Presse

Die Stimme zum Rauch auf dem Wasser

12. Februar 2026 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

Anlässlich des 60. Geburtstags von Ian Gillan erschien am 12. August 2005 in der Zeitung “Die Rheinpfalz” folgender Artikel, dessen Originallayout ich für die Darstellung hier im Blog von vertikal auf horizontal geändert habe. Auch habe ich aus urheberrechtlichen Gründen alle Passagen, die nicht zum Verständnis des Eintrags hier notwendig sind, unkenntlich gemacht.

Scan Rheinpfalz 12.08.2005

So schön ich die Tatsache als solche auch fand - schon beim ersten Überfliegen sprangen mir direkt einige Fehler ins Auge, zu denen sich bei einem zweiten Durchgang noch ein paar weitere hinzugesellten.

Also schrieb ich der Redaktion am 16. August 2005 folgenden besserwisserischen Leserbrief:

Liebe Rheinpfalz,

zuerst Mal vielen Dank für den Artikel über Ian Gillans Geburtstag, in den sich aber leider ein paar falsche Angaben eingeschlichen haben:

Das Casino in Montreux fing bereits während des Auftritts von Frank Zappa an zu brennen, als ein Zuschauer eine Leuchtpistole abfeuerte.

Tony Edwards war nie Bandmitglied bei DEEP PURPLE, er war der erste Manager der Band. Das zusammen mit Nick Simper ausgestiegene Bandmitglied heißt Rod Evans.

Ian Gillan hatte mit der Verfilmung von “Jesus Christ Superstar” nichts zu tun. Er war der Jesus der Original(ton)aufnahme 1970, hat die Teilnahme am Film, erschienen 1973, aber abgelehnt um mit DEEP PURPLE zu touren.

In Sachen Jazzplatten ist die Zählung sicherlich schwieriger, prinzipiell war es aber nur eine, die u.a. eine Neuaufnahme von “Child in Time” enthielt. Die späteren Alben sind eindeutig in die Kategorie “Rock” einzuordnen.

Bei BLACK SABBATH war Ian Gillan der Ersatz für Ronnie James Dio, der bereits 1979 den Sängerposten von Ozzy Osbourne übernommen hatte.

Ian Gillan trennte sich zwar 1989 von DEEP PURPLE, kehrte aber nicht ein Jahr später sondern erst im Sommer 1992 zur Band zurück.

Auf “Bananas” gibt es kein Duett, es gibt nur erstmals bei DEEP PURPLE deutlich hörbaren weiblichen Backgroundgesang. Seine ersten Duette fanden bei EPISODE SIX zwischen 1965 und 1968 zusammen mit Sheila Carter-Dimmock statt, also noch bevor er Mitglied bei DEEP PURPLE wurde.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Thul

Nachdem ich die Hoffnung auf eine Reaktion (geschweige denn einen Abdruck) schon fast aufgegeben hatte, kam am 9. September doch tatsächlich eine Reaktion:

Ihr Leserbrief vom 16.8.2005

Sehr geehrter Herr Thul,

wir danken Ihnen für Ihr Schreiben vom 16.8.2005. Ihre Ausführungen haben wir mit Interesse zur Kenntnis genommen. Da uns jede Woche im Schnitt mehrere hundert Leserbriefe erreichen, uns aber nur ein begrenzter Platz für Leserbriefe zur Verfügung steht, können wir immer nur eine Auswahl veröffentlichen. Wir bemühen uns dabei, Zuschriften zu möglichst vielen Themen unterzubringen und zugleich einen repräsentativen Querschnitt der Themen abzubilden, die unsere Leser besonders stark bewegen. Vor diesem Hintergrund kann eine Veröffentlichung grundsätzlich nicht garantiert werden.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis, dass wir Ihren Brief diesmal leider nicht veröffentlichen konnten. Sie dürfen aber versichert sein, dass Ihre Gedanken und Anregungen für uns wichtig und informativ sind. Jeder Brief geht in Kopie der Redaktion zu, die das darin angesprochene Thema bearbeitet. Lesermeinungen gehen somit also nicht verloren . Deshalb möchten wir uns für Ihren Beitrag bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

P____ K_____________

Ist ja schön, daß meine “Gedanken und Anregungen” für die Redaktion “wichtig und informativ” sind - ich persönlich hätte allerdings etwas mehr erwartert. Wobei es mir weder um Ian Gillan noch um meinen Brief als solchen geht.

Bleibt nur zu hoffen, daß bei anderen Artikeln die hoffentlich irgendwie vorhandene Qualitätskontrolle besser funktioniert …

Ursprünglich am 21.11.2007 veröffentlicht, fehlte dieser Beitrag bisher im Blog.

Der Papst ist tot, aber ein McSmart Snack geht immer!

03. Mai 2025 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Ein “schönes” Beispiel für deplazierte Werbung bei Spiegel online:

Papst Franziskus ist tot - McSmart Snacks? Geht immer!

McDonalds “McSmart Snacks? Geht immer!” umrahmt von der Eilmeldung “Papst Franziskus ist tot”. Mir stellt sich die Frage, ob die Plazierung wirklich so im Sinne des Auftraggebers ist (der dafür ja schließlich auch noch bezahlt) oder ob man vielleicht manchmal als Redaktion manuell eingreifen sollte, um Werbeblöcke zu deaktivieren.


Inflation der Eilmeldungen

06. September 2024 · IMHO · andreas · 2 Kommentare

Wenn mir in letzter Zeit bei fast allen Nachrichtenportalen etwas unangenehm auffällt, dann ist es der inflationäre Gebrauch von Eilmeldungen.

Eine Eilmeldung sollte m.E. dann verwendet werden, wenn ein Ereignis eintritt, dessen Relevanz oder Auswirkung so groß ist, daß eine möglichst zeitnahe Information mehr oder minder zwingend notwendig wird.

Die Wikipedia definiert eine Eilmeldung wie folgt:

Die Eilmeldung ist eine Nachricht von Vorrangcharakter und zeichnet sich durch gesteigerten Nachrichtenwert aus. Ihnen liegen häufig Naturkatastrophen, Kriegsausbrüche, Terroranschläge oder sonstige überraschende Ereignisse von großer Bedeutung zugrunde. Quelle

Stattdessen wird die Funktion inzwischen oft als eine Art Aktualisierungsticker verwendet, was besonders in Fällen wie dem hier gezeigten unangenehm auffällt:

Eilmeldungen

So sehr es mich für Lukas Märtens auch freut, aber hat die Nachricht, daß ein Sportler bei einem Sportwettbewerb einen Preis gewinnt tatsächlich Vorrangcharaker und zeichnet sie sich durch einen gesteigerten Nachrichtenwert aus? Die relevante Zielgruppe wird das Ereignis sowieso live verfolgt haben und für den Rest der Welt reicht es vollkommen, die Information zu einem späteren Zeitpunkt zu erhalten.

Vor allem in Kombination mit der direkt darunter plazierten Nachricht über den Tod von mindestens zehn Menschen wirkt das Sportereignis als Eilmeldung noch deplatzierter.


Donald Trump und der verschwundene Vorsprung

29. Juli 2024 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Gestern war im Spiegel Online-Beitrag “Trump provoziert mit Äußerung zu Wahl in vier Jahren” folgendes zu lesen:

Jüngste Meinungsumfragen zeigen, dass Trumps deutlicher Vorsprung vor Biden weitgehend verschwunden ist, seit sich die Demokraten hinter Harris als wahrscheinlicher Präsidentschaftskandidatin versammelt haben.

Müsste sich mit Joe Bidens Verzicht auf die Kandidatur der Vorsprung von Donald Trump auf ihn nicht vergrößert haben statt zu verschwinden?

Da Joe Biden maximal auf handgemalten Wahlzetteln stehen wird, kann ihn voraussichtlich auch niemand legal wählen. Somit entspricht der Vorsprung von Donald Trump vor Joe Biden exakt der Anzahl der Stimmen, die Donald Trump bei der Wahl erhält.


Schlagzeilen

25. Dezember 2021 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Spiegel Online am 19.12.2021:

Ohne Worte …