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Uriah Heep – Gypsy

uh-gypsySehr zum Leidwesen der jeweiligen Fans gehören Besetzungswechsel bei vielen Bands mehr oder minder zur Tagesordnung. Während bei URIAH HEEP die meisten Anhänger entweder von der legendären Besetzung mit David Byron und Gary Thain schwärmen oder die aktuelle (und mit Abstand langlebigste) bevorzugen gab es dazwischen noch einige Konstellationen, die aber inzwischen mehr oder minder in Vergessenheit geraten sind.

Dies gilt wohl insbesondere für die Zeit mit dem früheren TRAPEZESänger Peter Goalby, unter dessen Mitwirkung die Alben „Abominog“, „Head First“ und „Equator“ entstanden. Zu einen sicherlich nicht unbeträchtlichen Teil liegt dies an der grundsätzlichen Ausrichtung der Scheiben, die auf 80’s frisiert waren und als alles andere als „zeitlos“ bezeichnet werden können.

Aus der Endphase dieser Besetzung (genauer gesagt der „Equator“ Tour) stammen die Aufnahmen, die für „Gypsy“ verwendet wurden aufgezeichnet im Camden Palace in London, England für die rund einstündige Fernsehshow „Live in London“.

So konzentriert sich die Setlist auch auf Songs des damals aktuellen Albums, angereichert mit Titeln aus den beiden Vorgängeralben sowie einigen unsterblichen Klassikern und bietet somit die wohl einmalige Gelegenheit, Songs wie „Rockarama“, „Sell Your Soul“ oder auch „Angel“ in einer Live-Version hören und sehen zu dürfen. Die Band selbst präsentiert sich in bester Spiellaune; Trevor Bolder ist wie immer der zeitlos gekleidete ruhende Pol, während man die stets zu Scherzen aufgelegten Mick Box (in schwarz-weiß-Streifenhose) und Lee Kerslake in ihrem Outfit auch bei IRON MAIDEN auf die Bühne stellen könnte. Einzig Tastenmann John Sinclair (optisch stark an den jungen Campino erinnernd) bleibt eher im Hintergrund, was aber an der grundsätzlichen Ausrichtung auf pop-rockige Keyboard- statt Orgelsounds liegen dürfte.

Während das Cover wohl hoffentlich mit Absicht so erstellt aussieht, als hätte man einen der billigsten Bootlegs aller Zeiten in der Hand, kann das Bild der DVD für sein Alter durchaus überzeugen. Die Farben sind klar, Umrisse scharf kurzum es sieht nicht aus, als hätte man einen der leider mancherorts üblichen Billig-direkt-von-abgenudeltem-Video-auf-DVD-Transfers gemacht.

Der Ton, auf dem Cover als „Dolby Digital 5.1“ angegeben verspricht in Papierform mehr, als die Lautsprecher hinterher halten können. Die originale Aufzeichnung ist Stereo und aus einem schon vorhandenen, fertig abgemischten Stereotrack kann man nun mal rückwirkend auch keine vernünftige Surroundaufnahme basteln. Somit kommt ein Großteil des Tons aus den Frontlautsprechern, klingt dafür aber, wie man es sich wünscht: klar und differenziert.

Als einzigen Bonus gibt es eine kurze Einführung vom Journalisten und ursprüglichen Host Dave Ling, der auch wahlweise zu jedem Song auf einer eigenen Audiospur noch ein paar kurze Kommentare liefert.

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