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LinuxWelt: Verborgene Funktionen unbekannter Tools

23. Dezember 2019 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Kluge Menschen stehen im Supermarkt am Presseregal und lesen dort ausführlich, was sie dann doch nicht kaufen. Nicht ganz so kluge Menschen wundern sich erst zu Hause …

Nachdem das Cover der Ausgabe 1/2020 der mir bisher unbekannten Zeitschrift LinuxWelt eine Übersicht über “Die besten Linux-Tools” anpries und zudem auch noch den kompletten Jahrgang 2019 auf beiliegender DVD versprach, durfte die Zeitschrift als Spontankauf mit - vielleicht gibt’s ja tatsächlich noch das ein oder andere sinnvolle Programm, das bisher übersehen wurde.

Das erste Ärgernis fiel zu Hause bereits vor dem Aufblättern auf, denn in der rechten oberen Ecke des Covers wurde ein

18 SEITEN SPEZIAL
Anti-Hacker-Paket
So kommt niemand an Ihre Daten

angepriesen.

Sorry Leute, aber das ist Bauernfängerei der unnötigen Art. Ein einfaches “So kommt man schwerer an Ihre Daten” wäre ehrlicher gewesen, denn die gezeigten Tips reichen mit großer Wahrscheinlichkeit zwar aus, um neugierige Kumpels, Geschwister, Eltern oder das Scriptkiddie von Nebenan auszusperren, aber ein “Anti-Hacker-Paket” zu suggerieren, mit dem “niemand” an die eigenen Daten kommt, ist schlicht unredlich. Würdet ihr das auf 18 Seiten schaffen, müsstet ihr nicht für die IT Media Publishing GmbH & Co. KG arbeiten.

Ein wahrer Traum sind auch die Überschriften, bei denen man nur hoffen kann, daß sie in einer feuchtfröhlichen Redaktionssitzung ausgeknobelt werden (examplarisch meine Lieblinge aus Ausgabe 3/2019 “Linux geheim”):

  • Unbekannte Linux-Funktionen

  • Unbekannte Linux-Tools

  • Verborgene Grub-Funktionen

Der Inhalt passt zum Stil und ist teilweise mehr als fragwürdig. Über den Systemtipp Nr. 6 aus “Die 30 besten Systemtipps” (Ausgabe 6/2019) sollte man z.B. maximal so lange nachdenken, wie der Weg zum nächsten Papiercontainer dauert:

  1. Einfacheres Systempasswort

Wer über sudo das System verwaltet, muss sein Systempasswort sehr häufig eingeben. Komplexe und lange Kennwörter sind eher lästig – und auf einem Desktopsystem auch nicht notwendig.

Wie war das nochmal mit den Anti-Hacker-Tipps …? Achso, die kommen ja erst eine Ausgabe später …


Fanatiker im Supermarkt

02. April 2019 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Der Frühling scheint nicht nur alle Turteltäubchen wieder vor die Haustür zu locken, auch die über Winter schlafenden Missionare sind zur Zeit wieder gehäuft unterwegs.

Am Samstag Vormittag sind hier zwei Amerikanerinnen aufgeschlagen, die mich mit einem Flyer davon überzeugen wollten, doch zukünftig mit Ihnen zusammen Jesus zu worship-pen. Sie haben aber freundlich zur Kenntnis genommen, daß ich daran kein Interesse habe und sind zur nächsten Haustür.

Heute Mittag wurde unser Junior im Eingangsbereich des lokalen Supermarkts von einer Frau “Typ Omi” angesprochen, ob sie ihn kurz was fragen dürfte. Der Fragenkatalog ging mit “Habt ihr Religionsunterricht?” los und über “Wer macht das denn?” bis zu “Ist das denn ein Lehrer oder ein Priester?”, bevor ich mich dann als Erziehungsberechtigter eingeklinkt habe.

Als Antwort auf die Frage nach dem “Warum?” folgte als erstes die wenig erhellende Antwort “Weil ich das wissen muß!” um auf eine weitere Frage nach dem Grund anzufangen zu referieren, daß ja zukünftig standesamtliche und kirchliche Hochzeiten zusammengelegt werden sollen und wer nicht katholisch ist und keinen Glauben hat …

… an dem Punkt habe ich das Zuhören abgebrochen.


Speichere deine Google+ Inhalte vor dem 31. März 2019

24. März 2019 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Nachdem Anfang Februar bereits eine erste Information bezüglich der Löschung der Google+ Konten eintraf, kam gestern nochmal eine Erinnerung:

Du erhältst diese E-Mail, weil du Inhalte in einem Google+ Privatnutzerkonto hast oder eine Google+ Seite verwaltest.

Zur Erinnerung: Am 2. April 2019 wird Google+ für Privatnutzer eingestellt. Ab diesem Datum beginnen wir mit dem Löschen der Inhalte aus Google+ Privatnutzerkonten. Google+ Fotos und Videos in deinem Albumarchiv und auf deinen Google+ Seiten werden ebenfalls gelöscht.

Das Herunterladen deiner Google+ Inhalte könnte etwas länger dauern. Daher ist es besser, schon vor dem 31. März 2019 damit zu beginnen.

Andere Google-Produkte wie Gmail, Google Fotos, Google Drive oder YouTube werden nicht eingestellt. Auch das zum Anmelden verwendete Google-Konto bleibt erhalten. Hinweis: Fotos und Videos, die du in Google Fotos gesichert hast, werden nicht gelöscht.

Weitere Informationen findest du in den häufig gestellten Fragen zur Einstellung von Google+.

Wir, das Google+ Team, möchten uns herzlich bei dir bedanken. Vielen Dank, dass du Teil von Google+ warst!

Google LLC, 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043

Mit dieser Servicemitteilung möchten wir dich über wichtige Änderungen informieren, die deine Google+ Seite, das Produkt oder dein Konto betreffen.

Ist ja nett, daß sich die Marketing-Abteilung bei Google nochmal so viel Mühe macht und sich sogar dafür bedankt, daß man Teil von Google+ war - die Mehrzahl der Leute die ich kenne hatten das Google+ Konto aus genau einem Grund: sie besitzen ein Android-Gerät und das Konto wurde zeitweise automatisch beim Registrieren des Google-Kontos mit angelegt.


Port Royal: Das Abenteuer beginnt ...

04. August 2018 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

Port Royal ist klasse, aber diese Erweiterung macht - zumindest kooperativ - nur mäßig Spaß:

Die einzelnen Kapitel sind so gestrickt, daß in der Regel erst ein erfolgloser Durchspielversuch stattfinden muß, um sich auf den nächsten Durchlauf gezielt vorbereiten zu können. Dazu kommt, daß durch die gleichzeitige Benutzung der Spielkarten als Währung u.U. dringend benötigte Karten einfach nicht aufgedeckt werden, so daß der Zufallsfaktor einen viel zu großen Einfluss auf das Erfüllen der Missionen hat. Das Balancing ist ebenfalls nicht gut gelungen und die Missionen sind mit drei Spielern deutlich schwerer zu schaffen als mit vier Spielern.

Last but not least ist die aufgesetzte Story leider auch weder gut (geschrieben) noch spannend, vom “Cliffhanger” ganz zu schweigen.

Port Royal inkl. der “Ein Auftrag geht noch”-Erweiterung sind klare Kaufempfehlungen, das Geld für “Das Abenteuer beginnt” lässt sich hingegen deutlich sinnvoller anlegen.


Politiker und die Glaubwürdigkeit

24. März 2018 · IMHO · andreas · Kein Kommentar

In der SPD ging es in den letzten Wochen hoch her. Nachdem der Vorsitzende noch letztes Jahr mit 100% gewählt wurde, wird er - rund ein Jahr nach dieser Wahl - wohl nur noch als ehemaliger Vorsitzender und “normaler” Abgeordneter irgendwo in den hinteren Bänken zu finden sein.

Warum dies so ist, darüber kann - und wird - viel spekuliert werden, letztendlich ist es IMHO die Tatsache, daß man als Wähler gerne Verlässlichkeit hätte, daß derjenige oder diejenige, dem man (s)eine Stimme gibt, sich auch an die eigenen Aussagen und Versprechen hält.

Gerade aus diesem Grund braucht es im Fall von Martin Schulz auch keine Verschwörungstheorien oder hinterhältig inszenierte Wasauchimmer - es reicht der einfach und simple Vergleich dessen, was er vor der Kamera öffentlich an einem Rednerpult stehend gesagt hat:

  1. September 2017:

Daniel Friedrich Sturm: Herr Schulz, schließen Sie aus, daß sie in ein von Frau Merkel oder der CDU/CSU geführtes Kabninett eintreten als Minister.

Martin Schulz: Ja. Ja. Ganz klar. In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nie eintreten.

Auch nach dem dritten Anhören der Pressekonferenz ist nicht eindeutig, ob er “nicht” oder “nie” gesagt hat, dies ist an dieser Stelle aber auch nicht weiter dramatisch, da als inhaltsgleich zu bewerten.

  1. Februar 2018:

Martin Schulz: Deshalb möchte ich, vorausgesetzt wir bekommen ein Mandat unserer Mitglieder, in die Regierung als Außenminister der Bundesrepublik Deutschland eintreten.

Ein paar Monate später sieht die Lage offensichtlich anders aus - Martin Schulz möchte - frei nach dem Motto “was interessiert mich mein Geschwätz von gestern” - nun doch gerne Minister sein, hält es aber nicht für weiter notwendig, diesen Sinneswandel auch nur ansatzweise zu begründen und wundert sich offensichtlich auch noch über den Sturm, der über ihn hereinbricht.

Wie wenig er das Grundproblem verstanden hat, wird in dem am 24. März erschienenen Spiegel-Artikel “Ich habe dumme Fehler gemacht” klar, dessen Titel zuert Hoffnung macht, er hätte den Kern des Problems erkannt, aber leider ist dem nicht so:

“Die ganze Empörung über meinen Wunsch, Außenminister zu werden, lag wahrscheinlich daran, dass viele an der Parteibasis in mir einen untypischen Politiker gesehen haben und dann eben schockiert waren, dass ich einen typischen Politikerschritt mache”, sagte Schulz. “Möglicherweise hätten sie es jedem anderen verziehen. Mir nicht.”

Wenn so ein “typischer Politikerschritt” aussieht, bleibt nur zu hoffen, daß es da draußen noch irgendwo untypische Politiker gibt …