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Entscheidungsfindung in der Politik

Was oftmals bei der ganzen (teilweise berechtigten) Kritik an den Entscheidungsträgern im Rahmen der Corona-Pandemie vergessen wird: Entscheidungen in einer neuartigen und unbekannten Lage zu treffen ist nicht einfach und gibt es nur selten ein „richtig“ oder „falsch“ sondern meist nur ein „Hinterher wissen wir, ob die Entscheidung gut war – oder eben nicht!“. Trotzdem ist es wichtig, Entscheidungen vorbereiten und zu treffen, denn nichts zu tun ist oft die schlechteste Alternative.

Vollkommen unverständlich ist mir deshalb die Geschwindigkeit, in der sich Entscheidungsfindungsprozesse teilweise nicht bewegen. Ein mehr als erschreckendes Beispiel findet sich auf der „offiziellen Corona-Seite“ der Landesregierung Rheinland-Pfalz. Dort wird Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit folgender Aussage zitiert:

Die Zahl der Corona-Erkrankten in unseren Krankenhäusern steigt weiter an. Das ist für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen eine große Herausforderung. Gleichzeitig beobachten wir, dass es in Krankenhäusern zu Ansteckungen kommt. Das müssen wir verhindern. Deswegen werde ich die Geschäftsführungen der Krankenhäuser zu Gesprächen einladen. Mein Ziel ist, Strategien zu entwickeln, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. [Quelle]

Der Gedanke ist gut und richtig, das Problem ist der Zeitpunkt:

Leider ist dies kein Zitat aus dem März oder April 2020, als ein Plan über Sommer hätte entwickelt und umgesetzt werden können, um für den Herbst gerüstet zu sein.

Der Beitrag trägt das Datum „25.11.2020 | Bund-Länder-Beratungen über Corona-Strategie“ – mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen.

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