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Epica – Consign To Oblivion

Kaum ist eine Band halbwegs erfolgreich, findet sich gleich eine ganze Latte von Nachahmern, die auch längst nach dessen Abfahrt immer noch versuchen, auf den Zug aufzuspringen. Gleichzeitig bekommt jede andere Band, die auch nur irgendwie ähnlich zu klingen scheint den Stempel „Clone“ aufgedrückt. Auch bei EPICA war ab und an der Zusatz „NIGHTWISH-Clone“ zu lesen, ganz so, als hätten diese das Genre erfunden und als würden EPICA versuchen, die erfolgreichen Finnen zu kopieren.

War mir schon beim superben Erstling „The Phantom Agony“ schleierhaft, woher diese Assoziationen kommen, dürften die Vergleiche mit „Consign To Oblivion“ nun (hoffentlich) endgültig der Vergangenheit angehören.

EPICA haben es auf „Consign To Oblivion“ noch besser als auf dem Erstling geschafft, ihre Trademarks herauszuarbeiten – schon das Intro „Hunab K’u – A New Age Dawns“ verbreitet genau die Stimmung, die dann auch den „Rest“ der Scheibe dominiert – atmosphärische, an Soundtracks angelegte Kompositionen, ausgestaltet mit orchestralen Einlagen, Chören, der bezaubernden Stimme von Frontfrau Simone Simmons sowie hier und da ein paar „Grunts & Screams“ von Hauptsongschreiber Mark Janssen. Nicht umsonst findet man auch Hans Zimmer in der Liste der Lieblingsmusiker einiger Bandmitglieder.

In Sachen Aufmachung hat sich die Plattenfirma Transmission Records nicht lumpen lassen, die Erstauflage erscheint als Digibook mit Bonus-DVD, auf der ein ca. 40-minütiges „making of Consign To Oblivion“ mitsamt Photogalerie gepackt wurde.

„Consign To Oblivion“ ist ein ausgereiftes Album, das eine deutliche Weiterentwicklung der Band zeigt und bisher zu den besten Veröffentlichungen des Jahres 2005 zählt. Einziger musikalischer Minuspunkt ist das Fehlen eines absoluten Standalone-Überknallers wie „Feint“ von „The Phantom Agony“.

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