Mal wieder eine eher außergewöhnliche Scheibe im Bandcamp gefunden. Nebenbei: für solche Dinge liebe ich das Camp.
Obwohl ich recht viel an sogenannter “Weltenmusik” oder auch “Afro-Beats” höre, war die Truppe neu für mich.
Eine Art von Multi-Kulti-Projekt aus São Paulo in Brasilien, das mit Brazilian-Afro-Vibes den Turbo zündet. Fast schon ein wenig punkig-schräg, pustet die Band ein Sorte Musik ins Ohr, daß einem fast schwindelig wird. Was wohl auch daran liegt, daß in einem gewissen Umfang eine Art von Big-Band-Sound geboten wird. Jedenfalls ist das für mich ein ganz heißes Album, irgendwie “vogelwild” und mit einem Drive, der seinesgleichen sucht. Ich denke, live ist diese Band ein absoluter Hammer…..musikalisches Red Bull oder so.
Ich habe am Freitag, nachdem ich die Info bei Bravewords gelesen hatte, lange gezögert, ob ich das Video anklicken soll oder nicht - hab’s dann doch getan - und war positiv überrascht.
Ich finde wenig langweiliger (deshalb mag ich auch die ganzen Cover-, Tribute- etc-Bands nicht) als 1:1 das Original nachzududeln, denn dann kann ich auch gleich das Original hören.
Body Count haben den Song komplett umgekrempelt und etwas Neues, Eigenes daraus gemacht - eine Tatsache, die David Gilmour zum Mitspielen motiviert hat:
Body Count’s version of ‘Comfortably Numb’ is quite radical, but the words really struck me. It astonishes me that a tune I wrote almost 50 years ago is back with this great new approach. They’ve made it relevant again. The initial contact from Ice-T was for permission to use the song, but I thought I might offer to play on it as well. I like the new lyrics, they’re talking about the world we’re living in now, which is quite scary. [Quelle]
Ob die neue Version von Body Count nun gut oder schlecht ist, liegt in den Ohren eines jeden Hörers. Ich werde mir den Song gerne noch ein paar mal anhören und finde es auch schade, daß es keine “richtige” Single zu gibt. Die hätte ich mir spontan gekauft, auch wenn meine Body Count-Zeit schon lange vorüber ist.
Das Coverpic schaut ja schon mal recht gefährlich aus, aber das trügt dann doch sehr beim Hören des Albums.
Praying Mantis (kannte ich bisher nur dem Namen nach) ist wohl eine Band aus dem großen Dunstkreis des sog. “New Wave of British Heavy Metal”. Die Band hat sein ihrer Gründung so einiges an Irrungen, Wirrungen und Besetzungswechseln hinter sich und ist offenbar bis heute unkaputtbar.
Eigentlich bewegt sich ihr Sound im Bereich des Melodic-Rock, ich höre jedenfalls so gut wie nix, was ich in die Metall-Schublade stecken würde. Aber hier verwischen sich wohl auch mal die Definitionen im Laufe der Jahrzehnte. Musikalisch bietet die Band guten, aber keinen außergewöhnlichen Melodic-Rock.
Ein Markenzeichen sind wohl ihre oft zweistimmigen Gitarrenharmonien und die wirlich starke Stimme des (aktuellen) Frontmannes am Micro….die passt absolut.
Summa summarum: gut hörbares Melodic-Hardrock-Album, das allerdings für mich nicht unbedingt aus der Masse an ähnlichen Bands und Produktionen herausragt, aber auch wiederum keine Füller aufweist.
