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Paul Stanley – Live To Win

2006 wurde für mich zumindest musikalisch in mancher Beziehung zum Jahr des Umdenkens. Nicht nur, dass Nicky Sixx es mit „The Monster Is Loose“ zum ersten Mal geschafft hat, einen Song zu schreiben, der mich begeistert – Paul Stanley hat davon gleich jede Menge zusammengebastelt. Damit nicht genug der Parallelen, denn genau wie bei „Bat Out Of Hell III“ hat auch hier Desmond Child kräftig mitgeholfen, auch wenn sein Anteil am Kuchen bei weitem nicht so riesig ausfällt wie bei MEAT LOAF.

Auf „Live To Win“ beschreitet Paul Stanley Wege, die nicht allzu weit von denen entfernt liegen, die schon die neueren KISS (also nicht die neuen alten Retro-Kiss) Anfang bis Mitte der 90er beschritten haben – man darf sich zwischen den Zeilen durchaus fragen, ob Herr Stanley hier nicht etwas Frustabbau über das Fehlen einer aktuellen KISS-Scheibe betrieben hat und einfach seinen Teil der Kompositionen unter eigenem Namen veröffentlicht. Hierzu würde auch knackige Spielzeit von nur 33 Minuten passen – macht ungefähr ein halbes „richtiges“ Album. Wenn ich mir als zweite Hälfte allerdings Gene Simons missratene Soloeskapade „Asshole“ vorstelle, bin ich für die gewählte Lösung allerdings durchaus dankbar.

Im Gegensatz zu seinem Bandkollegen gibt es bei Herrn Stanley coole Rocker, die – wie kaum anders zu erwarten – mit den Texten eines leicht übertalentierten 14-jährigen gesegnet wurden und als Gesamtbild eine Platte ergeben, die einfach Spaß und gute Laune transportiert. Für mich – alleine schon auf Grund des Überraschungsfaktors – das Album des Jahes 2006.