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Black Country Communion – Black Country Communion

Der Begriff „Supergroup“ erfährt in den letzten Jahren einen inflationären Gebrauch. Während 1999 bei Paul McCartneys „Run Devil Run“ trotz der Teilnahme von David Gilmour und Ian Paice kaum jemand das Etikett zückte, wird es heute fast jeder Scheibe aufgeklebt, die auch nur zwei ansatzweise bekannte Nasen vereinigt.

Auch BLACK COUNTRY COMMUNION werden meist als Supergroup abgestempelt – auch wenn die Frage gestellt werden darf, wieviel „Super“ in zweimal Ex (Glenn Hughes als Ex-DEEP PURPLE und Derek Sherinian als Ex-DREAM THEATER) sowie einem Sohn (Jason Bonham) und einem „Joe Wer?“ (Joe Bonamassa) steckt. Treffender wäre der Begriff „Castingband“, denn wie auf der beiliegenden Bonus-DVD geschildert, ist die Band aus einer Idee des IRON MAIDEN-Haus-und-Hof-Produzent Kevin Shirley entstanden, der Glenn Hughes und Joe Bonamassa bei einer gemeinsamen Jam-Session gesehen hatte.

Shirleys Vision war es, eine Art moderne DEEP PURPLE zu erschaffen und sie wurde gelungen umgesetzt. Glenn Hughes macht seinem Ehrentitel „The Voice Of Rock“ alle Ehre und liefert zusammen mit Jason Bonham ein solides Instrumentalfundament. Derek Sherinian tobt sich auf der Hammond aus und Joe Bonamassa empfiehlt sich durch Gitarrenarbeit irgendwo auf der Schnittlinie zwischen Ritchie Blackmore und Steve Morse auch dem geneigten Hardrock-Fan, der mit Bonamassas Blues-Wurzeln nicht allzu vertraut ist.

Die besten Momente haben BLACK COUNTRY COMMUNION immer dann, wenn die Band sich Zeit lässt und nicht wie bei „Beggarman“ durch die Noten hastet. Tracks wie das grandiose „Song of yesterday“, „Stand (At The Burning Tree)“ oder der über elf Minuten lange Abschluss „Too Late For The Sun“ versprühen genau das „Mistreated“-Feeling, welches die DEEP PURPLE-Scheiben mit Hughes und Coverdale zu Klassikern machte. Und wer gerne einen aktuelleren Vergleich hätte: „Black Country Communion“ ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das beste Glenn Hughes-Album seit „Songs in the Key of Rock“.