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Lita Ford – Living like a Runaway

Nach der Veröffentlichung des eher mäßigen „Black“-Albums 1995 kehrte um Lita Ford ersteinmal Ruhe ein, bevor sie 2009 nach 14 Jahren mit „Wicked Wonderland“ einen ersten Comeback-Versuch startete, der von vornherein zum Scheitern verurteilt war: nicht nur, daß von alten Trademarks kaum eine Spur zu finden ist, auch brauchbare neue Ansätze sind auf dem Album extrem spärlich gestreut. Stattdessen gibt es aufgesetzt wirkende Nu-Metal und Industrial-Versatzstücke gepaart mit einem omnipräsenten Jim Gilette, dem damaligen Ehemann und offensichtlich Hauptverantwortlichen für die neue Ausrichtung.

Glücklicherweise hat auch Frau Ford den Fehler bemerkt und in der Zwischenzeit nicht nur  ihren Ehemann sondern auch alle in ihrem Besitz befindlichen Exemplare von „Wicked Wonderland“ entsorgt – und die Trennung gleich als textliche Grundlage für’s neue Album verwendet.

Schon bevor man die ersten Töne des Albums gehört hat, machen das Cover sowie der Titel „Living like a Runaway“ klar, daß die Reise „back to the roots“ geht und die ersten Takte von „Branded“ bestätigen diesen Eindruck:

Lita Ford hat wieder richtig Lust auf’s Rocken und zusammen mit Gary Hoey ein Album produziert, das Vergleiche mit Ihren Werken aus den 80’ern nicht zu scheuen braucht. Einzelne Songs hervorzuheben ist schwierig, für die Vielschichtigkeit des Albums sprechen aber sichelich Titel wie das rifflastige „The Mask“, das melodische „Asylum“ oder das groovende „Love 2 Hate U“ bevor das abschließende „A Song To Slit Your Wrists By“ (eine 58/Nikki Sixx Coverversion) nochmals kurz schaurige „Wicked Wonderland“-Erinnerungen aufkommen lässt.

Totgesagte leben manchmal länger …