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Metallica – Hardwired… To Self-Destruct

metallica-htsdEs ist schon traurig, nach Flops wie „Load“, „Reload“ und „St.Anger“ einem neuen METALLICA-Release mit eher gemischten Gefühlen entgegenzusehen und gedanklich schonmal alles, was nicht unter Totalausfall fällt, als positive Überraschung zu verbuchen.

Das gemischte Gefühl bleibt leider auch nach den ersten Hördurchläufen, denn schnell ist klar, daß sich METALLICA mit einer Doppel-CD, auf der wohl jede Idee der letzten acht Jahre verwurstelt wurde, deutlich übernommen haben.

„Hardwired… To Self-Destruct“ ist eine Retro-LP mit einer guten „A-Seite“ und einer „B-Seite“, auf die ein paar unnötige Füller gepackt wurden. Richtig knackigen Songs wie „Hardwired“, „Atlas, Rise“, „Moth Into Flame“ oder „Halo On Fire“ stehen Songs wie das nervige „Here Comes Revenge“, das langweilige „Murder One“ oder das irgendwo zwischen diesen beiden liegende „Spit Out The Bone“ entgegen.

Wie befürchtet, ist „Hardwired… To Self-Destruct“ auch klangtechnisch keine Offenbarung, sondern bietet einen Mix aus dem „…And Justice For All“ und „Death Magnetc“-Rumpelsound, dessen Wellenform über weite Strecken jegliche Dynamik vermissen lassen.

Wer sich das Album zulegt, sollte ein paar Euro mehr in die 3CD-Deluxe-Edition investieren, denn alleine das „Ronnie Rising Medley“ (ursprünglich vom „This Is Your Life“ Ronnie James DIO Tribute-Sampler stammend) ist den Aufpreis mehr als wert.

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Metallica – Das Event zum 30. Jubiläum

Wenn es etwas zu feiern gibt, sollte man das auch tun und so haben sich METALLICA dazu entschlossen, daß 30-jährige Bandjubiläum mit vier besonderen Shows und einer Vielzahl von Gästen im Fillmore San Francisco zu feiern und gleichzeitig selbst für die musikalische Untermalung zu sorgen.

An jedem der vier Abende gibt es eine andere Vorband (APOCALYPTICA / ARMORED SAINT / LÄÄZ ROCKIT / DEATH ANGEL) sowie eine individuelle Setlist, die teilweise auf die zahlreich erschienenen Gastmusiker zugeschnitten wurde und auch einige noch nie oder nur selten live dargebotene Tracks enthält. Die Liste der Gäste geht hierbei von eher naheliegenden Musikern wie Jason Newsted, Brian Tatler oder Glenn Danzig bis hin zu auf den ersten Blick eher unerwarteten Namen wie Rob Halford, Geezer Butler oder Marianne Faithfull.

Was liegt näher, als ein solch besonderes Event besonders zu würdigen – im vorliegenden Fall mit einer 132-seitigen Sonderausgabe des METALLICA-Fanclub-Magazins „So What!“, welche zusammen mit Classic Rock (bzw. lt. Vorwort Metal Hammer) veröffentlicht wurde. Als besonderes Bonbon liegt dem Heft noch eine 7″ Vinyl bei, auf der mit „So What“ und „Through The Never“ gleich zwei Songs des Events mitgeliefert werden.

Das Magazin macht einen guten ersten Eindruck: die zahlreichen Live-Photos lassen in die besondere Atmosphäre eintauchen und mit getrennten Besprechungen und Hintergrundberichten zu den Shows sowie einer großen Zahl an Interviews gibt es jede Menge zum Schmökern. Dies ist – wie von einem Fanclub-Magazin kaum anders zu erwarten – alles durch die rosarote Brille betrachtet, tut aber inhaltlich nur selten weh.

Leider endet hier der Spaß, denn die Qualitätskontrolle war offensichtlich zu sehr mit den Nachwirkungen der Feier beschäftigt (oder unter Zeitdruck), um nach dem Eintippseln einen prüfenden Blick über die Texte schweifen zu lassen.

Ist es anfangs nur leicht irritierend, daß Lars Ulrich sich auf Seite 9 mehrfach „Ässer“ [sic] aus dem Ärmel schüttelt oder auf Seite 17 zum einen „Bir-mingham“ [sic] einen unnötigen Strich abbekommt oder Ex-Gitarren-Roadie John Marshall bei

… und sprang 1986 für Hetfield während der Master of Puppets-Tournee einige Male für Hetfield ein …

gleich mehrfach einspringt, so geht spätestens bei Textabschnitten wie

Sie pulverisieren „Leper Messiah“ und „The Day That Never Comes“ bevor sie zum erstem Mal einen Death Magnetic-Track spielen, der den schicken Namen „Hate Train“ trägt und eine intime, akustische Coverversion von Nazarets „Please Don’t Judas Me“ ist.

auch dem motiviertesten Leser der Spaß verloren. Mal abgesehen davon, daß man durchaus streiten könnte, ob „pulverisieren“ besonders positiv oder negativ ist – so viel textlichen Schwachsinn kann hoffentlich nur entweder ein veraltetes Übersetzungsprogramm oder ein von der Feier angeschlagener, mit METALLICA nicht weiter verbandelter Schreiberling vermurkst haben. Einer Sonderausgabe eines Fanclub-Magazins ist dies jedenfalls nicht würdig.