Thronebreaker: The Witcher Tales

Gwent, ursprünglich als Spiel im Spiel innerhalb von „The Witcher 3“ gestartet, wurde auf Grund seiner Beliebtheit zunächst als eigenständiges Multiplayer-Spiel weiterentwickelt und erlebt nun mit „Thronebreaker: The Witcher Tales“ eine Veröffentlichung als Singleplayer-Spiel.

Thronebreaker is a single player role-playing game set in the world of The Witcher that combines narrative-driven exploration with unique puzzles and card battle mechanics.

Um das Kartenspiel wurde eine Art Mini-Rollenspiel gebaut: als Königin Meve erkundet man mehrere Landkarten und versucht dabei, keinen noch so winzigen Holzstapel und keine noch so gut getarnte Kiste zu übersehen, um immer mehr Material für den Ausbau des eigenen Camps (und somit des eigenen Decks) zu sammeln.

Investitionen in das eigene Kartendeck sind aber nur bedingt zu empfehlen, denn je nach Verlauf der Geschichte werden z.B. zwischen den Kapiteln bestimmte Karten(typen) deaktiviert und was gerade noch hervorragend funktioniert (und Geld gekostet) hat, steht nicht mehr zur Verfügung. Da ein Großteil der Partien aber sowieso nicht regulär, sondern nach Sonderregeln verläuft, sollte man in den Aufbau und die Pflege des eigenen Decks nicht mehr Resourcen und Zeit investieren, als unbedingt notwendig.

Während Meve über die Landkarte läuft, muss sie immer wieder schwerwiegende Entscheidungen treffen („You chose one evil over an other“), die zwar nach großer Bedeutung klingen, spielerisch allerdings wenig bis keine Auswirkungen haben.

Manchmal hat Meve auch keine Wahlmöglichkeit, wie z.B. nach der Schlacht von Dravograd: um der notleidenden Bevölkerung zu helfen, kann Meve 1.000 Goldstücke spenden – sofern sie diese hat. Sind leider nur 986 vorhanden, so wird alternativ kein „gebt Ihnen alles, was wir haben“ angeboten (wären immerhin 98,6%) sondern es bleibt lediglich die Option übrig, die Leute ihrem Schicksal zu überlassen.

Leider hat sich Gwent im Laufe der Beta immer mehr von seinen Ursprüngen entfernt und so wurde aus einem einfachen und geradelinigen Kartenspiel mit strategischen Elementen ein Dickicht aus Sonderfunktionen und Regeln. Das Hauptaugenmerk liegt nicht mehr auf dem möglichst geschickten Ausspielen starker Karten, um zwei der drei Runden zu gewinnen, sondern darin, möglichst „gewinnbringende“ Kombinationen von Karten zu spielen, um deren weiterführenden Zusatzfähigkeiten zu nutzen. Auch das alte System der drei Reihen – Nahkampf, mittlere Reichweite und Fernkampf – wurde geopfert und die noch verbliebenen beiden Reihen dienen im Wesentlichen dazu, Karten zur Optimierung ihrer Zusatzfähigkeiten zu gruppieren.

Aus vielen der Partien geht man zumindest am Anfang als Gewinner oder Verlierer hervor, ohne überhaupt einordnen zu können, warum man gewonnen oder verloren hat. Letztendlich laufen die meisten Partien wie folgt ab: solange sinnfrei Karten ausspielen, bis man gesehen hat, welch tolle Überraschungen das Computerdeck diesmal bietet und dann die Partie neu starten und sich gezielt um diese Überraschungen kümmern.

Als besonders ärgerlich entpuppen sich hierbei die sogenannten Puzzles, die letztendlich darin bestehen, die EINE lineare Reihenfolge herauszufinden, in der die eigenen Karten zur Lösung des Puzzles gespielt werden müssen – womit ein Großteil der Partien zu reinem Trial and Error verkommt: die Partie so oft zu spielen, bis man durch Zufall oder Optimierung die richtige Reihenfolge gefunden hat.

Letztendlich tröstet die gelungene optische und akkustische Verpackung etwas über die inhaltlichen und spielerischen Mängel hinweg, reicht aber nicht, um das Spiel mit all seinen Unzulänglichkeiten wirklich spielenswert zu machen.

 

Gamma Ray 2005-06-24 Bildergalerie

Gamma Ray am 24. Juni 2005 beim Bang Your Head Festival in Balingen

 

E-Book zum Thema Virenscanner

Gerade kam mal wieder ein „ganz tolles“ Angebot rein:

Hallo Herr Thul,

unter http://ganztollerlinkdenichhiernichtposte/ biete ich ein kostenloses E-Book zum Thema Virenscanner mit umfassenden Informationen zum Download an. Bei den Recherchen für das E-Book bin ich unter anderem auf Ihre Webseite gestoßen.

Wären Sie bereit, meine Webseite bzw. das E-Book von Ihrer Webseite aus zu verlinken (z. B. von https://blog.thul.org/technik/anwendungen/etrust-antivirus-reste-entsorgen/)?

(Das E-Book kann übrigens ohne Anmeldung oder ähnliche Hürden einfach im PDF-Format heruntergeladen werden, ohne weitere Verpflichtungen. Das wird auch dauerhaft so bleiben.)

Falls das für Sie interessant ist, kann ich Ihnen gerne einen (eigens geschriebenen) Artikel zum Thema zusenden, den Sie auf Ihrer Webseite veröffentlichen können.

Wenn Sie möchten, kann ich im Gegenzug Ihre Webseite von einer meiner anderen Webseiten verlinken.

Freundliche Grüße,
Annett Schweitzer

Nö, Danke!

 

Fifth Angel – The Third Secret

Mit „The Third Secret“ melden sich FIFTH ANGEL zurück, eine Band, die mit ihrem selbstbetitelten Debutalbum sowie dem minimal schwächeren Nachfolger „Time Will Tell“ vor rund 30 Jahren beeindruckend auf sich aufmerksam machte und dann in der Versenkung verschwand.

Die Veröffentlichung fügt sich nahtlos in die aktuell grassierende Revival-Welle ein und da mit John Macko und Ken Mary auch zumindest ein Teil der Originalbesetzung am Werk ist, weckt das vorab von der Fachpresse bereits ausgiebigst bejubelte Album einiges an Erwartungen.

Wahrscheinlich ist dieser Vorabhype mit daran schuld, daß der erste Durchlauf trotz eines durchaus respektablen Albums enttäuscht, denn FIFTH ANGEL schaffen es auf „The Third Secret“ nur punktuell, an frühere Glanztaten heranzureichen.

An der handwerklichen Qualität gibt es hierbei nur wenig zu meckern. Das etwas düsterer ausfallende Gesamtbild passt, es fehlen aber über weite Strecken die magischen Momente, welche die beiden Vorgänger so besonders gemacht haben. Vor allem der Wechsel im Gesang (Originalsänger Ted Pilot ist nicht mehr mit von der Partie) wirkt sich deutlich aus, denn Neuzugang Kendall Bechtel liefert zwar über weite Strecken eine gute Leistung ab, kommt mit seinem etwas agressiveren Gesangsstil aber mehr als einmal an seine Grenzen bzw. überschreitet diese hörbar.

FIFTH ANGEL haben mit „The Third Secret“ letztendlich ein gutes, aber leider kein herausragendes Album abgeliefert. Würde nicht der bekannte Bandname auf dem Cover stehen, wäre fraglich, ob das Album nicht einfach ziemlich unbeachtet in den Regalen liegen würde. So reicht es zumindest für ein paar Durchläufe, bevor man doch lieber wieder die alten FIFTH ANGEL-Scheiben hervorkramt.

 

Uriah Heep – Living The Dream

Mit „Living The Dream“ präsentieren URIAH HEEP im 48. Jahr der Bandgeschichte (auch wenn nur noch Mick Box von der ursprünglichen Besetzung mit an Bord ist) ihr 25. Studioalbum und während im Laufe der Jahe das ein oder andere Mal lediglich Durchschnittskost („Equator“ anyone? ) geboten wurde, lassen es die fünf Herren diesmal so richtig krachen.

Wer auch immer die Idee hatte, Phil Lanzon auf „Living The Dream“ von der Kette zu lassen, lag damit goldrichtig. Sein Hammond-Spiel verleiht dem Großteil der Nummern den entscheidenden Drive und lässt die Band so frisch und unverbraucht klingen, daß sich ein „Aha“-Effekt ähnlich wie seinerzeit beim Erscheinen von „Sea Of Light“ einstellt.

Dazu trägt auch die über weite Strecken gesteigerte Songlänge bei, welche zwar an einigen wenigen Stellen einen Umweg zu viel benötigt, um auf den Punkt zu kommen, auf der anderen Seite aber Songs wie dem grandiosen „Rocks In The Road“ genau die Zeit gibt, sich langsam zu entfalten und einen Spannungsbogen aufzubauen.

Natürlich wurden mit „AaAaAaAaAAAaaa“-Gesängen und WahWah-Gitarren auch wieder die URIAH HEEP-typischen Trademarks eingebaut, so daß der Fan auch bekommt, was er erwartet. Dazu brilliert neben Phil Lanzon auch der nicht mehr ganz so neue Sänger Bernie Shaw, der beweist, daß er zumindest im Studio noch gut bei Stimme ist.

Es bleibt zu hoffen, daß einige (viele!) der neuen Nummern auch den Weg in die Setlist der kommenden Tour finden und nicht wie bei manch anderer Band nur ein oder zwei Songs als Alibi-Elemente zwischen den Klassikern, die man leider schon seit Jahren auswenig kennt, versteckt werden.