Musik

Serenity - The Last Knight

18. Juli 2020 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Serenity - The Last Knight (Cover)SERENITY veröffentlichen mit “The Last Knight” ein weiteres Studioalbum - und damit ist leider auch fast schon alles gesagt.

Ähnlich wie der Vorgänger “Lionheart” stagniert “The Last Knight” auf hohem Niveau und wirkt im Gegensatz zu früheren Werken wie “Death & Legacy” oder “Codex Atlanticus” bereits beim ersten Hören seltsam vertraut. Gefüht bleibt nicht nur textlich ein “nächstes Thema”, “nächste Platte” und die nächsten Mannen ziehen in die Schlacht - diesmal eben nicht für Richard Löwenherz sondern zum Ruhme und zur Ehre von Kaiser Maximilian I.

Um einen (zugegebenermaßen hinkenden) Vergleich zu bemühen fühlt sich “The Last Knight” wie eine Episode aus Star Trek “The Next Generation” an - handwerklich gut gemacht, mit guten Akteueren besetzt, aber immer an die “Prime Directive” denkend und ohne Überraschungen. Etwas mehr Wagemut und Abwechslung hätten sowohl der Band als auch dem Album gut getan.


75 Jahre Ritchie Wernochmal?

15. April 2020 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

Die Heidenheimer Zeitung widmet dem “ewigen Wüterich” zum 75. Geburtstag einen eigenen Artikel …

Screenshot

… und gratuliert mit einem irritierenden Bild: die Haare sind deutlich zu lang und zu hell, die Gitarre zu blau und das Shirt zu neumodisch. Abgebildet ist Ritchies Nachfolger (bei Deep Purple) Steve Morse, der allerdings 1954 geboren wurde und nicht 1945.


Conception - State of Deception

12. April 2020 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Conception - State of Deception (Cover)Rund 23 Jahre nach dem letzten Longplayer “Flow” melden sich Conception mit einer neuen Scheibe zurück - wobei dies nicht ganz richtig ist, denn bereits 2018 gab es mit der “re:conception”-Single sowie der “My Dark Symphony”-EP ein zwischenzeitliches Lebenszeichen der Band.

“State of Deception” irritiert nicht nur beim ersten Durchlauf und entpuppt sich als überraschend experimentell und sperrig, Songs wie “Of Raven and Pigs” und “No Rewind” wollen nicht so recht ins Bild passen, das “My Dark Symphony” angedeutet hatte. Wenn eine Band schon über einen Sänger vom Kaliber eines Roy Khan verfügt, sollte man diesen auch singen lassen und dessen Stimme nicht im Übermaß mit Effekten belegen und verfremden.

Als klares Highlight des Albums entpuppt sich die Vorab-Single “Waywardly Broken”, welche gleichzeitig ein atmosphärisches und auch musikalisches Highlight des Albums darstellt, dicht gefolgt von “Anybody Out There” und “By the Blues”, das mit seinem düsteren und einprägsamem Riff ebenfalls nach dem ersten Hören im Gedächtnis bleibt.

Alles in allem wäre bei “State of Deception” in den rund 40 Minuten mehr drin gewesen und somit ist das Album - trotz einiger unverkennbarer Stärken - vor allem im Hinblick auf die bisherigen Veröffentlichungen der Band leider eine kleine Enttäuschung, wenn auch auf hohem Niveau.


Urlaubsimpression V

22. Februar 2020 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

Begrüßungsansicht der Musikabteilung des fnac in Brügge … ja, das ist eine komplette Wand mit Vinyl.


Alice Cooper / Dogs D'Amour 2002-11-30

02. Februar 2020 · Konzerte · andreas · Kein Kommentar

Daß im Schwabenländle gerne gespart wird, ist kein großes Geheimnis. Trotzdem hatte man keine Kosten und Mühen gescheut, um Altrocker Alice Cooper zusammen mit seiner kompletten Show in den Glaspalast nach Sindelfingen zu holen.

Gespart wurde woanders – nämlich an dem bei allen Personalchefs immer wieder beliebten Kostenfaktor “Personal”. Die beiden Mädels an der Abendkasse glänzten durch Unfreundlichkeit und “Hier werden Sie garantiert nicht geholfen”-Einstellung und daß die Rechnung, 5.000 Leute in weniger als einer Stunden durch zwei schmale Eingangstüren zu schieben nicht aufgehen kann, sollte auch einem schwäbischen Hallenchef klar sein. Dazu wurde an beiden Türen so intensiv durch- und untersucht, als würde man gleich auf der Bühne den amerikanischen Präsidenten persönlich bejubeln dürfen.

Dogs D’Amour

So gingen die DOGS D’AMOUR (die für die verhinderten L.A.GUNS eingesprungen waren) denn auch planmäßig auf die Bühne, als noch ein nicht unbeträchtlicher Teil des Publikums die Hallenansicht von Außen genießen durfte. Nicht, daß sie viel versäumt hätten – aber freundlicherweise wurden die Kontrollen offensichtlich gelockert und die Leute strömten in die Halle. Die DOGS lagen mit ihrem Ami-Rock genau im Mittelpunkt zwischen interessant und uninteressant, soll heißen sie taten keinem weh, begeisterten aber auch nur wenige so richtig.

Alice Cooper

Alice CooperDann war die Stunde des Meisters gekommen und Alice Cooper entführte das Publikum nach Dragontown, der gefährlichsten Stadt auf dem Brutal Planet. Weder das Setup noch die Setlist unterschieden sich wesentlich von dem auf “Brutally Live” veröffentlichten Material, nur hier und da wurde ein Song durch einen brandneuen oder steinalten ausgetauscht – auf Material aus der Zeit Anfang der 80’er mußte man (mal wieder) verzichten.

In der Begleitband gab es ebenfalls einige Änderungen, die sich aber mehr optisch denn musikalisch bemerkbar machten, wobei die teilweise recht skurrile Optik natürlich auch ein Teil der Show ist. Vor allem der Bassist könnte mit seinem blau blinkenden Brust-Panel Darth Vader Konkurrenz machen!

Sämtliche Frauenrollen während der Show wurden von Alice’s Tochter Calico Cooper übernommen, die sowohl im Lederoutfit, als Krankenschwester und als Britney Spears (im passenden Pepsi-Look) im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur machte und von Papi mehrere Male um die Ecke gebracht wurde.

Gelungen auch der Rauswerfer – nach der Bandansage “Die Show ist beendet, ihr habt überlebt. Und nun geht.” war wohl jedem klar, daß es keine Zugaben mehr gibt.

Ursprünglich für das Underground Empire geschrieben und dort in überarbeiteter Version veröffentlicht.
Originalversion vom 11.01.2003, das Photo wurde von Stefan Glas zur Verfügung gestellt.