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Boards Of Canada - Inferno

12. September 2026 · Audio · Klaus Seiler · Kein Kommentar

Boards Of Canada - Inferno (Cover)Ich denke, dieses Jahr wird musikalisch für mich zu einer Art von Wundertüte quer durch eine Menge Genres.

Das schottische Electronic-Duo Boards Of Canada hat sich 13 ganze Jahre Zeit gelassen, um dieses Jahr ein Inferno loszulassen. Ein Inferno im engen Wortsinne ist es sicher nicht, aber eine Art Inferno der nie ausgehenden Ideen, durch welche dieses Duo schon immer in die Schublade “Progressive Electronic” (mit Recht) geschoben wurde.

Ein Album, für das man fast schon eine eigene metaphysische Ebene kreieren mag. Sehr mythologisch, manchmal sogar ein wenig bedrohlich und eines ganz gewiss nicht: irgendwo und irgendwie langweilig, trotz großer Länge mit 18 Songs.

Man sollte sich das Album entweder mit einem guten Kopfhörer oder aber zumindest an einer sehr ordentlichen Anlage mit sehr ordentlichen Lautsprecherboxen zu Gemüte führen. Dann kann man sich in dieses feine Gesamtpaket regelrecht fallen lassen.

Übrigens im Bandcamp zu hören und zu erwerben.


Willie Nelson - Dream Chaser

10. August 2026 · Audio · Klaus Seiler · Kein Kommentar

Willie Nelson - Dream Chaser (Cover)Ganz hartes Break zu Vanden Plas.

Der Mann ist 93, das hier ist sein Album Nr. 79. Also sowas wie ein Weltrekord, denke ich mal. Nachdenklicher, warmer und in sich ruhender Oldschool-Country-Sound mit einem Willie Nelson, dessen Stimme bemerkenswert frisch und und klar klingt, in dem Alter ein kleines Wunder. Er erfindet sicherlich nicht das Rad der Country-Music neu, aber er legt immer noch die Messlatte für alle Jungspunde in diesem Genre verdammt hoch und so manch einer reißt sie.

Ich habe -man mag es vielleicht nicht glauben- dieses Genre seit etwa 2 Jahren nicht nur entdeckt, sondern bin mittlerweile auch -zugegeben- sowas wie ein Fan. Und wenn die Country-Music solche abgeklärten Ohrenschmeichler der alten Schule noch auf den Markt bringt, bleibt es auch dabei.

Man weiß nicht, wie lange Nelson noch unter uns weilen wird, ich wünsche ihm jedenfalls den Heesters, dann könnte es mit 100 spätestens ein echtes “Alterswerk” geben.


Vanden Plas - Accult II

16. Juli 2026 · Audio · Klaus Seiler · Kein Kommentar

Vanden Plas - Accult II (Cover)Was soll man dazu noch sagen, was nicht schon in der Fachpresse (zu Recht) gelobhudelt wurde?

Ein Meisterwerk, ein Ohrenschmaus, Stephan Lill spielt die akustische Gitarre akzentuiert und so fein, als wäre er einer dieser Saitenhexer aus Andalus. Andy Kuntz ist hervorragend bei Stimme und als Highlight wäre da noch eine Frau namens Katri Hiovain-Asikainen, ihres Zeichens sog. “Frontfrau” der finnischen Metal-Band Numento. Ihre Stimme ist hammermäßig, passt hervorragend zu “Healing Tree”, besser und treffsicherer, als jede andere weibliche Stimme aus dem Metal-Bereich.

Bei manchen Bands sind ja “steckerlose” Versionen ihrer Alben oder Songs seit vielen Jahren sehr angesagt, oft gut, manchmal so lala oder auch - wenn nichts anderers einfällt - Lückenfüller in der Discographie. Trifft hier allerdings so ziemlich alles nicht zu, denn dieses Album ist ein ganz dickes musikalisches Ausrufezeichen. Hier hat man eine Menge Hirnschmalz investiert und liefert eigentlich ein ganz eigenständiges Werk ab, welches ältere Songs in wirklich neuem Glanz strahlen lässt und sogar solche Gassenhauer wie “Boat On The River” und “Nothing Else Matters” mehr als nur veredelt.

Das Album ist absolut gesetzt für meine Top 10 in diesem Jahr.


Klaus Seilers Album-Highlights 2025 - Teil 2

20. Januar 2026 · Audio · Klaus Seiler · Kein Kommentar

Meine Album-Highlights des Jahres 2025 Teil 2 ohne Platzwertung:

Cœur De Pirate - Cavale

Cœur De Pirate - CavaleIm Bandcamp treiben sich auch Piraten herum, wie ich feststellen konnte. Béatrice Mireille Martin, wie sie tatsächlich heißt, ist die französischste Kanadierin ever. Wer sich einmal gerne die volle Packung an charmanter Musik in französischer Sprache gönnen möchte, liegt hier goldrichtig. Heiter, lebens- und farbenfroh ist die Frau selbst ein Charmebolzen erster Güte.

Die Songs liegen irgendwo im weiten Feld des beschwingten Chansons, hin zum French-Pop. Dieses Album würde ich sogar als rezeptfreie Medizin gegen jede Art des Depressionismus bezeichnen wollen. Selbstredend musste da gleich ein weiteres Album aus dem Camp her. Doppelt genäht hält eben besser.

Ina Forsman - After Dark Hour

Ina Forsman - After Dark HourIch bediene jetzt mal ein Klischee und frage frech: schaut diese Frau aus, als könnte man sie im weiten Feld zwischen Jazz, Blues und Soul verorten? Antwort: man kann. Denn sie bringt mit einer lässigen Selbstverständlichkeit hier einen guten Schuss von dem hinein, was man gemeinhin als Pop-Music bezeichnen mag. Quasi “a breath of fresh air”.

Es liegt an ihrer Stimme, die nur in Ansätzen (und das ist hier sehr gut so) “bluesig”, “soulig” oder nach (Vorsicht Klischee) etwas älterem Semester klingt. Mit kraftvoll-klarer Stimme taucht sie regelrecht in die Vintage-Sounds der Songs ein. Mit einem solchen Album könnte sie problemlos die junge Generation der Popmusik-Hörer für eben Jazz, Blues und Soul begeistern. Sie ist übrigens in Finnland geboren, lebt in Berlin und mischt alljährlich die Clubszene ordentlich auf.

Wer ein oder zwei Ohren riskieren mag, dem empfehle ich “After Dark Hour” oder “That Is All ”

Youssou N’Dour - Eclairer le monde - Light the World

Youssou N'Dour - Eclairer le monde - Light the WorldJetzt kommt ein recht defitiges Break, hin zu meinem immer noch vorhandenen Faible für Musik vom schwarzen Kontinent.

Der Mann (übrigens einer der ganz großen Künstler der westafrikanischen Musik) darf in zartem Alber von 66 Jahren nochmal zeigen, wie man traditionelle senegalesische Musik mit der modernen Popmusik-Sounds verwebt und verbindet. Wer ihn nicht kennt, dürfte aber problemlos den den Song “7 Seconds” im Duett mit Neneh Cherry im Ohr haben. Oder auch “Shaking The Tree”, den er zusammen mit Peter Gabriel schrieb. Auch wieder ein Album, welches das Prädikat “Ohrenschmeichler” sehr verdient. Toll und wahrscheinlich mit analogem Equipment produziert, sind all die etwas fremdländischen Instrumente wie Balafons, die Sokou oder Ngoni (bitte mal googlen) klar und deutlich vernehm- und ortbar.

Schlicht und ergreifend: Afro-Pop, wie er besser kaum klingen kann.

Phaeleh - Dark Sky

Phaeleh - Dark SkyUnd wieder ein heftiges Break. Phalae? Wer oder was ist Phalae? Nun, wenn man im Bandcamp herumstolpert, bleibt man an so mancher seltsamen Baumwurzel hängen. Hinter diesem Projekt steckt ein gewisser Matthew “Matt” Preston, Multi-Instrumentalist und DJ aus Bristol / UK. Aufs erste Hören könnte man meinen: leicht esoterische KlingKlong-Electronic für den Wellness-Tempel. Wenn man aber genauer hinhört, kann man phantasievoll ausgefeilte Songstrukturen erkennen, die tatsächlich (zumindest bei mir) sowas wie eine meditative Wirkung entfalten. Eben nichts für den Hintergrund im Spa, sondern ein Eintauchen in sphärische Klangwelten, mit denen man sich herrlich “wegbeamen” kann. Aber natürlich muss man hier auch einen gewissen Nerv dazu haben und ich verstehe auch alle, die hier dankend abwinken. ;-))

Deacon Blue – The Great Wester Road

Deacon Blue – The Great Wester RoadSurprise, surprise. Der New Wave-Sound im Breitwandformat der 1980er Jahre feiert fröhlich eine Wiederauferstehung. Deacon Blue sind sowas wie Dinosaurier der späten 1980er bis frühen 1990er. Unermüdlich brachten sie bis heute Album für Album raus, ab Mitte der 1990er blieben allerdings hierzulande Chartplatzierungen weitestgehend aus und man verlegte sich aufs Fremdproduzieren, schrieb viele Songs für andere Künstler und Künstlerinnen. Aber jetzt und mit diesem hochmelodischen Album zeigen sie wieder ein sehr feines Lebenszeichen und da ich einfach immer noch eine Ader für diese Sorte Pop habe und es nur noch sehr wenig an für meine Begriffe gutem Stoff davon gibt, darf das Album in meine Top 10.


Album-Highlights 2025

11. Januar 2026 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Meine Album-Highlights des Jahres 2025 in alphabetischer Reihenfolge:

Album-Highlights 2025

Dirkschneider & The Old Gang - Babylon

Auch ohne den Überraschungseffekt der “Arising"-EP haben Udo Dirkschneider und “seine” Old Gang meine recht hohen Erwartungen erfüllt und auch auf Albumlänge die Essenz dessen abgeliefert, warum ich irgendwann mal angefangen habe, Rock und Metal zu hören.

Nicht nur die Songs sind hörenswert, auch die mit einer gehörigen Portion Humor gewürzten Videoclips transportieren den Spaß, welchen die Musiker während der gemeinsamen Arbeit miteinander hatten.

Flor de Loto - Cosmos

Ich hatte Flor De Loto bereits in Hörenswert #122 vorgestellt und genau wie “Crossfire” hat auch der Rest von “Cosmos” im Laufe des Jahres nichts von seiner Faszination verloren.

Robert Plant With Suzi Dian - Saving Grace

Zu einem Dauergast in meinen Album-Highlights entwickelt sich Robert Plant - sofern er denn ein neues Album veröffentlicht. Aufgenommen mit seiner langjährigen Touring-Band teilt er sich dieses Mal den Gesang mit Suzi Dian und liefert ein Album mit zehn Neuinterpretationen mehr oder minder bekannter Klassiker.

Rush - Grace Under Pressure 1984 Tour

Nach der überraschenden Ankündigung, daß Geddy Lee und Alex Lifeson zusammen mit der deutschen Schlagzeugerin Anika Nilles 2026 eine Nordamerika-Tour starten, war nochmal eine Rude Rush hören angesagt.

“Red Sector A” bleibt mein Lieblingssong der Band und “Grace Under Pressure 1984 Tour” gefällt mir ein ganzes Stück besser als das für mein Empfinden zu sehr polierte “A Show Of Hands”.

Rick Wakeman - Melancholia

Mit “Melancholia” schließt Rick Wakeman seine Piano Trilogie (“Piano Porttaits”, “Piano Odysee”, “Melancholia”) ab und liefert einen eher nach innen gerichteten Blick.

Melancholie zielt hierbei nicht auf die meist mit dem Wort assoziierte Traurigkeit ab, sondern meint nach Aussage Rick Wakemans Nachdenklichkeit. So ist ein eher ruhiges Album entstanden, welches auf jegliche Theatralik verzichtet und den Zuhörer trotzdem mit auf eine spannende Reise nimmt.

Maßgebend war das Anschaffungs-, nicht das Erscheinungsdatum.