Kategorie: Hardware

Bang & Olufsen Beoplay E8: guter Klang mit nervigen Konstruktionsfehlern

Bereits seit einiger Zeit sind die Bang & Olufsen Beoplay E8 der ersten Generation für deutlich unter einem Drittel des ursprünglich veranschlagten Preises erhältlich und somit durchaus eine Überlegung wert, zumal Magazine wie z.B. Techstage den Klang loben:

Neutral eingestellt bietet sich ein sehr klares und detailliertes Klangbild auf High-End-Niveau

So gut der Klang der auch ist, so unterirdisch präsentiert sich der Rest der Technik.

Lediglich der rechte Ohrhörer ist als Master ausgelegt, der linke Ohrhörer ist ein dämlicher Slave, was sich vor allem im Bezug auf die Laufzeit als extrem nervig erweist. Die FAQ erklärt:

… If the earbuds are left outside the charging case, the left earbud will remain switched on and eventually lose its battery charge completely, while the right earbud switches off after 15 minutes.

Während sich der rechte Ohrhörer ohne Aktivität automatisch nach 15 Minuten abschaltet, bleibt der linke Ohrhörer so lange aktiv, bis er entweder zurück ins Etui gelegt wird oder sein Akku leer ist. Leider ist das noch nicht alles, denn

If the charging case does not have any battery charge, it will drain the battery of the left earbud.

falls der Akku des Etuis entladen ist, besteht keine Chance mehr, den linken Ohrhörer überhaupt abzuschalten. Im Gegenteil: beim Einsetzen des linken Ohrhörers wird diesem zusätzlich Energie vom Etui entzogen.

Wer bitte entwirft sowas?
Welche Qualitätskontrolle winkt sowas durch?

Im Vergleich hierzu fällt die große und träge Einstellungs-App mit Registrierungszwang und die instabile Funkverbindung, bei der ein einfacher Seitenblick beim Überqueren einer Straße schon zur Unterbrechung des Streamings ausreicht, fast nicht mehr ins Gewicht.


Spontane Neustarts beim Samsung Galaxy Tab S2

Das Samsung Galaxy Tab S2 ist auch 4 Jahre nach Erscheinen noch ein tolles Gerät: 9,7 Zoll Super-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2048 × 1536 Pixel, 3 GB Hauptspeicher und eine Qualcomm Snapdragon 652 als CPU – und das alles bei einem Gesamtgewicht von 389 g.

Leider hat die Tatsache, daß Samung mit dem Galaxy Tab S2 eines der leichtesten und dünnsten Tablets bauen wollte einen gravierenden Nachteil: mit zunehmendem Alter fängt das Tablet vor allem bei verminderter Akku-Ladung an, im laufenden Betrieb neu zu starten.

Das Problem scheint im Zusammenspiel zwischen Akku und CPU zu liegen und verschiedene Beiträge auf XDA (s.o.) berichten, daß die Geräte auch nach einer erfolgreichen Reparatur meist nach kurzer Zeit wieder ein ähnliches Fehlerbild zeigen.

Als brauchbarer Weg zur Verhinderung der Neustarts hat sich eine Limitierung der Taktfrequenz erwiesen: mit einer App wie SmartPack-Kernel Manager (Google Play) oder Kernel Adiutor (F-Droid) werden die CPU-Parameter so gesetzt, daß die „großen Kerne“ nicht mehr bis höchstmöglichen Taktfrequenz von 1804800 getaktet werden, sondern bereits bei einem niedrigeren Wert Schluß ist.

Da zum Setzen der CPU-Frequenz zwangsweise root-Rechte erforderlich sind, kann mit Hilfe von Magisk auch komplett auf eine App verzichtet und stattdessen ein Boot Script im Verzeichnis „/data/adb/service.d“ verwendet werden:

#!/system/bin/sh
# 2020-09-07 athul/initial

echo '4:1382400' > /sys/module/msm_performance/parameters/cpu_max_freq
echo '5:1382400' > /sys/module/msm_performance/parameters/cpu_max_freq
echo '6:1382400' > /sys/module/msm_performance/parameters/cpu_max_freq
echo '7:1382400' > /sys/module/msm_performance/parameters/cpu_max_freq

echo '1' > /sys/devices/system/cpu/cpu4/online
echo '1382400' > /sys/devices/system/cpu/cpu4/cpufreq/scaling_max_freq

echo '1' > /sys/devices/system/cpu/cpu5/online
echo '1382400' > /sys/devices/system/cpu/cpu5/cpufreq/scaling_max_freq

echo '1' > /sys/devices/system/cpu/cpu6/online
echo '1382400' > /sys/devices/system/cpu/cpu6/cpufreq/scaling_max_freq

echo '1' > /sys/devices/system/cpu/cpu7/online
echo '1382400' > /sys/devices/system/cpu/cpu7/cpufreq/scaling_max_freq

Der Erfolg kann (zu Testzwecken) ebenfalls mit Hilfe eines weiteren Skripts überprüft werden:

#!/system/bin/sh
# 2020-09-07 athul/initial

echo "available frequencies:"
cat /sys/devices/system/cpu/cpu4/cpufreq/scaling_available_frequencies

echo "scaling_max_freq:"
cat /sys/devices/system/cpu/cpu4/cpufreq/scaling_max_freq
cat /sys/devices/system/cpu/cpu5/cpufreq/scaling_max_freq
cat /sys/devices/system/cpu/cpu6/cpufreq/scaling_max_freq
cat /sys/devices/system/cpu/cpu7/cpufreq/scaling_max_freq

echo "cpu_max_freq"
cat /sys/module/msm_performance/parameters/cpu_max_freq

echo "scaling_available_governors"
cat /sys/devices/system/cpu/cpu4/cpufreq/scaling_available_governors

Das Skript zeigt, daß die gesetzten Werten übernommen wurden:

available frequencies:
400000 883200 940800 998400 1056000 1113600 1190400 1248000 1305600 1382400 1612800 1747200 1804800 
scaling_max_freq:
1382400
1382400
cpu_max_freq
0:4294967295 1:4294967295 2:4294967295 3:4294967295 4:1382400 5:1382400 6:1382400 7:1382400

scaling_available_governors
interactive ondemand userspace powersave performance

Sofern die Werte für einige Kerne nicht angzeigt werden, liegt dies daran, daß diese aktuell zwecks Strom sparen abgeschaltet sind.


Roccat Kone – die Zweite

Nachdem sich meine erste Roccat Kone nach rund vier Jahren verabschiedet hat, hat es jetzt nach 5 Jahren auch den Nachfolger „Roccat Kone XTD“ erwischt.

Die Symptome sind die gleichen: normales Arbeiten ist nur noch eingeschränkt möglich, sporadische Doppelklicks und Aussetzer beim Drag & Drop machen selbst das Arbeiten mit einem Texteditor spannend.

Das war’s für mich mit Roccat. Mal schauen, ob Logitech Geräte baut, die länger halten …

 


Nacharbeiten nach NVIDIA Treiber-Update

Auch wenn im Updateverlauf lediglich von „NVIDIA – Display“ die Rede ist, so wird bei einer Aktualisierung des NVIDIA-Treibers mittels Windows-Update zwangsweise auch Kram mitinstalliert, dessen Installation nicht unbedingt gewollt sein muß:

Als erstes fällt der Ordner „3D Vision“ im „Alle Programme“-Menü auf, eine Anwendung, welche man glücklicherweise über die Programm deinstallieren“-Funktion der Systemsteuerung wieder entfernen kann. Ein Klick auf „NVIDIA 3D Vision Treiber“ und „Deinstallieren / ändern“ auswählen und nach der Bestätigung, daß man den Treiber auch tatsächlich entfernen möchte, ist dieser Bereich wieder bereinigt.

Der Nächste Blick sollte in die „Dienste“-Übersicht der Systemsteuerung erfolgen, ob der „NVIDIA Telemetry Container„-Dienst installiert und aktiviert wurde. Ist dies der Fall, den Dienst über die Dienstverwaltung stoppen und deaktivieren. Beim Update auf Version 23.21.13.9135 wurde die Einstellung „Deaktiviert“ beibehalten.

Je nach installierter Treiberversion wurde der NVIDIA Shadercache entweder aktiviert oder deaktiviert. Sofern der Cache aktiviert ist, werden Dateien in einem Unterverzeichnis im „TEMP-Ordner des aktuellen Benutzers (i.d.R. „C:\Benutzer\<Name>\AppData\Local\Temp\NVIDIA Corporation\NV_Cache„) abgelegt. Die Funktion kann in der NVIDIA Systemsteuerung unter „3D Einstellungen“ / „3D Einstellungen verwalten“ / „Shadercache“ konfiguriert werden.

Als letztes sollte der eingestelle Farbraum in der NVIDIA Systemsteuerung überprüft werden: hier muß unter „Auflösung ändern“ / „Dynamischer Ausgabebereich“ die Option „Voll“ gewählt werden. Beim Update auf Version 23.21.13.9135 wurde die Einstellung „Voll“ beibehalten.

Update 2018-04-29: Hinweis auf Shadercache hinzugefügt.


NVIDIA Telemetrie-Dienste unter Windows 7

Bei der Aktualisierung des NVIDIA-Treibers auf die aktuelle Version „388.31-desktop-win8-win7-64bit-international-whql“ blitzte, obwohl lediglich die Treiber aus- und GeForce Experience und NVIDIA 3D Vision als Installationsoptionen abgewählt wurden, kurz der Hinweis auf, daß ungefragt irgendwelche NVIDIA Telemetrie-Dienste installiert wurden.

Ein Blick in die aktuell laufenden Prozesse zeigte einen entsprechenden Dienst, der sich in der Diensteverwaltung aber problemlos beenden und deaktivieren ließ.

Eine Recherche im Internet brachte die Erkenntnis, daß die Sammlung von Telemetriedaten neuerdings wohl Teil des Treibers ist und nicht wie früher Teil der Experience. Die im Tool „Disable Nvidia Telemetry“ angegebenen Tasks wurden bei der Installation aber nicht eingeplant.