Uriah Heep / SheSays 2007-12-15

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind in die heimischen Stuben, auch URIAH HEEP packen in der Vorweihnachtszeit die Koffer und gehen auf Tour. Als besonderes Schmankerl gibt es diesmal nicht nur den Ersatz für Lee Kerslake zu bewundern, es werden auch ein paar Songs aus dem voraussichtlich im März 2008 erscheinenden, längst überfälligen Studio-Output „Wake The Sleeper“ vorgestellt.

SHESAYS

Als Support haben URIAH HEEP die österreichische Band SHESAYS eingepackt, die zumindest laut Info auf der bandeigenen Website auch schon mit Alice Cooper, DEEP PURPLE und Bryan Adams auf Tour waren.

Mittelpunkt der Band ist Frontfrau Gudrun Liemberger, die ein großer Heather Nova Fan zu sein scheint und ihrem Vorbild, sicherlich nur von wenigen als störend empfunden, phasenweise doch zu deutlich nacheifert.

Mit ihrem radiokompatiblen PopRock sind SHESAYS sicherlich keine schlechte Wahl als Opener, auch wenn die dargebotenen Nummern leider einen Tick zu unspektakulär am Gehör vorbeirauschen – dafür tut die Band aber auch mit Sicherheit keinem wirklich weh.

URIAH HEEP

Daß der aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegene Lee Kerslake fehlen wird, ist für jeden, der URIAH HEEP in den letzten Jahren live erlebt hat abzusehen – daß die hinterlassene Lücke allerdings dermaßen übermächtig sein würde, ist doch überraschend.

Zwar haben die verbliebenen Heeps mit Russell Gilbrook einen talentierten Nachfolger für die Schlagzeugarbeit gefunden, doch schon beim ersten Refrain ist klar, daß man besser auch noch einen Backgroundsänger hätte suchen sollen. Die Herren Boulder, Lanzon, Box und Gilbrook mühen sich zwar sichtlich, den in hervorragender Form aufsingenden Frontmann Bernie Shaw zu unterstützen, aber die Chöre klingen vor allem bei etwas anspruchsvolleren Melodieführungen schlicht falsch.

Da hilft es auch wenig, daß die drei neu vorgestellten Songs einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen – sobald es wieder in ältere und bekannte Gefilde geht, kann man statt exzessiv zu bangen nur noch verzweifelt den Kopf schütteln. Einzig positive Ausnahmen bleiben „Free Me“ und „Lady In Black“, bei denen das Publikum den Background-Part übernimmt sowie „July Morning“, dessen „A“s und „U“s durchaus anhörbar sind.

Ansonsten gibt es wenig Neues zu berichten – die Ansage „xx years of URIAH HEEP music“ wird selbsverständlich auch dieses Jahr auf das aktuelle 37 angepasst, der reguläre Showteil ist nach knapp 70 Minuten vorbei und nach nicht ganz 90 Minuten beginnt – wie in den letzten Jahren auch schon – das Outro.

Es bleibt zu hoffen, daß Bernie Shaws Mitstreiter im Laufe der Zeit besser in die teilweise noch ungewohnte Sängerrolle hineinwachsen – denn es wäre schade, wenn die Bandgeschichte von URIAH HEEP irgendwann auf eine so gruselige Art und Weise enden würde.

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