Forgejo selbst hosten

01. September 2026 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Seit mehr als 10 Jahren ist hier für die Verwaltung der heimischen Software-Projekte Fossil im Einsatz. Da ich beruflich seit einiger Zeit git verwende, lag der Gedanke nahe, auch privat noch einmal über den Einsatz von git nachzudenken.

Eine Versionsverwaltung lässt sich natürlich auch nur auf den lokalen Client beschränkt verwenden, spielt ihre wahren Stärken aber erst zusammen mit einer Plattform wie z.B. GitHub oder Codeberg aus. Fossil hatte dies recht elegant durch einen integrierten Webserver gelöst.

Bei der Auswahl waren für mich zwei Kriterien wichtig:

  • Hosting im heimischen Netz möglich und
  • ein möglichst geringer Installations- und Wartungsaufwand.

Letztendlich soll die Plattform Arbeit abnehmen, weshalb nach Sichtung der verfügbaren Alternativen Schwergewichte wie z.B. GitLab direkt aus dem Kreis der möglichen Kandidaten gestrichen wurden. Die Wahl fiel letztendlich auf Forgejo, welches als leichtgewichtige und freie Software unter dem Dach des Codeberg e.V. entwickelt wird.

Als Installationsvariante habe ich den Weg “Installation from binary” gewählt, diesen allerdings leicht angepasst bzw. abgewandelt. Zum Betrieb reicht ein schlanker LXC-Container, der mit 1GB Ram und 2 Cores für den heimischen Bedarf fast schon überdimensioniert ist.

Falls noch nicht vorhanden, müssen auf dem zukünfitigen Forgejo-System noch ein paar zusätzliche Pakete nachinstalliert werden:

# apt install gnupg2 git git-lfs

Herunterladen

Das Herunterladen und Verifizieren erfolgt gemäß der offiziellen Anleitung:

# wget https://code.forgejo.org/forgejo/forgejo/releases/download/v16.0.2/forgejo-16.0.2-linux-amd64 ... # gpg --keyserver keys.openpgp.org --recv EB114F5E6C0DC2BCDD183550A4B61A2DC5923710 ... gpg: key A4B61A2DC5923710: public key "Forgejo <contact@forgejo.org>" imported gpg: Total number processed: 1 gpg: imported: 1 # wget https://code.forgejo.org/forgejo/forgejo/releases/download/v16.0.2/forgejo-16.0.2-linux-amd64.asc ... # gpg --verify forgejo-16.0.2-linux-amd64.asc forgejo-16.0.2-linux-amd64 gpg: Signature made Thu Jul 30 22:59:44 2026 CEST gpg: using EDDSA key 3BF4E813F84812411DA01E5BC4186DF66F4B6750 gpg: Good signature from "Forgejo <contact@forgejo.org>" [unknown] gpg: aka "Forgejo Releases <release@forgejo.org>" [unknown] gpg: WARNING: This key is not certified with a trusted signature! gpg: There is no indication that the signature belongs to the owner. Primary key fingerprint: EB11 4F5E 6C0D C2BC DD18 3550 A4B6 1A2D C592 3710 Subkey fingerprint: 3BF4 E813 F848 1241 1DA0 1E5B C418 6DF6 6F4B 6750

Vorbereitung

Abweichend von der offiziellen Anleitung habe ich forgejo mitsamt Daten- und Konfigurationverzeichnskomplett unter “/opt/forgejo” installiert.

# mkdir -p /opt/forgejo/bin # mkdir -p /opt/forgejo/data # adduser --system --shell /bin/bash --gecos 'Git Version Control' --group --disabled-password --home /home/git git # chown -R git:git /opt/forgejo # chmod 750 /opt/forgejo

Auf die ausführbare Datei (Forgejo kommt als Single-Binary) habe ich einen symbolischen Link gesetzt, damit bei einem Update lediglich der Link angepasst werden muss. Auch auf eine zusätzliche Datenbank-Instanz habe ich verzichtet und verwende das integrierte SQLite.

# mv forgejo-16.0.2-linux-amd64 /opt/forgejo/bin/ # chmod +x /opt/forgejo/bin/forgejo-16.0.2-linux-amd64 # ln -s /opt/forgejo/bin/forgejo-16.0.2-linux-amd64 /opt/forgejo/bin/forgejo

Systemd-Dienst

Der Start erfolgt über einen Systemd-Dienst, hier habe ich die Pfade entsprechend angepasst.

/etc/systemd/system/forgejo.service
[Unit] Description=Forgejo (Beyond coding. We forge.) After=syslog.target After=network.target [Service] RestartSec=2s Type=notify User=git Group=git WorkingDirectory=/opt/forgejo/ ExecStart=/opt/forgejo/bin/forgejo web --config /opt/forgejo/config/app.ini Restart=always Environment=USER=git HOME=/home/git FORGEJO_WORK_DIR=/opt/forgejo [Install] WantedBy=multi-user.target

Anschließend werden die Systemd-Dateien neu eingelesen und der Dienst gestartet:

# systemctl daemon-reload # systemctl enable forgejo.service # systemctl start forgejo.service

Die weitere Konfiguration wird über die Weboberfläche erledigt, diese erreicht man über http://forgejo.internal:3000/ (oder wie auch immer der lokale Server benannt wurde).

Umstellung auf SSL, Port 443

Wer möchte, kann Forgejo auf SSL umstellen und den Standard-Port auf 443 umändern. Hierzu werden als erstes ein paar Einträge in der service-Datei ergänzt, damit der unpriviegierte git-Benutzer die Erlaubnis hat, den Dienst auf einem Port kleiner 1024 zu starten.

/etc/systemd/system/forgejo.service
... AmbientCapabilities=CAP_NET_BIND_SERVICE CapabilityBoundingSet=CAP_NET_BIND_SERVICE PrivateUsers=false ...

Zusätzlich werden in der “app.ini” noch ein paar Anpassungen für Protokoll und Port vorgenommen sowie die Zertifikate hinterlegt:

/opt/forgejo/config/app.ini
... PROTOCOL = https CERT_FILE = /opt/forgejo/config/forgejo.internal.crt KEY_FILE = /opt/forgejo/config/forgejo.internal.key ROOT_URL = https://forgejo.internal HTTP_PORT = 443 ...

Nach einem Neustart des Dienstes kann Forgejo dann über die als ROOT_URL angegebene Adresse aufgerufen werden.


Hörenswert #132: Floor Jansen - Bring Me Silence

28. August 2026 · Hörenswert · andreas · Kein Kommentar

Link zu Youtube

Mit “Bring Me Silence” wirft Floor Jansens im Januar 2027 erscheinendes Soloalbum “Hytress” nach “Run” bereits den zweiten Schatten voraus. Deutlich metallischer als die Songs auf “Paragon” nähert sich Floor gefühlt wieder Revamp-Zeiten.


Kingdom Come Deliverance: A Woman's Lot - Frustreiche Spielzeitverlängerung

20. August 2026 · Spiele · andreas · Kein Kommentar

DLCs sind eine Wundertüte: von kosmetischen Änderungen oder zusätzlichen Items bis hin zu einem “Blood & Wine”, welches das Hauptspiel “The Witcher 3” fast in den Schatten stellt, ist vieles denkbar und möglich.

Theresa

Auch die Erweiterung “A Woman’s Lot” für Kingdom Come Deliverance klingt nach einer guten und interessanten Idee: den Überfall auf Skalitz nicht nur aus der Sicht von Henry, sondern auch aus der Perspektive seiner Retterin Theresa zu erleben.

Leider machen aber das seltsame Speichersystem in Zusammenarbeit mit nur wenigen und schlech gewählten Speicherpunkten sowie künstlich erschwerten Quests das Erlebnis eher zum frustigen Erlebnis - hier einige Beispiele:

Die Quest “Ties that bind” beinhaltet neben einer Suche nach Verbandsmaterial auch die Aufgabe, 10 Merigold-Pflanzen zu beschaffen. Theoretisch kein Problem, allerdings hat man für diesen Questabschnitt offensichtlich die Generierung dieser Pflanzenart im Questgebiet künstlich eingeschränkt, so daß diese nur an einer im Dunkeln eher mühsam auffindbaren Stelle überhaupt wachsen, was zu Threads wie “A Woman’s Lot - Did anyone manage to find the plant Marigold?” führt.

Theresa and Samuel during 'Ties that bind'

Theoretisch hat Theresa einen Begleiter namens Tinker, der oft stört um dann nicht da zu sein, wenn man ihn brauchen würde. Hat man Tinker im falschen Moment einen “Stay!"-Befehl gegeben, so führt bei der Quest “Aftermath” eine automatisch getriggerte Schnellreise mit Holba zurück in Richtung Skalitz, während der Hund weiterhin am Startpunkt verweilt - nur um in Zwischensequenzen dann doch wieder mit Theresa durch’s Bild zu streifen.

Die Nebenquest “Angel Of Mercy” ist viergeteilt. Während der Abschnitt rund um Julian eher einen “Wie, das war’s schon?"-Moment beschert, sind bei Jarmila und Stanislav jeweils angriffslustige NPCs unterwegs. Warum hier zwischen den Lösungen der Teilaufgaben und auch nach Questabschluss keine automatische Speicherung erfolgt, wissen hoffentlich wenigstens die Entwickler.

Dazu kommen noch viele Kleinigkeiten wie z.B. grundsätzlich fehlende Schnellreisemöglichkeiten, die fehlende Möglichkeit zum Kleidungswechsel oder selbst nach dem Überfall auf Skalitz keine Möglichkeit, ein Pferd benutzen zu dürfen.

Alles in allem fühlt sich “A Woman’s Lot” massiv nach einer vergebenen Chance und nach einem Versuch an, mittels künstlich errichteter Barrieren und Schwierigkeiten eine möglichst hohe “Spieldauer” zu konstruieren.


Deep Purple - When Hell Freezes Over

15. August 2026 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

Seitdem Don Henley die Antwort “when Hell freezes over” auf die Frage nach einer möglichen Reuion der Eagles gegeben hat, ist der Ausdruck bei vielen Musik-Fans zu einem Synonym für “wird nie passieren” geworden.

Ian Paice, Ian Gillan & Ritchie Blackmore; Image &copy; Philly Upstart

Daß manchmal Unmögliches doch möglich wird, haben Deep Purple und Ritchie Blackmore am 12. August 2026 im Jones Beach Theatre, New York bewiesen. Seit dem letzten gemeinsamen Konzert am 17. November 1993 in Helsinki herrschte Funktstille und auch zur Aufnahme in die Rock & Roll Hall Of Fame waren zwar mit David Coverdale und Glenn Hughes zwei ehemalige Bandmitglieder erschienen, das Gründungsmitglied glänzte aber durch Abwesenheit.

Letztendlich war es wohl Ritche Blackmore, der sich bei Ian Gillan nach der Möglichkeit eines gemeinsamen Jams erkundigte. Ian Gillan und die anderen Deep Purple-Mitglieder fanden die Idee offensichtlich gut und so kam es nach 33 Jahren - wenn auch nur für ein gemeinsames “Smoke On The Water” - zu einem gemeinsamen Auftritt, als die Band fast vor Blackmores Haustür spielte.


Willie Nelson - Dream Chaser

10. August 2026 · Audio · Klaus Seiler · Kein Kommentar

Willie Nelson - Dream Chaser (Cover)Ganz hartes Break zu Vanden Plas.

Der Mann ist 93, das hier ist sein Album Nr. 79. Also sowas wie ein Weltrekord, denke ich mal. Nachdenklicher, warmer und in sich ruhender Oldschool-Country-Sound mit einem Willie Nelson, dessen Stimme bemerkenswert frisch und und klar klingt, in dem Alter ein kleines Wunder. Er erfindet sicherlich nicht das Rad der Country-Music neu, aber er legt immer noch die Messlatte für alle Jungspunde in diesem Genre verdammt hoch und so manch einer reißt sie.

Ich habe -man mag es vielleicht nicht glauben- dieses Genre seit etwa 2 Jahren nicht nur entdeckt, sondern bin mittlerweile auch -zugegeben- sowas wie ein Fan. Und wenn die Country-Music solche abgeklärten Ohrenschmeichler der alten Schule noch auf den Markt bringt, bleibt es auch dabei.

Man weiß nicht, wie lange Nelson noch unter uns weilen wird, ich wünsche ihm jedenfalls den Heesters, dann könnte es mit 100 spätestens ein echtes “Alterswerk” geben.