DIO – Dio’s Inferno – The Last in Live

Es gibt Alben, bei denen wundert man sich, warum man sie eigentlich so selten hört – und es gibt „Dio’s Inferno – The Last in Live“, ein Album, bei dem man sich schon beim ersten Hören verzweifelt fragt, ob man es tatsächlich zu Ende hören möchte.

Dabei ist der erste Blick vielversprechend: die Tracklist enthält bis auf „Double Monday“ (von Angry Machines) eine gelungene Retrospektive auf Ronnie James Dios bisheriges Schaffen, angefangen bei RAINBOW, über BLACK SABBATH bis hin zu den Highlights seiner Solo-Alben.

Während Songs wie „Don’t Talk To Strangers“ und „Holy Diver“ noch recht brauchbar aus den Lautsprechern schallen, wird spätestens bei „Heaven And Hell“ klar, daß Tracy G der falsche Mann an der Gitarre ist. Vom Spannungsbogen des Songs bleibt kaum etwas übrig und man wünscht sich sehnsüchtig in Vinnie Appice’s „Drum Solo“ zurück.

Dies ist aber erst ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt, denn Tracy G versucht sich nicht nur an Tony Iommi, sondern zerstückelt mit „Mistreated“ kurz darauf auch einen Song, der einen Großteil seiner Wirkung aus dem gefühlvollen Gitarrenspiel Ritchie Blackmore’s zieht. Um zu zeigen, daß es noch schlimmer geht, wird noch „Catch the Rainbow“ angespielt, bevor es mit dem ziemlich beliebigen „Guitar Solo“ weitergeht.

Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird zwar keine neuen Tiefpunkte erleben, dafür aber, daß auch „Man On The Silver Mountain“, „Long Live Rock’n’Roll“ und das eigentlich recht robuste „We Rock“ ebenfalls so dargeboten werden können, daß der Finger sich unweigerlich immer weiter der „Skip“-Taste nähert.

Das einzig „Positive“, das man dem Album überhaupt abgewinnen kann ist, daß es den katastrophalen Live-Eindruck der 1998’er Tour perfekt transportiert.

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