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Eigene Dateien umziehen

Ablageort

Um Dateien abzulegen, hat sich das freedesktop.org-Projekt ein System von Ordnern ausgedacht, welche direkt bei der Anmeldung im „home“-Verzeichnis jedes Benutzers erzeugt werden: „Bilder“, „Dokumente“, „Downloads“, „Musik“, „Öffentlich“, „Schreibtisch“, „Videos“ sowie „Vorlagen“.

Einen (oder mehrere) davon loszuwerden ist gar nicht so einfach. Löscht man einen der Ordner, meldet sich ab und wieder an, ist der Ordner wieder da. Um dieses Verhalten zu ändern, ist ein Eingriff auf Systemebene notwendig, dieser wirkt sich allerdings auf alle Benutzer und nicht nur auf den aktuell angemeldeten Benutzer aus:

Sysadmins can configure things by editing /etc/xdg/user-dirs.conf. At the moment there are only two settings, you can disable the whole thing, and you can specify the charset encoding used for filenames.

Kopieren oder verschieben?

Beide Methoden haben ihre Vor- bzw. Nachteile: Wer die Dateien kopiert, kann jederzeit nochmal zurück zum Start und im Falle eines Falles von vorne beginnen bzw. hat immer noch ein voll funktionsfähiges Altsystem, auf dem alle Dateien vorhanden sind. Dafür fällt es schwerer, den Überblick zu behalten, ob tatsächlich alles kopiert wurde und nicht noch irgendwo in einem Ordner ein paar eigentlich benötigte Dateien vergessen wurden.

Wer verschiebt, weiss ganz sicher: was im Altsystem weg ist, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im neuen System gelandet. Dafür ist ab dem ersten Schritt kein einfaches „Zurück“ mehr möglich, auch weil bei einem Verschiebevorgang zurück u.U. die Zugriffsberechtigungen des Windows-Systems nicht mehr rekonstruiert werden können.

Wenn genügend Platz vorhanden ist, kann natürlich auch eine Kombination der beiden Methoden eingesetzt werden: Zuerst eine Kopie der gesamten Widows-Ordnerstruktur in einem Arbeitsverzeichnis erstellen und von dort dann verschieben.

Berechtigungen

Eine  Klippe bezüglich der Dateiberechtigungen ist beim Kopieren bzw. Verschieben allerdings zu umschiffen: da Windows seine Dateien innerhalb des NTFS-Dateisystems speichert und dies keinerlei brauchbaren Informationen bezüglich der unter Linux zu verwendenden Dateiberechtigungen beinhaltet, müssen diese neu erzeugt werden.

Wer die Dateien gerne grafisch kopieren möchte, öffnet hierzu Gnome-Dateien (interner Name: Nautilus) und wechselt in der linken Leiste auf „Andere Orte“. Dort findet er die Laufwerke seines Windows-Systems, welche sich mit einem Klick einbinden lassen.

Beim Kopieren haben sich die Entwickler entschieden, den neu angelegten Dateien die maximal möglichen Berechtigungen zu erteilen.

 4 drwxrwxrwx 2 andreas andreas 4096 Aug 11 15:02 'a directory'
52 -rwxrwxrwx 1 andreas andreas 1234 Aug 11 14:52 file.txt

Dies ist auf einem Einbenutzer-System kein Problem, auf einem System mit mehreren Benutzern allerdings ein potentielles Sicherheitsrisiko.

Umgehen lässt sich dies durch das manuelle Kopieren der Dateien auf der Kommandozeile:

Zuerst wird das benötigte Windows-Laufwerk manuell eingebunden und anschließend die Dateien mittels „cp“-Befehl (oder „mv“) an den neuen Ort kopiert (oder verschoben). Der „cp“-Befehl berücksichtigt hierbei die sogegannte UMask, die Berechtigungen, unter denen neue Dateien eines Benutzers standardmäßig angelegt werden sollen. Mit ein paar zusätzlichen Parametern werden die zu übertragenen Dateien dann im neuen System angelegt:

$ cp -r --no-preserve=owner,mode --preserve=timestamp /media/VonWoAuchImmer ~/ZielOrdner/

 

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§17 & §3 StVO

Liebe andere Verkehrsteilnehmer,

bitte werft bei Gelegenheit mal einen Blick auf §17 Absatz 3 der Straßenverkehrsordnung, denn dort steht

Nebelschlussleuchten dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt.

Kombiniert man diesen Satz mit §3 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung, in dem steht

Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist.

sollte euch eigentlich klar sein, daß man bei 130 km/h und Sichtweiten von 300m und mehr nicht nur keine Nelbelschlussleuchte anschalten sollte, sondern dass dies ganz klar nicht erlaubt ist. Die von euch geblendeten können dann auch die Sonnenbrillen wieder abziehen.

Warum moderne Fahrzeuge mit ihren zahlreichen Assistenzsystemen  nicht einfach mit Einschalten der Nebelschlussleuchte die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h begrenzen, erschließt sich mir allerdings nicht …

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Album-Highlights 2019

Meine Album-Highlights des Jahres 2019 in alphabetischer Reihenfolge:

Andre Matos – Time To Be Free

Den Meisten ist der leider viel zu früh verstorbene Andre Matos nur als der Ex-Sänger von ANGRA ein Begriff, aber seine Solowerke sind mindestens genauso hörenswert.

Dream Theater – Distance Over Time

Nach dem extrem enttäuschenden „The Astonishing“ melden sich DREAM THEATER mit dem besten Album seit „Black Clouds & Silver Linings“ zurück.

First Night – First Night

Die perfekte Zeitreise … unglaublich, daß dieses Album tatsächlich 2019 erschienen ist.

Lazuli – 4603 Battements

Lazuli sind erfrischend anders als andere Bands … passende Schubladen sind mindestens so schwer zu finden wie die Erstlingswerke der Band.

Heather – Nova Pearl

Auch Heather Nova meldet sich mit einem Album zurück, das die direkten Vorgänger ziemlich blaß aussehen lässt.

Maßgebend war das Anschaffungs-, nicht das Erscheinungsdatum.

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LinuxWelt: Verborgene Funktionen unbekannter Tools

Kluge Menschen stehen im Supermarkt am Presseregal und lesen dort ausführlich, was sie dann doch nicht kaufen. Nicht ganz so kluge Menschen wundern sich erst zu Hause …

Nachdem das Cover der Ausgabe 1/2020 der mir bisher unbekannten Zeitschrift LinuxWelt eine Übersicht über „Die besten Linux-Tools“ anpries und zudem auch noch den kompletten Jahrgang 2019 auf beiliegender DVD versprach, durfte die Zeitschrift als Spontankauf mit – vielleicht gibt’s ja tatsächlich noch das ein oder andere sinnvolle Programm, das bisher übersehen wurde.

Das erste Ärgernis fiel zu Hause bereits vor dem Aufblättern auf, denn in der rechten oberen Ecke des Covers wurde ein

18 SEITEN SPEZIAL
Anti-Hacker-Paket
So kommt niemand an Ihre Daten

angepriesen.

Sorry Leute, aber das ist Bauernfängerei der unnötigen Art. Ein einfaches „So kommt man schwerer an Ihre Daten“ wäre ehrlicher gewesen, denn die gezeigten Tips reichen mit großer Wahrscheinlichkeit zwar aus, um neugierige Kumpels, Geschwister, Eltern oder das Scriptkiddie von Nebenan auszusperren, aber ein „Anti-Hacker-Paket“ zu suggerieren, mit dem „niemand“ an die eigenen Daten kommt, ist schlicht unredlich. Würdet ihr das auf 18 Seiten schaffen, müsstet ihr nicht für die IT Media Publishing GmbH & Co. KG arbeiten.

Ein wahrer Traum sind auch die Überschriften, bei denen man nur hoffen kann, daß sie in einer feuchtfröhlichen Redaktionssitzung ausgeknobelt werden (examplarisch meine Lieblinge aus Ausgabe 3/2019 „Linux geheim“):

  • Unbekannte Linux-Funktionen
  • Unbekannte Linux-Tools
  • Verborgene Grub-Funktionen

Der Inhalt passt zum Stil und ist teilweise mehr als fragwürdig. Über den Systemtipp Nr. 6 aus „Die 30 besten Systemtipps“ (Ausgabe 6/2019) sollte man z.B. maximal so lange nachdenken, wie der Weg zum nächsten Papiercontainer dauert:

6. Einfacheres Systempasswort

Wer über sudo das System verwaltet, muss sein Systempasswort sehr häufig eingeben. Komplexe und lange Kennwörter sind eher lästig – und auf einem Desktopsystem auch nicht notwendig.

Wie war das nochmal mit den Anti-Hacker-Tipps …? Achso, die kommen ja erst eine Ausgabe später …