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Whiskey Myers - Tornillo

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Für die, welche den Namen noch nie hörten: WHISKEY MYERS ist eine Mischung aus Southern Rock, Americana und Country. Dazu eine kleine Prise Soul und Blues, also eine ziemlich bunte Mischung. Sie stammen (da muss man schon ein wenig lächeln) aus dem Örtchen Palästina (Palestine) in Texas USA.

Im Opener “Tornillo” ertönt erst einmal stilecht eine Mariacchi-Trompete als Intro, danach geht’s mit dem bezeichnenden Song “John Wayne” southernrockig in die Vollen, inklusive prägnanter Harp und ordentlich Gitarrenschmackes. “Antioch” bluest danach so richtig schön erdig-schwer, erinnert ein wenig an ZZ TOP, allerdings mit etwas angezogener Handbremse. Dieser leicht verschleppte Blues tut dem Song allerdings wirklich gut, es muss nicht immer Uptempo sein. “Feets” im Anschluss kommt als astreiner “Roggnroller” daher, macht Spass und lässt die Füße wippen. Mit “For The Kids” darf dann auch noch eine lockere Country-Ballade nicht fehlen, passt gut.

Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches Album, welches immer wieder ein paar kleine Glanzlichter setzt und nie auf der Stelle tritt.


ABBA - The Visitors

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Das zweite meiner Lieblingsalben hat mit dem bereits vor einiger Zeit vorgestellten “The Final Cut” von PINK FLOYD so einiges gemeinsam:

Beide Alben wurden Anfang der 80’er Jahre veröffentlicht und zeigten eine Band im Auflösungsprozess bzw. kurz oder bereits während des Zerfalls, was den meisten Kompositionen und deren Interpretationen eine hörbare Intensität und Endzeitstimmung verpasst. Während sich PINK FLOYD im mehr oder minder offenen Streit noch einmal zusammenrauften um “a Requiem for the post war dream by Roger Waters. Performed by Pink Floyd” einzuspielen, waren auch ABBA am vorläufigen Ende angekommen.

Bereits das Coverphoto - aufgenommen im Freilichtmuseum Skansen, Stockholm - wirkt im Gegensatz zu den fröhlichen Gruppenshots der früheren Jahre überraschend düster und zeigt die am Album beteiligten A, B, B und A nicht als Gruppe, sondern als vier Individuen, die mit deutlichem Abstand voneinander stehen.

Die privaten Beziehungen innerhalb der Band (Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus sowie Anni-Frid Lyngstad und Benny Anderson) waren zerbrochen und auch wenn die Benny Anderson und Björn Ulaveus weiter im Studio zusammen an den Songs feilten, ist bereits beim ersten Hördurchlauf auffällig, daß im Gegensatz zu früheren Alben die Gesangsparts weitestgehend zwischen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad aufgeteilt sind und gemeinsame Teile die Ausnahme bilden.

Verflogen ist die Leichtigkeit und teils schon überzogene Fröhlichkeit der früheren Werke, die vor allem deshalb nur selten den Weg in meinen Player finden. Ganz anders “The Visitors”, das die Themen Abschied, Trennung, Angst vor einem Krieg und auch vor staatlicher Repression verarbeitet und den Hörer - ähnlich wie “The Final Cut” - von der ersten Sekunde an packt und berührt. Die Musik ist ruhiger und düsterer als auf den Vorgängeralben, eine der üblichen Gute-Laune-Uptempo-Nummern sucht man hier vergeblich. Besonders “When All Is Said And Done” wirkt bereits im Titel wie ein deutlicher Fingerzeit auf das bevorstehende Ende der Band, ein Eindruck, der beim Hören des von Anni-Frid Lyngstad sehr intensiv vorgetragenen Textes noch verstärkt wird.

Beim Kauf der CD sollte man darauf achten, gebraucht eine gut erhaltene frühe Pressung von “The Visitors” zu erwischen, die seinerzeit mit viel Liebe zum klanglichen Detail als eines der ersten Referenzprodukte für das neue Medium Compact Disc veröffentlicht wurde.

Nur wegen der Bonustracks gehören hingegen die Veröffentlichungen ins Regal, auf dem “Remastered” steht. Waren bereits die 2007’er Remasters im Westentlichen durch den Einsatz von viel zu viel Dynamikkompression geprägt, wurden die 2012’er Remasters noch um ein paar Dropouts bereichert - klanglich gesehen: Finger weg!


Suckerpunch - Redneck Gasoline

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Suckerpunch. Nach was hört sich das an? Und erst “Redneck Gasoline”, das Coverpic, mehr Wink mit dem Zaunpfahl geht eigentlich nicht. Und dabei kommt die Band aus Dänemark, man glaubt es kaum, wenn man hört, was die so fabrizieren.

Das Album: Hardrock der Marke “Kick Ass” mit ordentlich Blues-Würze und diesem gewissen Route 66 – Feeling. Eigentlich braucht man sonst wirklich nicht viel zu sagen oder zu schreiben. Die Songs gehen ab wie Schmitts berühmte Katze und gehören im Frühling und Sommer auf jeden USB-Stick im Auto. Geile Gitarrenriffs, rotziger Rock & Blues, die Stimme des Mannes am Micro klingt nach viel Alkohol und etlichen Gramm Tabak. Wer ZZ Top mag und dazu noch Oldschool Hardrock, ist hier bestens bedient.

Es gibt kaum ein Album, zu dem man so wenig schreiben oder sich aus den Fingern saugen kann, wie dieses. Mit 2 oder 3 Sätzen ist alles gesagt, alles weitere wäre nur noch Schreibgelaber.


Oceans of Slumber - Starlight And Ash

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Was ist los im Ocean des Schlummer(n)s? Es dauert doch wirklich bis zum 4. Track “Red Forest Roads”, bis die Wellen beginnen, sich zumindest im Ansatz zu türmen. Wo sind die Tempiwechsel, der Bombast der letzten Alben? Und vor allem: wo sind all die Anleihen aus mindestens einem halben Dutzend diverser Metal-Subgenres, des Blues, des Soul und des wasweißichnichtnochalles?

Dieses Album bietet eine echte Überraschung, denn die Band kann wohl nicht nur anders, sondern auch richtig gut anders. Bei manch einem Track kommt es mir vor, als wäre das Album sowas wie ein “chilliges” Projekt mit dem Anspruch: wir können auch lockeres und nicht ganz so dolles Drama und lassen die hohe Kunst des gepflegt-gehobenen Songwritings hochleben.

Insgesamt gefällt mir dieses “wir lassen es mal ruhiger angehen” sehr sehr gut. Alle Songs sind im Fluß, man kann -gegenüber den vorigen Alben- auch beim Hören mal einen Gang runterschalten und die Ohrmuscheln ein wenig baumeln lassen.

Und was noch hinzu kommt: die (tolle) Stimme von Cammie Gilbert kommt sehr prägnant zur Geltung. Ich mag diese Stimme, sie könnte (wenn sie denn wollte) auch auf den Äckern von Blues und Soul eine gute Figur machen. Ob es jedoch unbedingt diese Version von “House Of The Rising Sun” auch noch gebraucht hätte, mag jeder für sich entscheiden.


Six By Six - Six By Six

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Ian Crichton (SAGA), Nigel Glockner (SAXON) und Robert Berry (Emerson / Palmer) - diese Mischung zündet einfach. Herrlich oldschool und richtig fett nach SAGA, dazu ein sehr druckvolles Drumming. nur die Keyboards bleiben sehr im Hintergrund.

Auf jeden Fall ist es ein Power-Album, ab und an geht es vielleicht ein wenig zu sehr in Richtung „Prog-Pop“, was aber kein echtes Problem ist und der dominierenden SAGA-Attitüde geschuldet sein dürfte. Was aber beeindruckt, sind die doch recht vielen Windungen und Wendungen, die satten Melodien, diese gewisse Abgeklärtheit der drei Protagonisten, die genau wissen, daß sie zu den großen Hausnummern im Prog-Rock gehören. Hinzu kommt, daß Berry den Gesangspart wirklich mehr als ordentlich meistert, seine Stimme passt wie die berühmte Faust aufs Auge.

Ich denke nicht, daß es in diesem Falle vermessen wäre, von einer neuen Supergroup zu reden, trotz manchmal etwas vorschnellem oder auch inflationärem Gebrauch dieser Bezeichnung. Die spannende Frage aber ist die, ob dieses Power-Prog-Rock-Konzept inklusive der SAGA-Dominanz für ein weiteres Projekt der drei doch schon etwas gesetzteren Herren taugt.