rsync kopiert immer wieder alle Dateien neu auf USB-Stick

01. März 2025 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Gerade wenn es darum geht, daß nur ein Delta kopiert werden soll, ist rsync (gegenüber z.B. cp) mein Werkzeug der Wahl. Umso erstaunter war ich daß rsync bei einem

# rsync -av /meine-quelle /mnt/stick/

immer wieder alle Dateien neu auf den USB-Stick kopierte, auch wenn zwischenzeitlich an der Quelle keine Änderungen vorgenommen wurden.

Einen ersten Hinweis auf die Ursache liefert der Beitrag “rsync to USB flash drive always transferring all data” bei Stack Exchange, denn der Stick war tatsächlich mit exFAT formatiert.

Eine Suche nach Hintergrundinformationen führte zum Microsoft Dev Blog-Beitrag “Why does the timestamp of a file increase by up to 2 seconds when I copy it to a USB thumb drive?

This means that copying a file to a FAT-formatted device (typically a floppy drive or a USB thumb drive) can increase the timestamp by up two seconds.

in dem die Erklärung, warum immer aufgerundet wird, gleich mitgeliefert wird:

To avoid this infinite loop, the convention is always to round up, so that the copy of a file is never older than the original.

Zumindest der referenzierte Knowledge Base-Artikel “KB127830 - Time Stamps Change When Copying From NTFS to FAT” ist über die WaybackMachine des Internet Archive noch zu finden und erklärt den Mechanismus:

File time stamps on FAT drives are rounded to the nearest twoseconds (even number) when the file is written to the drive. The file timestamps on NTFS drives are rounded to the nearest 100 nanoseconds when thefile is written to the drive. Consequently, file time stamps on FAT drivesalways end with an even number of seconds, while file time stamps on NTFSdrives can end with either even or odd number of seconds.

When files are copied from NTFS drives to FAT drives, somefile time stamp rounding has to occur; the file time stamp is rounded up to the next even second.

Auch wenn sich das Beispiel auf NTFS vs. FAT bezieht, gilt das gleiche auch im Hinblick auf ext4 und FAT. Abhilfe schafft der Parameter “–modify-window” auf den auch die rsync-FAQ hinweist:

Another common cause involves sending files to an Microsoft filesystem: if the file’s modified time is an odd value but the receiving filesystem can only store even values, then rsync will re-transfer too many files. You can avoid this by specifying the –modify-window=1 option.

Mit dem Aufruf

# rsync -av --modify-window=1 /meine-quelle /mnt/stick/

lässt sich rsync von der Rundung nicht mehr aus der Ruhe bringen und verhält sich wie erwartet.


Hörenswert #121: Heather Nova - From Up Here

25. Februar 2025 · Hörenswert · andreas · Kein Kommentar

Am 21.02. ist das neue Album “Breath And Air” von Heather Nova erschienen. “From Up Here”, die zweite Auskopplung, überzeugt durch eine zurückhaltende aber eindrucksvolle Instrumentierung und wird hauptsächlich von der Stimme getragen.


Renovierung IV

21. Februar 2025 · Intern · andreas · Kein Kommentar

Das in den letzten Jahren verwendete Theme ist in den Grundzügen unverändert geblieben, wurde aber vorsichtig modernisiert:

Der noch aus WordPress-Zeiten stammende Header wurde verkleinert, aufgehellt und gleichzeitig mit der Position sticky sowie einem backdrop-filter versehen. Der M.U.L.E.-Mechtron wurde als SVG neu erstellt, was unabhängig von der Vergrößerungsstufe zu einer gestochen scharfen Darstellung führt.

Sollte es noch irgendwo klemmen, bitte die Kommentar-Funktion mit entsprechenden Hinweisen füttern.

Vielen Dank!


Unbefugtes Betreten ist zu jeder Zeit verboten

14. Februar 2025 · Funstuff · andreas · Kein Kommentar

Es ist schon erstaunlich, was man alles so auf Schilder packen kann:

Schild Grundschule Mendelstrasse, Hamburg

Wahrscheinlich verstecken Sich jede Menge juristische Kniffe im Hinblick auf den erwähnten Hausfriedensbruch auf dem “einladenden” Schild der Grundschule Mendelstrasse in Hamburg, aber

Unbefugtes Betreten ist zu jeder Zeit verboten

besagt m.E., daß das Betreten des Schulgeländes ohne Berechtigung hierzu zu jeder Zeit verboten ist. Klingt logisch, denn sonst wären die betretenden Personen ja auch befugt und somit zum Betreten berechtigt.

Also eigentlich eine Erklärung von Selbstverständlichkeiten …


Klaus Seilers Album-Highlights 2024 - Teil 2

09. Februar 2025 · Audio · Klaus Seiler · Kein Kommentar

Meine Album-Highlights des Jahres 2024 Teil 2:

Midland - Barely Blue

Midland - Barely BlueVorsicht, dieses Album nicht leichtfertig als Country-Klischeeding abtun. Vor allem dann nicht, wenn man in grauer Vorzeit mal The Eagles mochte, den feinen Satzgesang, die klangvollen akustischen Gitarren, begleitet von leicht jaulender E-Gitarre. Oder “Mr. Tambourine Man” von The Byrds.

Lang lang ist’s her. Hier kommen also drei Typen, die diesen tollen Retro-Sound der 70er wieder aufleben lassen und (nicht zu verachten) das Ganze auch noch in toller, sehr luftiger Produktion. Melodieverliebte Songs, die für den geneigten Möger regelrechte Ohrenschmeichler darstellen. Oder - wie ich in einem solchen Fall gerne sage: Musik in Pastellfarbe.

Caoilfhionn Rose - Constellation

Caoilfhionn Rose - ConstellationGleich vorweg: der Vorname wird “Kielin” ausgesprochen. Wie klingt ihre Musik? Genau so, wie die Frau ausschaut.

Hoffentlich gibt’s jetzt keinen meToo-Ärger für mich oder jemand bezichtigt mich der fehlenden Political Correctness. Ich liebe einfach diese Musik im Spannungsfeld zwischen Pop, Folk, ein bissel Jazz, einem Schuss Psychedelic. Dazu kommt diese leicht verhallte Stimme und dieses Gefühl der vollkommenen Leichtigkeit des Seins. Allgemein nenne ich sowas gerne “Dream Pop”, womit auch die Schublade abgehandelt wäre. Wie so oft ein Bandcamp-Fund, ihre beiden Vorgängeralben hatten mich schon begeistert.

Hört man sich das Album an, wird man feststellen: es gibt da einen Song mit dem Titel “Simple”, der den absoluten energetischen Ausbruch darstellt. Wobei natürlich gilt: alles ist relativ. ;-))

Natürlich braucht es für diese Sorte Musik ein Faible, der geneigte Metaller wird sich wohl mit lockerem Grausen abwenden und das Werk als hoffnungslos überzuckerten Indie-Pop abtun. Für mich allerdings mal wieder ein Ohrenschmeichler zum Beamen in Richtung Wolke 7. ;-)

Sad Night Dynamite - Welcome The Night

Sad Night Dynamite - Welcome The NightVorab: kennt bei uns so gut wie niemand. Weshalb kam es in meine Top-Alben für 2024?

Sehr einfach: es ist sowas wie eine bunte Wundertüte der Sounds und Genres. Psychedelic-Beats, leicht dystopischer Trip-Hop, Brit-Pop, groovende Dance-Sounds, Drum ’n’ Bass im Club-Sound-Format….da ist so ziemlich alles drin, was eigentlich bzw. vordergründig so gar nicht zusammen passen mag.

Dennoch geben die Songs sowas wie ein geschlossenes Ganzes ab, es macht einfach tierischen Spass, sich von einer coolen Überraschung zur nächsten durchzuhören.

Manchmal bin ich selbst davon überrascht, was ich in meinem doch leicht vorgerückten Alter noch so alles richtig gut finde. Vor allem dann, wenn es eigentlich außerhalb dessen liegt, was ich sonst so an Hörgewohnheiten habe.

The Warning - Keep Me Fed

The Warning - Keep Me FedImmer diese Schubladen. Die Basis des Albums der drei Schwestern aus Mexico dürfte sowas wie Alternative-Rock mit reichlich Pop-Appeal sein. Das wäre jetzt für sich gesehen nicht unbedingt der große Wurf, aber die Schwestern legen eine Energie an den Tag, die aufhorchen lässt. Stimmlich voll auf der Höhe, Gitarrenriffs die mehr als überzeugen, ein oft vorwärts stürmendes Drumming und fertig ist der musikalische Energy-Drink.

Es mag sein, daß es noch ein halbes Dutzend solcher Werke (von wem auch immer) geben mag, aber hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Es macht ungeheuer Laune, hier mal die Lautsprecher richtig schön aufzudrehen und den volksmusikalischen Nachbarn etwas … aufhorchen zu lassen.

Charlotte Wessels - The Obsession

Charlotte Wessels - The ObsessionZum guten Schluss darf es dann noch eine mehr als ordentliche Portion Power-Metal / Power-Rock sein. Die Frau ist als ehemalige Stimme von Delain bekannt, dort ausgestiegen und macht mit diesem Album sowas wie ihr eigenes Ding.

Stimmlich und vom Songwriting her habe ich hier eigentlich nix zu kritteln, obwohl Charlotte Wessels sicherlich - wie man so sagt - das Rad nicht neu erfindet. Was heraussticht, sind diesmal die Texte, auf die man in diesem Genre halt nicht immer den Schwerpunkt legen mag. In diesem Falle allerdings - man recherchiere ein wenig im Net - sind sie durchaus auf Oberklasse-Niveau und wirklich gutes Storytelling, wenn auch eher … ziemlich psychologisch.

Die musikalische Umsetzung weist eine nicht allzu hohe “Härte” auf, ist jedoch melodiös recht abwechslungsreich, wobei man auch mal das Bass- und Schlagwerk-Fundament der Songs loben sollte. Summa summarum kann man sagen: ein Album aus einem Guß auf hohem Niveau. Kleines Schmankerl am Rande: “Praise” zeigt auch, daß ein Gospel-Chor durchaus zu dieser Sorte Musik passen kann. Leider wurde er -wie ich finde- ein wenig zu sehr in den Hintergrund gerückt, man hätte der Sache etwas mehr Raum gönnen können, wäre spannend gewesen.