Technik

Kingdom Come Deliverance: A Woman's Lot - Frustreiche Spielzeitverlängerung

20. August 2026 · Spiele · andreas · Kein Kommentar

DLCs sind eine Wundertüte: von kosmetischen Änderungen oder zusätzlichen Items bis hin zu einem “Blood & Wine”, welches das Hauptspiel “The Witcher 3” fast in den Schatten stellt, ist vieles denkbar und möglich.

Theresa

Auch die Erweiterung “A Woman’s Lot” für Kingdom Come Deliverance klingt nach einer guten und interessanten Idee: den Überfall auf Skalitz nicht nur aus der Sicht von Henry, sondern auch aus der Perspektive seiner Retterin Theresa zu erleben.

Leider machen aber das seltsame Speichersystem in Zusammenarbeit mit nur wenigen und schlech gewählten Speicherpunkten sowie künstlich erschwerten Quests das Erlebnis eher zum frustigen Erlebnis - hier einige Beispiele:

Die Quest “Ties that bind” beinhaltet neben einer Suche nach Verbandsmaterial auch die Aufgabe, 10 Merigold-Pflanzen zu beschaffen. Theoretisch kein Problem, allerdings hat man für diesen Questabschnitt offensichtlich die Generierung dieser Pflanzenart im Questgebiet künstlich eingeschränkt, so daß diese nur an einer im Dunkeln eher mühsam auffindbaren Stelle überhaupt wachsen, was zu Threads wie “A Woman’s Lot - Did anyone manage to find the plant Marigold?” führt.

Theresa and Samuel during 'Ties that bind'

Theoretisch hat Theresa einen Begleiter namens Tinker, der oft stört um dann nicht da zu sein, wenn man ihn brauchen würde. Hat man Tinker im falschen Moment einen “Stay!"-Befehl gegeben, so führt bei der Quest “Aftermath” eine automatisch getriggerte Schnellreise mit Holba zurück in Richtung Skalitz, während der Hund weiterhin am Startpunkt verweilt - nur um in Zwischensequenzen dann doch wieder mit Theresa durch’s Bild zu streifen.

Die Nebenquest “Angel Of Mercy” ist viergeteilt. Während der Abschnitt rund um Julian eher einen “Wie, das war’s schon?"-Moment beschert, sind bei Jarmila und Stanislav jeweils angriffslustige NPCs unterwegs. Warum hier zwischen den Lösungen der Teilaufgaben und auch nach Questabschluss keine automatische Speicherung erfolgt, wissen hoffentlich wenigstens die Entwickler.

Dazu kommen noch viele Kleinigkeiten wie z.B. grundsätzlich fehlende Schnellreisemöglichkeiten, die fehlende Möglichkeit zum Kleidungswechsel oder selbst nach dem Überfall auf Skalitz keine Möglichkeit, ein Pferd benutzen zu dürfen.

Alles in allem fühlt sich “A Woman’s Lot” massiv nach einer vergebenen Chance und nach einem Versuch an, mittels künstlich errichteter Barrieren und Schwierigkeiten eine möglichst hohe “Spieldauer” zu konstruieren.


Quake unter Linux

05. August 2026 · Spiele · andreas · Kein Kommentar

Zum 30. Geburtstag war es mal wieder Zeit, eine Runde durch das “originale” Quake zu drehen.

Quake!

Obwohl zwischenzeitlich eine überarbeitete PC-Version veröffentlicht wurde, ist diese leider nur für Windows erschienen. Da aber der Quellcode des originalen Quake von id Software als Open Source freigegeben wurde, kann man zum nativen Spielen unter Linux glücklicherweise auf verschiedene Engines in den Distributionsquellen zurückgreifen. Eine Darstellung recht nah am Original liefert das Paket quakespasm, welches in den Debian-Quellen enthalten ist:

QuakeSpasm is a Unix-friendly Quake engine based on the SDL port of the popular FitzQuake. It includes some new features, important fixes, and aims for portability and correctness.

Wer das Rundum-Sorglos-Paket möchte, kann das Paket “quake” installieren, welches auch gleich den “game-data-packager” mitinstalliert. Dieser schnürt für eine ganze Reihe von Spielen mehr oder minder vollautomatisch aus bereits vorhandenen Spiel-Installationen oder Original-CDs die benötigten Datenpakete.

Wer möchte, kann aber auch mit Hilfe einer Minimalinstallation und ein paar Befehlen auf der Kommandozeile eine spielfähige Installation erstellen.

Sollte man das Original-Spiel nicht oder nicht mehr besitzen, so gibt es mehr oder minder regelmäßig bei GOG.com für wenig Geld die Originalversion zu erwerben.

Die Installation der Engine erfolgt durch das Paket “quakespasm”:

$ sudo apt install quakespasm

Anschließend kann mit Hilfe von “innoextract” das Installationspaket entpackt werden

$ sudo apt install innoextract $ innoextract setup_quake_the_offering_2.0.0.6.exe Extracting "Quake - The Offering" - setup data version 5.5.0 (unicode) ... - "app/id1/config.cfg" - overwritten - "app/id1/autoexec.cfg" - "app/id1/PAK0.PAK" - "app/id1/PAK1.PAK" ... Done.

Standardmäßig sucht QuakeSpasm die Spieldateien in einem Verzeichnis “id1” im Benutzerverzeichnis.

$ /usr/games/quakespasm Command line: /usr/games/quakespasm Found SDL version 2.32.4 Detected 12 CPUs. Initializing QuakeSpasm v0.96.3 Host_Init Playing shareware version. ERROR-OUT BEGIN QUAKE ERROR: W_LoadWadFile: couldn't load gfx.wad Basedir is: /home/andreas Check that this has an id1 subdirectory containing pak0.pak and pak1.pak, or use the -basedir command-line option to specify another directory.

Wer die Dateien lieber an einer anderen Stelle in Dateisystem ablegen möchte, kann dies ebenfalls tun und muß den Aufruf des Clients um den Parameter “-basedir” ergänzen:

$ mkdir /<PFAD>/Quake $ cp -r --preserve=timestamps app/id1 /<PFAD>/Quake $ cp -r --preserve=timestamps app/hipnotic /<PFAD>/Quake $ cp -r --preserve=timestamps app/rogue /<PFAD>/Quake $ cp --preserve=timestamps app/goggame-1435828198.ico /<PFAD>/Quake $ /usr/games/quakespasm -basedir /<PFAD>/Quake

Obwohl der Pfad stimmt, scheitert der Aufruf allerdings erneut mit einem Fehler:

Check that this has an id1 subdirectory containing pak0.pak and pak1.pak, or use the -basedir command-line option to specify another directory.

Der Grund hierfür ist, daß Linux im Gegensatz zu Windows bei Dateinamen zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet und “pak0.pak” sowie “pak1.pak” nicht gefunden werden, da sie als “PAK0.PAK” und “PAK1.PAK” auf der Festplatte liegen. Wenn man dies korrigiert, kann auch gleich der nicht benötigte Ordner “glquake” entsorgt werden.

$ mv /<PFAD>/Quake/id1/PAK0.PAK /<PFAD>/Quake/id1/pak0.pak $ mv /<PFAD>/Quake/id1/PAK1.PAK /<PFAD>/Quake/id1/pak1.pak $ rm -r /<PFAD>/Quake/id1/glquake

Um das Starten komfortabler zu gestalten, fehlt noch eine “.desktop”-Datei:

.local/share/applications/Quake.desktop
[Desktop Entry] Type=Application Encoding=UTF-8 Name=Quake Exec=/usr/games/quakespasm -basedir /<PFAD>/Quake Icon=/<PFAD>/Quake/goggame-1435828198.ico Terminal=false Categories=Game

In dem von GOG vertriebenen Paket sind auch die beiden Erweiterungen “Quake Mission Pack I: Scourge of Armagon” (von Hipnotic Interactive) sowie “Quake Mission Pack II: Dissolution of Eternity” (von Rogue Entertainment) enthalten, deren Aufruf jeweils mit einem entsprechenden Parameter erfolgt:

/usr/games/quakespasm -basedir /<PFAD>/Quake -hipnotic /usr/games/quakespasm -basedir /<PFAD>/Quake -rogue

Musik

GOG liefert auch die Images der originalen CDs mit, jeweils als Kombination aus “cue” und “bin”-Datei. Damit die Musik innerhalb des Spiels verwendet werden kann, müssen die Audio-Tracks aus den Images extrahiert werden, was am einfachsten mit bchunk funktioniert, welches ebenfalls in den Debian-Quellen vorhanden ist.

$ sudo apt install bchunk

Nach der Installation wird dann zuerst die Musik des Hauptspiels extrahiert. Die Musik beginnt immer bei Track 2, Track 1 enthält den Datenteil der Original-CD:

$ bchunk -w game.gog game.cue track ... Writing tracks: 1: track01.iso 117/117 MB [********************] 100 % 2: track02.wav 52/52 MB [********************] 100 % 3: track03.wav 24/24 MB [********************] 100 % 4: track04.wav 84/84 MB [********************] 100 % 5: track05.wav 61/61 MB [********************] 100 % 6: track06.wav 75/75 MB [********************] 100 % 7: track07.wav 87/87 MB [********************] 100 % 8: track08.wav 56/56 MB [********************] 100 % 9: track09.wav 65/65 MB [********************] 100 % 10: track10.wav 36/36 MB [********************] 100 % 11: track11.wav 52/52 MB [********************] 100 %

Anschließend werden die Audio-Dateien in das noch anzulegende Unterverzeichnis “music” kopiert, wo sie dann automatisch verwendet werden:

$ mkdir /<PFAD>/Quake/id1/music $ mv *.wav /<PFAD>/Quake/id1/music $ rm *.iso

Die Musik zur Erweiterung “Scourge Of Armagon” ist in den Dateien “gamea.cue” / “gamea.gog” enthalten und muß in ein Unterverzeichnis des “hipnotic”-Ordners:

$ bchunk -w gamea.gog gamea.cue track ... Writing tracks: 1: track01.iso 58/58 MB [********************] 100 % 2: track02.wav 32/32 MB [********************] 100 % 3: track03.wav 32/32 MB [********************] 100 % 4: track04.wav 30/30 MB [********************] 100 % 5: track05.wav 32/32 MB [********************] 100 % 6: track06.wav 32/32 MB [********************] 100 % 7: track07.wav 31/31 MB [********************] 100 % 8: track08.wav 30/30 MB [********************] 100 % 9: track09.wav 30/30 MB [********************] 100 % $ mkdir /<PFAD>/Quake/hipnotic/music $ mv *.wav /<PFAD>/Quake/hipnotic/music $ rm *.iso

Die Musik zur Erweiterung “Dissolution Of Eternity” ist in den Dateien “gamed.cue” / “gamed.gog” enthalten und muß in ein Unterverzeichnis des “rogue”-Ordners:

$ bchunk -w gamed.gog gamed.cue track ... Writing tracks: 1: track01.iso 68/68 MB [********************] 100 % 2: track02.wav 32/32 MB [********************] 100 % 3: track03.wav 31/31 MB [********************] 100 % 4: track04.wav 31/31 MB [********************] 100 % 5: track05.wav 31/31 MB [********************] 100 % 6: track06.wav 33/33 MB [********************] 100 % 7: track07.wav 30/30 MB [********************] 100 % 8: track08.wav 31/31 MB [********************] 100 % 9: track09.wav 31/31 MB [********************] 100 % $ mkdir /<PFAD>/Quake/rogue/music $ mv *.wav /<PFAD>/Quake/rogue/music $ rm *.iso

Quakespasm unterstützt verschiedene Audioformate - wer ohne Klangverlust noch etwas Plattenplatz sparen möchte, kann die entpackten “wav”-Dateien in “flac” konvertieren:

$ for wav in *.wav; do flac $wav; done

Quake Is For Everyone!

23. Juli 2026 · Spiele · andreas · 2 Kommentare

Am 22. Juni 2026 feierte Quake seinen 30. Geburtstag.

Quake Is For Everyone!

Ich kann mich noch gut an den Tag bzw. die Nacht erinnern, als die Shareware-Version endlich zum Download bereitgestellt wurde: Nicht nur das Warten auf die Veröffentlichung hat gefühlt ewig genauert, auch der Download der ersten Episode über FTP war mit 56k-Modem eine Geduldsprobe.

In den frühen Morgenstunden, so irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr, war der Download dann vollbracht, die Installation abgeschlossen und es konnte eine erste Runde in der beeindruckenden grafischen Welt gedreht werden. Aber nicht nur die Optik war beeindruckend, auch der von Trent Raznor bzw. Nine Inch Nails komponierte Soundtrack passte perfekt zum Spiel.

Passend zum Geburtstag gibt es bei heise.de “30 Fakten zu 30 Jahren Quake”, in denen u.a. auch die Anzeigenkampagne für “Das spannende Gesellschaftsspiel für die ganze Familie” erwähnt wird.

Nachträglich Happy Birthday!


"Sent items" in Thunderbird übersetzen

07. Juli 2026 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Auch wenn die Ordnernamen auf dem Server in englischer Sprache sind, so bemüht sich Thunderbird, die Standardnamen bei entsprechender Spracheinstellung mit deutschen Begriffen anzuzeigen.

Leider greift die automatische Übersetzung in “Gesendet” allerdings nur beim Ordnernamen “Sent”, ein Ordner “Sent items” wird weiterhin mit seinem originalen Namen angezeigt.

Eine hübsche Idee zur Lösung des Problems fand sich am Ende des Beitrags “Keine Lokalisierung für den Ordnernamen “Sent Items”” im deutschen Thunderbird-Forum:

Wenn man den Ordner Sent Items mit CSS selektieren könnte, könnte man mit dem Pseudoelement ::before oder ::after und der Eigenschaft content: den Ordner vielleicht umbenennen.

Kann man - und das sogar recht einfach:

userChrome.css
li[data-folder-type="sent"] span:first-of-type:after { content: "Gesendet" !important;; font-size: 1rem; } li[data-folder-type="sent"] span:first-of-type { font-size: 0; }

Danke für den Fingerzeig in die richtige Richtung!


Taxonomie-URLs in Hugo anpassen

14. Juni 2026 · Programmierung · andreas · Kein Kommentar

Seit der Umstellung von WordPress läuft das Autoren-Archiv des Blogs weiterhin unter der von WordPress verwendeten “/authors”-URL.

Taxonomie-URLs in Hugo anpassen

In jedem Beitrag ist im Front Matter der Wert “author” gesetzt und dieser in der “hugo.toml” als eigene Taxonomie definiert:

Frontmatter
--- title: 'title' slug: 'slug' date: 9999-12-31 00:00:00 author: andreas draft: true tag: --- text
hugo.toml
... [taxonomies] txauthor = 'author' ...

Da es sich (bis auf wenige Beiträge) um ein deutschsprachiges Blog handelt und ich auch schon einige andere beim Umzug übernommene Dinge über Bord geworfen habe, sollte auch das Autoren-Archiv nach “/autor” umziehen.

Die einfachste Lösung wäre sicherlich, die Taxonomie selbst von “author” in “autor” umzubenennen, da sich aus dem Namen der Taxonomie aber auch Variablen (z.B. “.Params.Author”) ableiten, wollte ich die Verwendung eines deutschen Begriffs - und auch das Mixen von deutschen und englischen Begriffen im Front Matter - vermeiden und an dieser Stelle beim englischen “author” bleiben.

Der erste (nur teilweise funktionierende Ansatz) war das Setzen eines Permalinks für die Taxonomie in der Permalinks-Sektion der “hugo.toml”:

hugo.toml
... [taxonomies] txauthor = 'author' ... [permalinks] author = '/autor/:slug' ...

Nach dieser Änderung wurden die einzelnen Autorenseiten zwar wie gewünscht unter z.B. “/autor/andreas/” angelegt, die Autoren-Übersicht wurde aber weiterhin unter “/author” erzeugt.

Ein erster (funktionierender) Lösungsansatz war das Anlegen einer “_index.md”-Datei im neu erstellten Verzeichnis “/content/author/” mit folgendem Inhalt:

_index.md
--- url: '/autor/' ---

Dies funktioniert zwar, aber das Anlegen des zusätzlichen Verzeichnisses mitsamt Datei zum Umbiegen der URL ist irgendwie unschön und verteilt die Definition der zu erstellenden URLs auf verschiedene Stellen, was sicherlich irgendwann einmal beim Thema “Wartbarkeit” Kopfzerbrechen bereitet.

Eine elegantere Lösung fand sich im Beitrag Taxonomy terms page permalink - how to change it? des Hugo-Forums - eine getrennte Angabe des Definition eines Permalinks für den Bereich “taxonomy” und “term”:

hugo.toml
... [taxonomies] txauthor = 'author' ... [permalinks] ... [permalinks.taxonomy] author = '/autor/' [permalinks.term] author = '/autor/:slug' ...

Damit funktioniert das Erzeugen der Taxonomie-Übersicht an der richtigen Stelle, es muß keine zusätzliche Datei mitsamt Verzeichnis angelegt werden und die komplette Permalink-Konfiguration bleibt in der “hugo.toml”.