Ich denke, dieses Jahr wird musikalisch für mich zu einer Art von Wundertüte quer durch eine Menge Genres.
Das schottische Electronic-Duo Boards Of Canada hat sich 13 ganze Jahre Zeit gelassen, um dieses Jahr ein Inferno loszulassen. Ein Inferno im engen Wortsinne ist es sicher nicht, aber eine Art Inferno der nie ausgehenden Ideen, durch welche dieses Duo schon immer in die Schublade “Progressive Electronic” (mit Recht) geschoben wurde.
Ein Album, für das man fast schon eine eigene metaphysische Ebene kreieren mag. Sehr mythologisch, manchmal sogar ein wenig bedrohlich und eines ganz gewiss nicht: irgendwo und irgendwie langweilig, trotz großer Länge mit 18 Songs.
Man sollte sich das Album entweder mit einem guten Kopfhörer oder aber zumindest an einer sehr ordentlichen Anlage mit sehr ordentlichen Lautsprecherboxen zu Gemüte führen. Dann kann man sich in dieses feine Gesamtpaket regelrecht fallen lassen.
Übrigens im Bandcamp zu hören und zu erwerben.
Mit “Bring Me Silence” wirft Floor Jansens im Januar 2027 erscheinendes Soloalbum “Hytress” nach “Run” bereits den zweiten Schatten voraus. Deutlich metallischer als die Songs auf “Paragon” nähert sich Floor gefühlt wieder Revamp-Zeiten.
Seitdem Don Henley die Antwort “when Hell freezes over” auf die Frage nach einer möglichen Reuion der Eagles gegeben hat, ist der Ausdruck bei vielen Musik-Fans zu einem Synonym für “wird nie passieren” geworden.
Daß manchmal Unmögliches doch möglich wird, haben Deep Purple und Ritchie Blackmore am 12. August 2026 im Jones Beach Theatre, New York bewiesen. Seit dem letzten gemeinsamen Konzert am 17. November 1993 in Helsinki herrschte Funktstille und auch zur Aufnahme in die Rock & Roll Hall Of Fame waren zwar mit David Coverdale und Glenn Hughes zwei ehemalige Bandmitglieder erschienen, das Gründungsmitglied glänzte aber durch Abwesenheit.
Letztendlich war es wohl Ritche Blackmore, der sich bei Ian Gillan nach der Möglichkeit eines gemeinsamen Jams erkundigte. Ian Gillan und die anderen Deep Purple-Mitglieder fanden die Idee offensichtlich gut und so kam es nach 33 Jahren - wenn auch nur für ein gemeinsames “Smoke On The Water” - zu einem gemeinsamen Auftritt, als die Band fast vor Blackmores Haustür spielte.
Ganz hartes Break zu Vanden Plas.
Der Mann ist 93, das hier ist sein Album Nr. 79. Also sowas wie ein Weltrekord, denke ich mal. Nachdenklicher, warmer und in sich ruhender Oldschool-Country-Sound mit einem Willie Nelson, dessen Stimme bemerkenswert frisch und und klar klingt, in dem Alter ein kleines Wunder. Er erfindet sicherlich nicht das Rad der Country-Music neu, aber er legt immer noch die Messlatte für alle Jungspunde in diesem Genre verdammt hoch und so manch einer reißt sie.
Ich habe -man mag es vielleicht nicht glauben- dieses Genre seit etwa 2 Jahren nicht nur entdeckt, sondern bin mittlerweile auch -zugegeben- sowas wie ein Fan. Und wenn die Country-Music solche abgeklärten Ohrenschmeichler der alten Schule noch auf den Markt bringt, bleibt es auch dabei.
Man weiß nicht, wie lange Nelson noch unter uns weilen wird, ich wünsche ihm jedenfalls den Heesters, dann könnte es mit 100 spätestens ein echtes “Alterswerk” geben.
