 5, es wurde mehr als genug gewürdigt. Alles, was ich jetzt noch schreibe, wäre simple Wiederholung.

Strand Of Oaks - In Heaven

Und jetzt kommt ein Album, das ich in 2021 wirklich zufällig bei den Reviews von Laut.de entdeckt hatte. Ich mag Folk, ich mag Folk-Rock, ich mag das, was man auch gerne mal als „Americana“ bezeichnet. Und dieses Album ist eine für meine Begriffe wirklich tolle Melange aus diesen Zutaten. Es ist -was selten bei mir vorkommt- eine Band, die man wohl in die berühmt-berüchtigte Indie-Ecke stellen mag. Also ein Bereich, in dem ich normalerweise eher nicht unterwegs bin. Aber für tolle Ausnahmen bin ich trotzdem immer zu haben.