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Whitesnake – Live In The Shadow Of The Blues

whitesnake-litsotb„Oh Baby“ – was will uns Herr Coverdale mit diesem Machwerk nur sagen? WHITESNAKEs „Live In The Shadow Of The Blues“ bietet tatsächlich in allen Belangen nur noch einen Schatten dessen, was die Band mit „Live In The Heart Of The City“ einst so unsterblich machte.

Das schön aufgemachte Digipack mit Präge- und Glanzdruck sieht nobel aus und auch das reichlich bebilderte Booklet schindet Eindruck – der sich aber leider schon während des ersten Songs „Bad Boys“ gänzlich verflüchtigt. DAS soll David Coverdale sein? Machte auf seinem 2000’er Soloalbum „Into the Light“ noch die Stimme neben starken Songs die Faszination des Albums aus, so ist davon auf „Live In The Shadow Of The Blues“ nichts mehr übrig geblieben.

Jeder kann mal einen schlechten Tag haben und auch Ian Gillan klingt auf dem legendären 1985’er Rockpalast -Mitschnitt auf Grund einer heftigen Erkältung so, als sollte er das Singen lieber lassen. Doch halt – „Live In The Shadow Of The Blues“ repräsentiert nicht den Mitschnitt eines einzigen Abends, sondern wurde aus verschiedenen Konzerten 2005 und 2006 zusammengebastelt und sollte eigentlich die Quintessenz aus zwei Jahren WHITESNAKE darstellen – ein Gedanke, den ich lieber nicht allzu sehr weiterspinne. Wie klingen dann erst die schlechten Aufnahmen?

Die Toningenieure und Bandmitglieder haben zwar versucht, zu retten, was zu retten war und möglichst viel zu kaschieren, doch fällt es umso mehr auf, wenn der Leadgesang streckenweise fast im Hintergrund verschwindet oder an anderer Stelle durch eine unpassende Mehrstimmigkeit unterstützt wird.

Die vier neuen Songs helfen leider auch nicht sonderlich weiter. Die rockigeren Nummern bieten als Untermalung für den leider auch hier suboptimalen Gesang ein Riffing, das einfach nicht zu WHITESNAKE passt und der wohl beste Song des Albums „All I Want Is You“ klingt wie ein Überbleibsel aus den „Into the Light“-Sessions.

Man mag die aktuelle WHITESNAKE-Besetzung gut finden oder nicht, aber was David Coverdale mit diesem Album abliefert ist nichts mehr als ein musikalischer Offenbarungseid, für dessen Veröffentlichung mir auch nach langem Überlegen nur ein Grund einfällt: nämlich der Versuch, einen finanziellen Offenbarungseid zu verhindern.

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