Uriah Heep / Regicide / Turbolilihip 2005-12-17

Turbolilihip

Warum eine reine Coverband wie TURBOLILIHIP als Opener für einen solchen Abend gebucht wird, ist schleierhaft. Sicherlich, die durchaus eigenwilligen Interpretationen mehr oder minder bekannter Songs sind musikalisch kompetent und interessant umgestrickt, trotzdem wirkt der Auftritt einfach zu unprofessionell und stadtfestkompatibel, um richtig Laune zu machen. Der Versuch der Frontmädels, sexy zu sein wirkt einfach nur „Vielleicht hätten sie jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt“ und Frontmann Andy Schliep, stimmlich gut bei der Sache, sollte – wenn er einen Song lang nix zu tun hat – lieber die Bühne verlassen, statt als unnötige Deko am vorderen(!) Bühnenrand rumzustehen.

Absoluter Tiefpunkt ist dann allerdings die Ansage von Sängerin Elke Wieauchimmer (Nachname ist auch auf der Homepage nicht rauszufinden): „Wir müssen leider unseren Set kürzen, denn da kommt ja noch eine Vorband“. Kollegialität sieht anders aus …

Regicide

Wie eine prima Präsentation aussehen kann, haben sich TURBOLILIHIP hoffentlich gleich bei REGICIDE angekuckt, denn sowohl an der Musik als auch der Performance der Nordlichter aus Oldenburg gibt es nichts auszusetzen.

Die Band, deren nächstes Werk „Break The Silence“ im Februar 2006 erscheint, wirkt perfekt eingespielt und bietet eine, auch durch die Lightshow unterstrichene, stimmungsvolle Performance ihrer Songs. Besonders auffällig hierbei ist neben der Frisur von Basser Malte Hunold das Gesangsduo Frauke Richter und Timo Südhoff, die statt des üblichen „singing Beauty and grunting Beast“ tatsächlich mit zwei Singstimmen aufwaten, sowie Geigerin Joanna Wilms, die den Beweis abliefert, dass man mit einer Geige auch bei einer Metalband mehr als nur eintöniges Hintergrundgefiedel abliefern kann. Nur an ihrem Outfit sollte sie noch etwas feilen: währen die komplette Band in schlichtem Schwarz auftritt, sind ihre rosa Wildlederstiefel einfach irgendwie – unpassend.

Uriah Heep

Ob URIAH HEEP versuchen, mit der längsten Tour aller Zeiten in irgendein Rekordbuch zu kommen oder nicht, sei dahingestellt – jedenfalls liegt das aktuelle Album „Sonic Origami“ inzwischen sieben Jahre zurück und von neuen Songs fehlt noch immer jede Spur.

Doch glücklicherweise gibt es einen schier unerschöpflichen Fundus an schon-lange-nicht-mehr bis noch-nie-gespielten Songs, so dass für die Setlist auf insgesamt 13 Alben zurückgegriffen wird, aus denen 14 Songs von der nunmehr seit 15 Jahren konstanten Besetzung dargeboten werden. Daß diese Mixtur aus alt und neu beim Publikum gut ankommt, ist deutlich zu merken, denn noch nicht so alten Klassiker wurden ebenso begeistert abgefeiert wie die schon älteren Klassiker. Eine Tatsache, die sich manche Wir-spielen-nur-unseren-alten-Krams-Combo mal durch den Kopf gehen lassen sollte.

An der Gesamtlänge des Konzertes ändert dies aber leider nichts – URIAH HEEP bleiben auch diesmal wieder bei konstant 85 Minuten Spielzeit (inklusive diesmal recht kurzer Zugabepause), eine Tatsache, die leider etwas die Spannung aus der Show nimmt.

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