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Megadeth – United Abominations

2007 scheint das Jahr der Rückkehrer zu werden – nicht nur W.A.S.P. melden sich mit „Dominator“ grandios zurück, auch MEGADETH beweisen mit „United Abominations“, daß sie vielerorts vollkommen zu Unrecht bereits abgeschrieben wurden.

War bisher immer der Sound für mich das größte Fragezeichen bei einem neuen MEGADETH-Album, ist schon nach den ersten Takten von „United Abominations“ klar, daß die Gitarren endlich wieder so klingen, wie sie meiner Meinung nach sollen und sich die Gesamtproduktion hinter einem „Contdown To Extinction“ nicht zu verstecken braucht.

Die Songs sind abwechslungsreich gestrickt, Mustaines kommt kraft- und saftvoll aus den Lautsprechern, mit jedem Durchlauf zündet das Album ein bißchen mehr und weiß auch nach mehrmaligen Durchhören noch zu überraschen. Als Beispiel sei hier das MAIDEN-lastige „Washington Is Next“ aufgeführt, das sich recht schnell zu einem Ohrwurm entwickelt. Mit „A Tout Le Monde“ gibt es einen bekannten Song in neuen Gewand, diesmal mit Verstärkung von LACUNA COIL-Frontfrau Cristina Scabbia, eine Zusammenarbeit, von der ich mir allerdings etwas mehr Variation erwartet hätte.

Alles in allem ist „United Abominations“ ein starkes Comeback einer mancherorts totgesagten Band, das den Vorgänger „The System Has Failed“ um Längen schlägt.

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Megadeth – The System Has Failed

Totgesagte leben länger – und so sind auch MEGADETH von den Toten auferstanden und melden sich mit einer neuen Scheibe zurück.

Von der Besetzung der letzten Scheibe „The World Needs A Hero“ ist auf „The System has Failed“ nur Mastermind Dave Mustaine übrig geblieben, der seinen Ex-Bandkollegen von METALLICA mit dem Album allerdings sehr deutlich vor Augen führt wie „Back To The Roots“ klingen sollte, wenn man es ernsthaft versucht.

„The System has Failed“ erinnert über weite Strecken an „Peace Sells“ oder „Rust in Peace“, auch wenn die Produktion und der Gesamtsound keinen Zweifel daran aufkommen lassen, daß es sich bei dem Album um eine 2004’er Produktion handelt. Bei den meisten Songs wird beherzt aufs Gaspedal getreten und die stellenweise ausufernden Soloparts erinnern unweigerlich an Songs wie „Wake Up Dead“. Wühlt man etwas in den Credits, so stellt sich heraus, daß die Anleihen wohl nicht reiner Zufall sind –die zweite Gitarre wird von Chris Poland gespielt, der auch schon auf „Peace Sells“ für genau diese Tätigkeit mit von der Partie war.

Alles in allem ist „The System has Failed“ ein gelungenes Comeback mit dem wohl einige Nörgler, die Klasse-Alben wie „Risk“ nicht viel abgewinnen konnten, wider deutlich mehr anfangen können. Trotzdem bleibt Verbesserungspotential, denn obwohl sich auf dem Album kein einziger Rohrkrepierer findet, sind die meisten Stücke gleichzeitig noch ein ganzes Ende von der Klasse des schon erwähnten „Wake Up Dead“ entfernt.