Was soll man dazu noch sagen, was nicht schon in der Fachpresse (zu Recht) gelobhudelt wurde?
Ein Meisterwerk, ein Ohrenschmaus, Stephan Lill spielt die akustische Gitarre akzentuiert und so fein, als wäre er einer dieser Saitenhexer aus Andalus. Andy Kuntz ist hervorragend bei Stimme und als Highlight wäre da noch eine Frau namens Katri Hiovain-Asikainen, ihres Zeichens sog. “Frontfrau” der finnischen Metal-Band Numento. Ihre Stimme ist hammermäßig, passt hervorragend zu “Healing Tree”, besser und treffsicherer, als jede andere weibliche Stimme aus dem Metal-Bereich.
Bei manchen Bands sind ja “steckerlose” Versionen ihrer Alben oder Songs seit vielen Jahren sehr angesagt, oft gut, manchmal so lala oder auch - wenn nichts anderers einfällt - Lückenfüller in der Discographie. Trifft hier allerdings so ziemlich alles nicht zu, denn dieses Album ist ein ganz dickes musikalisches Ausrufezeichen. Hier hat man eine Menge Hirnschmalz investiert und liefert eigentlich ein ganz eigenständiges Werk ab, welches ältere Songs in wirklich neuem Glanz strahlen lässt und sogar solche Gassenhauer wie “Boat On The River” und “Nothing Else Matters” mehr als nur veredelt.
Das Album ist absolut gesetzt für meine Top 10 in diesem Jahr.
Die offizielle Abstimmung ist vorbei und analog zu den letzten Jahren hatte ich während des Votings meine fünf Favoriten des Abends in Auftrittsreihenfolge notiert. Ebenfalls analog zu den letzten Jahren hat mir die EBU erklärt, daß mein Geschmack auch dieses Jahr nur bedingt Jury- bzw. Massen-kompatibel ist. Immerhin sind - wie 2024 - aber auch zwei meiner Favoriten in der Top 5 vertreten:
- Lavina - Kraj Mene (Serbien, Platz 17)
- Lelek - Andromeda (Kroatien, Platz 15)
- Sal Da Vinci - Per Sempre Sì (Italien, Platz 5)
- Alexandra Căpitănescu - Choke Me (Rumänien, Platz 3)
- Cosmó - Tanzschein (Österreich, Platz 24)
Wirklich schade fand ich das schlechte Abschneiden von “Tanzschein”. Ein netter Retro-Mix, der auf mich wie EAV meets Falco wirkte, für den man aber wohl die NDW noch live miterlebt haben muss.
Abschließend stellt sich noch die Frage: Was sagt es über die Veranstaltung aus, wenn der Pausensong “Black Lilies” von Parov Stelar das komplette Teilnehmerfeld mühelos deklassiert?
Vom 01. bis 03. Mail 2026 fand zum ersten (und hoffentlich nicht zum letzten Mal) im CCR in Ramstein das Empire Of Prog-Festival statt.
An den drei Tagen gab es in entspannter Atmosphäre insgesamt neun Bands zu hören und für mich bis auf die mir bereits bekannten Galahad auch zu entdecken:
- Freitag: Digital Life Projekt / Sammary / Superthousand
- Samstag: Galahad / Chandelier / Elleven
- Sonntag: Franck Carducci & The Fantastic Squad / Dawnation / Flame Drop
Sogar das in Umbaupausen zu erspähende ASUS Backdrop fügte sich harmonisch ins Gesamtbild ein …
… nur die Windows 11-Taskleiste störte etwas den proggigen Gesamteindruck.