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Rogue One: A Star Wars Story

War schon „Episode VII: Das Erwachen der Macht“ mehr als enttäuschend, so hat es „Rogue One: A Star Wars Story“ geschafft, meine sowieso nicht allzu großen Erwartungen noch zu untertreffen.

Das Ende der Handlung ist klar: Prinzessin Leia wird am Anfang von Episode IV mit den Plänen des Todessterns geschnappt – nun soll die Vorgeschichte erzählt werden, also wie die Pläne in die Hände der Rebellenallianz kamen. Wenn das Ziel des Films schon feststeht, dann bleiben das wie, wann und durch wen als tragende Elemente – und diese sollten möglichst interessant gestaltet werden.

Die vor Klischees und Zitaten triefende Story lädt bereits in der Pre-Title-Sequenz zum ersten Zucken in Richtung STOP-Taste ein: der gute Papa, der sich ans Imperium ausliefert und die tapfere Mama, die trotz offensichtlicher Übermacht auf offenen Feld und ohne Deckung mit ihrem Blaster rumfuchtelt, um sich heldenhaft zu opfern … ein Niveau, das im Verlauf des Filmes weitestgehend gehalten wird. Mal wieder muss ein Schild(generator) zerstört werden, damit die armen Rebellen weiterkommen – diesmal muss allerdings der Generator oben zerstört werden, damit die Rebellen unten weiterkommen und nicht umgekehrt wie in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“.

Über die Handlung denkt man besser sowieso nicht allzu viel nach, denn warum man einen Haupthandlungsstrang um einen verborgenen Detailfehler konstruiert, während der Konstrukteur des imperialen Zentralarchivs mehr offensichtliche Konstruktiosfehler in seinen Plänen hat als Finger an seiner Hand und das Ding trotzdem gebaut wird und in Betrieb geht, wird wohl immer das Geheimnis des Drehbuchautors bleiben.

Die Charaktere, die man sich für das Fire-and-Forget-Abenteuer ausgedacht hat, sind weitestgehend austauschbar und ohne wirkliche Tiefe. Letztendlich kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man „junge weibliche Heldin“, „anfangs skeptischer Gefährte“, „Meister mit körperlichen Gebrechen und Sidekick“, „dauerlabernder Droide“ irgendwo auf dem intergalaktischen Restpostentisch gefunden hat und damit so ziemlich jedes Klischee bedienen will. Um für den großen und gefühlt überlangen Showdown („First Avenger“, anyone?) genügend Filmminuten übrig zu haben, werden die Charaktere schnell und holprig in die Handlung geworfen und müssen sich bis zum Endgeballere durch die Geschichte schleppen.

Natürlich muss man den Fans auch ein paar bekannte Charaktere vorsetzen, bei denen man sich wenigstens keine Gedanken um die Hintergrundgeschichte und Motivationen machen musste. So gibt es zwei Auftritte von Darth Vader, von denen mindestens einer ziemlich überflüssig ist und wo die originalen Schauspieler nicht mehr verfügbar waren, wurde wie bei Peter Cushing einfach ein digitaler Kopf auf einen anderen Körper gesetzt. Willkommen im Jahr 2016.

Ob es nun mit der Übernahme durch Disney zusammenhängt oder mit anderen Faktoren, aber Star Wars entwickelt sich im Versuch, mit einer Haupt-Storyline und den Spin-Offs immer mehr zur bunten Austauschware (vergleichbar Marvel) und es bleibt abzuwarten, wie lange man mit bunter Substanzlosigkeit nur dank einer großen Marke reichlich Geld scheffeln kann.

Schlimmer geht immer … vielleicht ist aber auch einfach meine Star Wars-Zeit vorbei.

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Das Erwachen der Macht … oder auch nicht?

sw-tfaNachdem ich mir im Vorfeld ja einige Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich den Film überhaupt sehen will, lag dank Lovefilm-Abo die Scheibe nun doch irgendwann im Briefkasten und etwas später dann im heimischen Player.

Als Kurzfazit bleibt zu sagen: ich lag mit vielen meiner Gedanken richtig, hatte aber mit einem nicht gerechnet: daß der Film komplett an mir vorbeiläuft.

Weder fand ich „Star Wars: The Force Awakens“ so gut, daß ich ihn freiwillig nochmal sehen möchte, noch hatte ich wie bei Episode I-III das Gefühl, ein so abgrundtief schlechtes Machwerk zu sehen, daß ich zukünftig einen weiten Bogen darum machen will.

Letztendlich plätschern die rund 2 1/4 Stunden einfach viel zu belanglos dahin und sehenswert (und zum Mitraten einladend) war vor allen das fröhliche Zitieren – egal ob aus Star Wars, Battlestar Galactica oder anderen halbwegs populären Mach(t)werken.

Größte Aufreger sind die Namenswahl des Oberbösewichts („Snoke“ klingt, als müsste man dringend mal zum Hausarzt) und die Föhnwelle, die man Adam Driver verpasst hat – kein Wunder, daß er öfter komplett ausrastet. Als Lichtblick bleibt außer BB-8 nicht viel, der zumindest Dank Geländegängigkeit etwas besser durch Feld, Wald und Wiese kommt als C3-PO oder R2-D2.

Großes Gefühlskino war Star Wars noch nie, auch wenn sich George Lucas mit der Lovestory zwischen Padme und Anakin daran versucht hat. Daß aber das Wiedersehen zwischen Han und Leia so beliebig ausfällt und auch der Tod von Han Solo mit 30 Sekunden bedröppselt oder wahlweise zornig kucken abgehandelt wird, lässt fast schon an das Ende des unfreiwillig komischen „Bloodrayne 2: Deliverance“ denken: „Mommy, Sally didn’t make it.“ / „I know sweetheart, I know“.

Da kann „Rouge One: A Star Wars Story“ nur besser werden.

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LEGO

LEGO Millennium Falcon bei Toys „R“ Us

Nicht nur in den LEGO-Stores gab es heute ein „May the 4th„-Event, auch die Spielzeug-Kette Toys „R“ Us lockte mit einem galaktischen Event in die Filialen.

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Nette Überraschung vor Ort: „Baue Dein Raumschiff“ entpuppte sich als LEGO Millennium Falcon Bauwettbewerb, als dessen Belohnung man das gebaute Raumschiff nebst Bauanleitung mit nach Hause nehmen durfte.

Coole Aktion, Dankeschön!

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Star Wars – Das Erwachen der Macht

Endlich – nach vielen Jahren des Wartens erscheint ein neuer Star Wars-Teil, der vielleicht sogar vieles besser macht als die von George Lucas selbst inszenierten Prequels, doch mir fehlt die Lust, den Film auch tatsächlich anzuschauen.

DEN einen Grund dafür konnte ich nicht finden, aber es sind wohl mehrere Gründe, die sich zu dem Puzzle zusammensetzen:

Merchandise

War es jahrelang schön und spannend, mal wieder irgendwo neues Star Wars Merchandise zu entdecken, wurde man in den letzten Monaten von der Thematik schlicht überschwemmt: Star Wars Kekse, Star Wars Bademäntel, Star Wars Grillzangen und ich befürchte, würde man eine Käuferschicht dafür vermuten, könnte man sich sogar mit dem Todesstern den Hintern abwischen.

Inzwischen bin ich richtig froh, bei einem Einkauf im lokalen Supermarkt mal nicht neuem Star Wars Merchandise zu begegnen.

Expanded Universe

Disney hat mit Übernahme von Lucasfilm alles, was bisher mit dem offiziellen Segen als Star Wars Expanded Universe veröffentlicht wurde, in die Tonne getreten und als „non-canon“ erklärt. Sicherlich aus marketingtechnischen und spannungsfördernden Gründen verständlich, eine neue und unbekannte Geschichte um neue und unbekannte Charaktere erzählen zu wollen, trotzdem bleibt ein Gefühl wie damals bei Bobby Ewing unter der Dusche. Schade um z.B. die gelungene „Thrawn trilogy“ von Timothy Zahn.

Handlung

Nach allem, was über die Handlung so zu lesen ist, folgt Episode VIII dem aktuellen Zeitgeist und setzt auf eine Titelheldin, wie in den letzten Jahren schon in den „Tribute von Panem“ und „Divergent“ kassenwirksam vorgemacht. Genau wie den Tod von Han Solo, der für einen Game Of Thrones artigen „Jetzt muss aber mal ein Hauptcharakter sterben„-Effekt geopfert wird, damit man zeigen kann, daß ein anderer Charakter auch wirklich, wirklich böse ist und den Zuschauer zumindest ein bißchen schockiert. Da hätte man ihn lieber als seit „Return Of The Jedi“ verschollen dekarieren sollen.

Und nun? Alles von vorne? Wieder ein böser Mann mit Maske (der aus verständlichen Gründen irgendwie böser gemacht werden muß als der andere böse Mann mit der Maske und deshalb einen der Lieblingscharaktere schlechthin um die Ecke bringt) und weil zwei Todessterne nicht ausreichen, wird diesmal wohl gleich ein ganzer Planet zum Todesstern III umfunktioniert.

Appropos „Return Of The Jedi“ – 1983 konnte man sich entspannt zurücklehnen: der Imperator war besiegt, Darth Vader letztendlich doch bekehrt und mit der Zerstörung des Todessterns auch die mächtigste Waffe des Imperiums (mal wieder) endgültig ausgeschaltet. Zwar waren die in den Special Editions hinzugefügten galaxieweiten Feierlichkeiten der berühmte „Touch too much“, aber trotzdem konnte man mit dem Gedanken aus dem Kino gehen, daß nun alles ein gutes Ende findet, auch wenn sicherlich noch irgendwo der eine oder andere imperiale General sich nicht direkt geschlagen gibt. Letztendlich entpuppen sich die 32 Jahre Hoffnung als Trugschluss, denn offensichtlich war das Ende nur der Beginn einer größeren Katastrophe. Schade um das Happy End!

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Spiele

Star Wars: The Force Unleashed

No doubt there are even more programs that should be thrown away before ever being used.
— Gerald Weinberg, The Psychology of Computer Programming, Chapter 2

Spiele zu Filmen haftet meist kein guter Ruf an und auch LucasArts hat sich in den letzten Jahren nicht gerade durch die Veröffentlichung von innovativen und guten Spielen hervorgetan. Lange vergessen sind Titel wie „Rebel Assault„, einer DER Kaufgründe für ein CD-Rom-Laufwerk oder „X-Wing“ bzw. „Tie-Fighter„, die zwar in Sachen Präsentation einem „Wing Commander“ nicht ganz das Wasser reichen konnten, aber trotzdem jede Menge Spielspaß für’s Geld boten.

Star Wars: The Force Unleashed knüpft bei Präsentation und Story an alte Traditionen an und ist in Sachen Rahmenhandlung vor den Ereignissen von Episode IV angesiedelt. Hierbei werden ausnahmsweise mal nicht aus den Filmen bekannte Szenarien und Situationen nachgespielt und -gestellt, sondern das Spiel entwickelt einen eigenen Handlungsstrang rund um bekannte und bisher unbekannte Charaktere, der schließlich – Achtung Spoiler – in die Gründung der allseits bekannten und beliebten Rebellen-Allianz gipfelt.

Im Gegensatz zum Rahmen steht die spielerische Präsentation, die sich im Wesentlichen auf Durchschreiten von linear verlaufenden Levels beschränkt, in denen massenweise Gegner auf möglichst kreative Art & Weise aus dem Weg geräumt werden müssen, denn Kreativität bringt Extrapunkte. Zwischendurch sollten dann noch sog. Holocrons aufgesammelt werden – Leuchtwürfel, die entfernt an den Cube aus Hellraiser erinnern und die entweder zusätzliche Fertigkeitspunkte, Kostüme oder Konfigurationsmöglichkeiten für das Lichtschwert bescheren.

Hier offenbart sich dann auch ein Schwachpunkt der nicht in Spielgrafik sondern als vorgerenderte Szenen vorliegenden Zwischensequenzen: schön, daß man sein Laserschwert sogar schwarz leuchten lassen darf und dazu auch noch einen coolen Umhang wählen – nur, damit man in der nächsten Zwischensequenz wieder in dem von den Entwicklern eigentlich vorgesehenen Outfit rumläuft, originalfarbenes Lichtschwert inklusive. Toll, daß mittem im Schlachtgetümmel immer so viel Zeit zum Umziehen bleibt – fast wie in Hollywood!

Das „Schlimme“ ist: Spaß macht’s trotzdem, wie auch die GameStar in Ihrem ausführlichen Testbericht mit dem zutreffenden Titel „Lichtschwert-Gekloppe mit toller Story“ ausführlich erläutert.

Was The Force Unleashed neben der packenden und hübsch inszenierten Story ebenfalls bemerkenswert macht, sind die technischen Aspekte: eine Vollinstallation des auf zwei DVD gelieferten Spiels belegt auf der Festplatte rund 25GB. Um das Spiel nach Installation auf die dringend empfohlene (weil fehlerbereinigte und deutlich beschleunigte) Version 1.2 zu patchen, wird nicht nur ein rund 500MB großer Download benötigt – während des Patchens werden rund 20GB an Sicherheitskopien im „%TEMP%“-Verzeichnis erzeugt, bis das Spiel dann mit rund 29GB seine endgültige Größe erreicht.