Doppelte Serverzertifikatsvorlage?

Immer wieder schön, wenn der Übersetzer den Kontext des zu übersetzenden Texts nicht kennt. Somit wundert man sich, was man beim Konfigurieren der Serverzertifikatvorlagen mit doppelten Vorlagen soll.

Das englische „Duplicate Template“ klingt da irgendwie einleuchtender …

 

Laufwerke von der Kommandozeile ohne Kennwort einbinden

Normalerweise kann auf einem Linux-System nur root ein Laufwerk auf der Kommandozeile ein- oder aushängen, „normale“ Benutzer verwenden hierfür die benötigten Befehle zusammen mit den sudo-Mechanismus.

Bei der automatisierten Einbindung eines Laufwerks ist es allerdings hinderlich, wenn das „sudo“-Kommando beim Einhängen jedesmal nach dem Kennwort des Benutzers fragt, weshalb mit einer Änderung in der Datei „/etc/sudoers“ die Kennwortabfrage für bestimmte Befehle abgeschaltet werden kann.

Achtung: Änderungen an der Datei „/etc/sudoers“ können neben dem Erzeugen von Sicherheitslücken auch dazu führen, daß man sich selbst aussperrt. Deshalb immer ein zweites Terminalfenster öffnen und mittels

$ sudo -i
[sudo] Passwort für localuser:
root@localhost:~#

parallel als root anmelden. So kann – falls die Datei durch eine Änderung beschädigt wird – jederzeit eingegriffen und die Änderung rückgängig gemacht werden. Auch sollten alle Änderungen ausschließlich mit dem Editor „visudo“ durchgeführt werden, der beim Speichern eine Syntaxprüfung durchführt.

Die Änderung ist schnell gemacht und besteht aus dem Hinzufügen einer einzigen Zeile:

$ sudo visudo

...
%sudo ALL=NOPASSWD: /usr/bin/mount, /usr/bin/umount
...

Hiermit wird für alle Benutzer der Gruppe „sudo“ die sudo-Kennwortabfrage für die beiden Befehle „/usr/bin/mount“ sowie „/usr/bin/umount“ deaktiviert.

 

Wahl der Desktopumgebung

Viele Distributionen setzen GNOME als Default-Desktopumgebung ein, unter Debian schlicht „Debian Desktop Environment“ genannt. Neben GNOME gibt es mit KDE noch eine zweite „große“ Desktopumgebung, welche versucht, für möglichst viele Anwendungsfälle ein eigenes Programm(paket) anzubieten, während mit LXDE, XFCE (und anderen) auch schlanke(re) Alternativen zur Verfügung stehen.

Jede der Umgebungen folgt ihrer eigenen Philosophie, aber während man sich bei der Distributionswahl vorerst für eine Distribution entscheiden muss, können problemlos mehrere Desktopumgebungen parallell installiert und getestet werden.

Schon GNOME und KDE unterscheiden sich in ihrer Grundausrichtung gewaltig: während GNOME dem Prinzip „weniger ist mehr“ folgt und man sich zur stressfreien Nutzung auf die Philosophie einlassen sollte, statt GNOME zu verbiegen, ist KDE mehr an die von Microsoft Windows bekannte Oberfläche angelehnt und bietet Einstelloptionen für fast jeden Pixel auf dem Bildschirm.

Dazu gibt es bei beiden Umgebungen noch eine ganze Reihe von Standardprogrammen, mit ein Grund, weshalb während der Installation des Betriebssystems keine Desktopumgebung ausgewählt wurde.

Bei der nachträglichen Installation kommt der Mechanismus der Metapakete zum tragen, Pakete die dazu dienen, eine Untermenge an logisch zusammenhängenden Paketen zu mit einer einzigen Paketangabe zu installieren. Für viele der Anwendungsfälle gibt es neben dem eigentlichen Metapaket noch ein entsprechendes „…-core“-Paket, welches statt der vollständigen Funktionalität nur die Basisfunktionalität und minimal benötigten Komponenten installiert. Für die GNOME-Desktopumgebung sind dies die beiden Metapakete „gnome“ (rund 1.100 Pakete mit 2.600 MB) und „gnome-core“ (820 Pakete mit 1.500 MB).

Zur Installation genügt ein einfaches

$ sudo apt install gnome-core

Vor einem Neustart des Systems (der einfachste Weg, alle benötigten Dienste für die graphische Anmeldung zu starten) sind allerdings noch ein paar Nacharbeiten notwenig.

NetworkManager

Der für die Konfiguration der Netzwerkumgebung zuständige NetworkManager kümmert sich grundsätzlich nicht um Schnittstellen, welche bereits in der Datei „/etc/network/interfaces“ definiert sind. Da das System ursprünglich ohne GNOME installiert wurde, ist dies aktuell der Fall.

Damit er diese Schnittstellen zukünftig ebenfalls konfiguriert, gibt es zwei Möglichkeiten:

Es kann entweder die Datei „/etc/NetworkManager/NetworkManager.conf“ angepasst werden, wozu im Abschnitt „ifupdown“ der vorhandene Wert der Option „managed“ von „false“ in „true“ geändert werden muss:

$ sudo vi /etc/NetworkManager/NetworkManager.conf
[main]
plugins=ifupdown,keyfile

[ifupdown]
managed=true

Alternativ können alle in der Datei „/etc/network/interfaces“ eingetragenen Netzwerkschnittstellen außer dem internen Loopback-Interface auskommentiert oder gelöscht werden:

$ sudo vi /etc/network/interfaces
# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

source /etc/network/interfaces.d/*

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
# allow-hotplug enp0s25
# iface enp0s25 inet dhcp

Weitere Anpassungen

Eine weitere Nacharbeit ist die (Nach-)Installation des Pakets „alsa-utils“

$ sudo apt install alsa-utils

welches bewirkt, daß die eingestellte Lautstärke innerhalb der Desktopumgebung nach dem nächsten Neustart wieder automatisch eingestellt wird.

Auch wenn die benötigten Sprachpakete für GNOME selbst direkt installiert werden, fehlt das deutsche Sprachpaket für den als Standard installierten Browser Firefox. Ein

$ sudo apt install firefox-esr-l10n-de

löst das Problem. Ebenso sollte man auch gleich die Druckdienste sowie den zueghörigen PDF-Drucker installieren, was ebenfalls schnell erledigt ist:

$ sudo apt install cups cups-pdf

GNOME Dateien (Nautilus)

Manche Dinge sind so offensichtlich, daß man sie leicht übersieht: Eine der irritierendsten Dinge scheint zu sein, daß man nicht mehr mit einem einfachen Rechtsklick ein neues (leeres) Dokument erzeugen kann.

Nachdem man allerdigs den Ordner „Vorlagen“ im „home“-Verzeichnis entdeckt und geöffnet hat, hilft der am oberen Fensterrand eingeblendete Satz

Dateien in diesem Ordner erscheinen im Menü >>Neues Dokument<< als Vorlage.

bei der Erleuchtung. Und tatsächlich: nach einem

$ touch ~/Vorlagen/Neue\ Textdatei.txt

erscheint ab sofort bei jedem Rechtsklick in Nautilus ein Menüpunkt „Neues Dokument“, welcher als Unterauswahl „Neue Textdatei.txt“ anbietet.

Wer die standardmäßig angelegten Verzeichnisse „Bilder“, „Dokumente“, „Downloads“, „Musik“, „Öffentlich“ sowie „Videos“ und „Vorlagen“ nicht benötigt oder gerne an einem anderen Ort haben möchte, kann dies in der Datei „~/.config/user-dirs.dirs“ konfigurieren:

$ vi ~/.config/user-dirs.dirs

# This file is written by xdg-user-dirs-update
# If you want to change or add directories, just edit the line you're
# interested in. All local changes will be retained on the next run.
# Format is XDG_xxx_DIR="$HOME/yyy", where yyy is a shell-escaped
# homedir-relative path, or XDG_xxx_DIR="/yyy", where /yyy is an
# absolute path. No other format is supported.
#
XDG_DESKTOP_DIR="$HOME/Schreibtisch"
XDG_DOWNLOAD_DIR="$HOME/Downloads"
XDG_TEMPLATES_DIR="$HOME/Vorlagen"
XDG_PUBLICSHARE_DIR="$HOME/Öffentlich"
XDG_DOCUMENTS_DIR="$HOME/Dokumente"
XDG_MUSIC_DIR="$HOME/Musik"
XDG_PICTURES_DIR="$HOME/Bilder"
XDG_VIDEOS_DIR="$HOME/Videos"

Hierbei ist zu beachten, daß an dieser Stelle nur Verzeichnisse hinzugefügt oder verschoben werden können. Wird eine Zeile entfernt oder auskommentiert, so wird bei der nächsten Anmeldung der Standardwert aus der Datei „/etc/xdg/user-dirs.defaults“ verwendet.

Soll ein Ordner entfernt werden, so ist der Datei „~/.config/user-dirs.dirs“ des entsprechenden Benutzers der Eintrag

enabled=False

hinzuzufügen. Anschließend kann der Ordner gelöscht werden und wird bei der nächsten Anmeldung nicht wiederhergestellt.

GNOME Shell Extensions

Eine der Möglichkeiten, GNOME anzupassen, sind die sogenannten „Shell Extensions“, welche man entweder über den Paketmanager der Distribution oder direkt von der GNOME-Website installieren kann. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile:

Während man bei der Installation mittels Paketmanager nicht unbedingt die neueste Version erhät und auch auf eine deutlich kleinere Auswahl an Extensions zurückgreifen kann, ist aber sichergestellt, daß die angebotenen Extensions zu der installierten GNOME-Version kompatibel sind. Bei Extensions direkt von der GNOME-Website kann es passieren, daß diese eine neuere GNOME-Version voraussetzen oder von anderen Rahmenbedingungen ausgehen, als sie die installierte Version der Desktopumgebung bietet.

Die Installation ist schnell erledigt, wer sich einen Überblich über die angebotenen Extensions verschaffen möchte, kann dies über die Debian-Paketsuche erledigen.

$ sudo apt install gnome-shell-extension-dashtodock gnome-shell-extension-weather gnome-screenshot

 

 

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Jon Lord – Windows vinyl reissue: a closer look

On September 27, 2019 earMusic will continue the series of Jon Lord vinyl re-releases with “Windows”, an album featuring a cooperation between Jon Lord and conductor and composer Eberhard Schoener. Schoener, who was also involved in progressive rock masterpieces like “The Turn of a Friendly Card” by The Alan Parsons Project may also be known for being the creator of the main theme for the TV series “Derrick“.

“Windows” was recorded live at the Herkulessaal in Munich on June 1st, 1974 as closing performance of the “Prix Jeunesse International” festival under the “Rock meets Classic” banner and was broadcasted by German TV station Bayerischer Rundfunk to a potential audience of 300 million people.

The album consists of two parts, the 18 minute piece “Continuo on B.A.C.H.” and the name-giving 32 minute “Window” (without “s”), both composed by Jon Lord and Eberhard Schoener.

“Continuo on B.A.C.H.” plays with the idea of continuing on “The Unfinished Fugue”, the last part of “The Art of Fugue” by Johann Sebastian Bach and features way more Jazz influences than focussing on Jon Lords hard rock background (as the two predecessors “Concerto for Group and Orchestra” and “Gemini Suite” did) using the orchestra more as soloists than using them in a more conventional rock meets classic way.

The first part of “Window”, called “1st Movement – Renga”, was composed by Eberhard Schoener and starts with a more blues-like feeling featuring the voice of David Converdale, later contrasted by two sproaons, who make this part hard to enjoy in its entirety.

As the name hints, the second part “2nd Movement – Gemini” recycles the vocal section from “Gemini Suite”, likely some sort of compromise because Jon Lord and Eberhard Schoener were running out of time. “Windows” was a contract work for the Bayerische Rundfunk to close the Prix Jeunesse International festival and had to be finished in time.

The closing “3rd Movement – Alla Marcia: Allegro”, composed by Jon Lord reminds of “Gemini Suite” but also includes moments which would later become parts of “Sarabande”, Jon Lords following solo work.

The band consited of Jon Lord on piano, organ and keyboards, his DEEP PURPLE bandmates David Coverdale and Glenn Hughes, both on vocals and Glenn also on bass, Tony Ashton on vocals and keyboard and last but not least SPENCER DAVIS GROUP members Ray Fenwick on guitar and Pete York on drums. The classical section included the Munich Chamber Opera Orchestra conducted by Eberhard Schoener, featuring sopranos Erminia Santi and Sigune von Osten, Günther Salber on violin, and finally well known actor Klaus Löwitsch as narrator.

Sadly the recording doesn’t include leaves out the “Einleitungsfanfare zu Also Sprach Zaratusthra” by Richard Strauss and all narration parts by Klaus Löwitsch without explaination. This might have been because the narration was completely in German and its content hard to guess even for native German speakers. Thanks to Youtube, there is at least a low resolution video of the whole event available for everyone to watch.

While being published on LP in 1974, the first straight-to-CD-transfer of “Windows” was released 1987 by Line Records, followed by a 25th Remastered Anniversary Edition on Purple Records in 1999 and a reissue in 2010. The current vinyl reissue is based on the 2017 CD issue.

Parts of this text were originally published on April 20th, 2017 as “Jon Lord – Windows