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Star Wars – Das Erwachen der Macht

Endlich – nach vielen Jahren des Wartens erscheint ein neuer Star Wars-Teil, der vielleicht sogar vieles besser macht als die von George Lucas selbst inszenierten Prequels, doch mir fehlt die Lust, den Film auch tatsächlich anzuschauen.

DEN einen Grund dafür konnte ich nicht finden, aber es sind wohl mehrere Gründe, die sich zu dem Puzzle zusammensetzen:

Merchandise

War es jahrelang schön und spannend, mal wieder irgendwo neues Star Wars Merchandise zu entdecken, wurde man in den letzten Monaten von der Thematik schlicht überschwemmt: Star Wars Kekse, Star Wars Bademäntel, Star Wars Grillzangen und ich befürchte, würde man eine Käuferschicht dafür vermuten, könnte man sich sogar mit dem Todesstern den Hintern abwischen.

Inzwischen bin ich richtig froh, bei einem Einkauf im lokalen Supermarkt mal nicht neuem Star Wars Merchandise zu begegnen.

Expanded Universe

Disney hat mit Übernahme von Lucasfilm alles, was bisher mit dem offiziellen Segen als Star Wars Expanded Universe veröffentlicht wurde, in die Tonne getreten und als „non-canon“ erklärt. Sicherlich aus marketingtechnischen und spannungsfördernden Gründen verständlich, eine neue und unbekannte Geschichte um neue und unbekannte Charaktere erzählen zu wollen, trotzdem bleibt ein Gefühl wie damals bei Bobby Ewing unter der Dusche. Schade um z.B. die gelungene „Thrawn trilogy“ von Timothy Zahn.

Handlung

Nach allem, was über die Handlung so zu lesen ist, folgt Episode VIII dem aktuellen Zeitgeist und setzt auf eine Titelheldin, wie in den letzten Jahren schon in den „Tribute von Panem“ und „Divergent“ kassenwirksam vorgemacht. Genau wie den Tod von Han Solo, der für einen Game Of Thrones artigen „Jetzt muss aber mal ein Hauptcharakter sterben„-Effekt geopfert wird, damit man zeigen kann, daß ein anderer Charakter auch wirklich, wirklich böse ist und den Zuschauer zumindest ein bißchen schockiert. Da hätte man ihn lieber als seit „Return Of The Jedi“ verschollen dekarieren sollen.

Und nun? Alles von vorne? Wieder ein böser Mann mit Maske (der aus verständlichen Gründen irgendwie böser gemacht werden muß als der andere böse Mann mit der Maske und deshalb einen der Lieblingscharaktere schlechthin um die Ecke bringt) und weil zwei Todessterne nicht ausreichen, wird diesmal wohl gleich ein ganzer Planet zum Todesstern III umfunktioniert.

Appropos „Return Of The Jedi“ – 1983 konnte man sich entspannt zurücklehnen: der Imperator war besiegt, Darth Vader letztendlich doch bekehrt und mit der Zerstörung des Todessterns auch die mächtigste Waffe des Imperiums (mal wieder) endgültig ausgeschaltet. Zwar waren die in den Special Editions hinzugefügten galaxieweiten Feierlichkeiten der berühmte „Touch too much“, aber trotzdem konnte man mit dem Gedanken aus dem Kino gehen, daß nun alles ein gutes Ende findet, auch wenn sicherlich noch irgendwo der eine oder andere imperiale General sich nicht direkt geschlagen gibt. Letztendlich entpuppen sich die 32 Jahre Hoffnung als Trugschluss, denn offensichtlich war das Ende nur der Beginn einer größeren Katastrophe. Schade um das Happy End!

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