Fish – 13th Star

Lange Zeit stand in den Sternen, ob es überhaupt noch ein Nachfolgealbum zur „Scattering Crows“ geben wird – doch glücklicherweise hat sich Fish besonnen und legt mit „13th Star“ eines der definitiven Highlights 2007 vor.

„13th Star“ ist ein für Fish-Verhältnisse eher untypisches Album geworden, das an manchen Stellen sehr heavy und düster scheint, an anderer Stelle dagegen mit wunderschönen ruhigen Momenten begeistert, irgendwo im Schnittpunkt zwischen Fishs bisherigem Solo-schaffen, Peter Gabriel und den Gilmour’schen PINK FLOYD. Auffällig ist auf jeden Fall neben den mancherorts eingebrachten technischen Spielereien die gerade bei den härteren Songs dominierende Rythmik, ein Verdienst, der wohl Basser und Hauptsongschreiber Steve Vantsis zuzuschreiben ist, während Produzent Calum Malcolm hauptsächlich für die Vocalaufnahmen und den allerletzten Schliff zuständig war.

Textlich bewegt sich „13th Star“ auf einer sehr emotionalen Ebene, mit eher nachdenklichen Lyrics, die sich um das Thema Beziehungen bewegen –geprägt vom mehrmaligen auf und ab seiner Beziehung mit Heather Findlay, die fast zeitgleich zu den Aufnahmen endgültig in die Brüche ging. Hieraus entspringt sicherlich auch ein Teil der Faszination der Vocals, denn stellenweise hat man richtig den Eindruck, dass Fish einen Teil der textlichen Grundlage beim Singen erneut durchlebt. Besonders deutlich wird dies beim abschließenden Titelstück, bei dem Fish mehr als einmal die Stimme wegbricht und der Kloß im Hals hörbar wird – ein Umstand, der dem Song eine ungeahnte Intensität verleiht.

Doch zurück zu den Sternen, die man als immer wiederkehrendes Thema findet, und die mir – nicht nur beim Betrachten des superben Artworks von Mark Wilkinson – den Albumtitel „The Art Of Navigating By The Stars“ von SIEGES EVEN ins Gedächtnis riefen.

„13th Star“ ist sicherlich kein leicht verdauliches Album geworden und braucht bis zur vollständigen Entfaltung durchaus mehrere Durchläufe, dann aber erstrahlen Perlen wie „Zoe 25“ oder „Arc Of The Curve“ in ihrer vollen Schönheit – ohne dass bei den eingänigeren Stücken ein Abnutzungseffekt entsteht.

Für alle Fishmaniacs erscheint das Album zuerst nur im limitierten Digipack mit dickem Farb-Booklet und „Making Of“-DVD über Online-Store und Merchandise-Stand, während die später erscheinende reguläre Veröffentlichung wohl auf die Beigaben verzichtet.

Die DVD enthält neben zielgruppenorientierter Werbung jede Menge Hintergrundinformationen zum Entstehungsprozess des Albums, gebündelt in einer rund einstündigen Doku. Hierbei ist es recht interessant, neben der Person Dereck W. Dick auch den Musiker Fish zu sehen (und zu hören). Sicherlich keine DVD, die man immer mal wieder kucken möchte, aber auf jeden Fall ein „nice to have“.

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