Technik

Wenn "partialCached" Zeit spart und Nerven kostet

20. November 2025 · Programmierung · andreas · Kein Kommentar

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und so habe ich die Tage einiges an Nerven (und auch Zeit) investiert, um herauszufinden, warum das Partial, welches für die Einbindung des Footers dieser Website zuständig ist, “.IsHome” so überhaupt nicht auswerten wollte.

Alle möglichen und unmöglichen Tricks über temporäre Variablenzuweisungen führten nicht zum gewünschten Ergebnis und wie so oft half eine Pause und anschließend ein frischer Blick auf den Code:

baseof.html
... {{- partialCached "page-footer.html" . -}} ...

Das Partial “page-footer.html” war mittels der Funktion “partialCached” eingebunden, da der Footer rein statisch ist und somit nicht für jede Seite neu erzeugt werden muß. Dies bewirkt “leider” auch, daß der Wert von “.IsHome” nur bei der ersten Erstellung ermittelt und der ermittelte Wert anschließend auf allen weiteren Seiten verwendet wird.

Nach der Änderung von “partialCached” zu “partial” wurde “.IsHome” auch wie erwartet ausgewertet.


Cyberpunk 2077: Phantom Liberty - wenn Skripting die Immersion (zer)stört

09. November 2025 · Spiele · andreas · 2 Kommentare

Spiel-Designer haben eine schwierige Aufgabe: in einer glaubwürdigen Welt für die Spieler herausfordernde - und gleichzeitig schaffbare - Aufgaben zu entwickeln, die im besten Fall auch noch originell und spannend sind.

In der Regel wird hierzu auch auf geskriptete Ereignisse zurückgegriffen, d.h. sobald der Spieler eine für ihn unsichtbare Linie in der Spielwelt überschreitet, wird ein Ereignis oder eine Reihe von Ereignissen ausgelöst. Was in räumlich begrenzten Spielwelten wie z.B. den engen Korridoren von Doom hervorragend funktioniert, wird umso schwieriger, je offener die Spielwelt wird.

Cyberpunk 2077: Phantom Liberty Screenshot

Ein unschönes Beispiel, was passieren kann, wenn Spieler sich frei bewegen (können) zeigt eine der ersten Missionen “Spider and the Fly” aus dem Cyberpunk 2077-Addon “Phantom Liberty”, in deren Verlauf bei Annäherung an eine Straßenschlucht die Aufgabe

Reach the building while avoiding the patrols

gestellt wird.

Solange sich der Spieler an den wohl geplanten Weg hält, ist alles bestens: in der zu überquerenden Straßenschlucht stehen einige Wachen herum, ein Mech ist als Aufpasser zugegen und es kommen aus dem rechten Bereich immer wieder Patrouillenfahrzeuge entlang der Straße, welche die Aufgabe erschweren.

Nutzt man aber die Möglichkeiten der offenen Spielwelt und versucht, den Bereich von einem angrenzenden Gebäude aus vorab zu entschärfen, so wird der Eindruck einer lebendigen Welt schnell zerstört:

Cyberpunk 2077: Phantom Liberty Screenshot

Nicht nur, daß die Fahrer der Patrouillenfahrzeuge ab und an so dämlich sind und schwungvoll in den eigenen Mech krachen - wenn die zum Fahrzeug gehörenden Wachen aussteigen und man diese z.B. als Netrunner mit einem Hack auschaltet, so löst sich das Fahrzeug nach einigen Sekunden sichtbar in Luft auf, nur um anschließend wieder vom (aus der Screenshot-Perspektive) hinteren Bildschirmrand erneut um die Ecke zu kommen.

Keine Ahnung, ob sich die Sequenz beliebig oft wiederholen lässt - ich habe nach ein paar Runden meine Idee enttäuscht zu den Akten gelegt und bin wie offensichtlich vorgesehen ohne weitere Vorbereitung durch die Straßenschlucht geschlichen.


Urlaubsimpression XV

27. Oktober 2025 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar
Fahrgastinfo

Ungewöhnliche Fahrgastinformationen in Rouen: statt dem nächsten Halt und der aktuellen Fahrzeit gibt es die aktuelle IP-Adresse und noch ein paar zusätzliche technische Details zum Nahverkehrsbus der Transports en commun de l’agglomération rouennaise (TCAR) - touristenfreundlich in deutscher Sprache.


Wann wurde ein Linux-System installiert?

26. September 2025 · Betriebssysteme · andreas · Kein Kommentar

Bein Verfassen des Beitrags “Sechs Jahre Debian” stellte sich die Frage, wie der Installationszeitpunkt eines Linux-Systems herauszufinden ist. Die einfachste Variante ist wahrscheinlich der Befehlt “stat /”, welcher in der Ausgabe-Zeile “Geburt …” die gewünschte Information anzeigt:

$ stat / ... Geburt: 2012-12-07 16:38:15.000000000 +0100

Handelt es sich um ein Debian-basiertes System, so kann der Blick in das Verzeichnis “/var/log/installer/” ein paar zusätzliche Informationen liefern:

# ls -l /var/log/installer/ insgesamt 664 drwxr-xr-x 2 root root 4096 7. Dez 2012 cdebconf -rw-r--r-- 1 root root 29916 7. Dez 2012 hardware-summary -rw-r--r-- 1 root root 153 7. Dez 2012 lsb-release -rw------- 1 root root 253070 7. Dez 2012 partman -rw-r--r-- 1 root root 54941 7. Dez 2012 status -rw------- 1 root root 327412 7. Dez 2012 syslog

Die Datei “lsb-release” gibt hierbei auch Informationen zum verwendeten Installationsmedium:

/var/log/installer/lsb-release
DISTRIB_ID=Debian DISTRIB_DESCRIPTION="Debian GNU/Linux installer" DISTRIB_RELEASE="7.0 (wheezy) - installer build 20121114" X_INSTALLATION_MEDIUM=cdrom

Sechs Jahre Debian

13. September 2025 · Betriebssysteme · andreas · Kein Kommentar

Seit mehr als sechs Jahren ist hier auf den Desktop-Systemen Debian Linux im Einsatz und das Fazit aus “Debian - ein Erfahrungsbericht” hat sich nicht geändert:

Debian is a bit boring in a good way.
Quelle

Installieren, konfigurieren und anschließend die Kiste einfach für das verwenden, für was sie angeschafft wurde - ohne sich ständig mit dem Unterbau beschäftigen zu müssen - für manche(n) pure Langeweile, für mich genau die richtige Wahl.

Eines der Argumente, die gegen Debian Stable auf dem Desktop immer wieder aufgegriffen werden ist die “alte” Software. Hier gabelt sich der Weg zwischen Aktualität und Stablilität, denn wenn während Rolling-Release-Distributionen neue Pakete direkt verteilen, sobald sich die Versionsnummer ändert, so erfolgt bei Debian der Wechsel ungefähr alle zwei Jahre.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es Software, die schon einige Wochen oder Monate in Testzyklen vebracht hat und deren Versionsnummer(n) natürlich zum Release-Zeitpunkt ggf. bereits hinterherhinken. Dafür steigt die Wahrscheinlichkeit, daß die meisten schwerwiegenden Bugs gefunden und behoben wurden und man mit dem Upgrade wieder eine stabile Systembasis für die nächsten Jahre erhält.

Sollte tatsächlich einmal eine aktuellere Version einer Software benötigt werden, so hilft ein Blick in die Backports, in denen für die aktuelle Stable-Version rückportierte Versionen aus “Testing” angeboten werden.

Die bisherigen Upgrades liefen probemlos, trotzdem kann vor einem Systemupgrade ein Blick in die Release-Notes (hier insbesondere in die Upgrade-Hinweise) nicht schaden, genauso wie auch in die Liste der möglichen Probleme. Ab und an fällt ein Paket weg, das man vielleicht selbst noch verwendet oder es kommt zu einem größeren Umbau - dann schadet es nicht, sich vorher darüber bewusst zu sein.

Im Desktop-Umfeld habe ich bisher nur den Wechsel BusterBullseyeBookwormTrixie hinter mich gebracht, aber der älteste von mir betreute produktive Server zeigt als Installationsdatum den 07. Dezember 2012 an, damals installiert auf Basis des “Testing”-Releases von Debian Wheezy.

Durch den Sprung von rund zwei Jahren ändert sich natürlich mit dem Upgrade so einiges bei der eingesetzten Software, was an und an zu Nacharbeiten führt. Beim für diesen Blog eingesetzten Static Site Generator Hugo sprang die Software-Verion z.B. von 0.111 auf 0.131, was natürlich einige Nacharbeiten mit sich brachte. Auf der anderen Seite kann man anschließend wieder zwei Jahre bis zum nächsten Wechsel arbeiten und hat “Breaking Changes” nicht alle paar Wochen oder Monate als Überraschungspaket.

Als Grundausstattung kommt zum Großteil nur zur Distribution gehörende Software zum Einsatz, lediglich drei Fremdprogramme sind installiert: Sublime Text (das als native Linux-Version existiert) sowie Adobe Photoshop CS5 und Exact Audio Copy (die Dank Wine ihre Arbeit auch klaglos verrichten).

Auch in Sachen Spiele ist Dank GOG und Steam so einiges möglich, wobei auf Grund der Tatsache, daß unter dem Schreibtisch ein Mini-PC steht, nur moderat grafiklastige Software zum Einsatz kommt.

In Sachen Hardware gab es bisher auch noch keine Enttäuschung: egal, ob die Cherry-Tastatur, die Logitech Funkmaus oder die mittels Daisy-Chaining angebundenen Bildschirme: alles läuft problemlos.

Da kann man eigentlich nur einen großen Dank an das gesamte Team aussprechen und ab und an auch eine Spende nicht vergessen!