Deep Purple – The Battle Rages On

HAPPY BIRTHDAY – DEEP PURPLE! Pnnktlich zum 25 jährigen Bandjubiläum hat Joe Lynn Turner die Koffer vor die Tür gestellt und sich an den besten Sänger erinnert, der bei DEEP PURPLE jemals das Mikro in der Hand hielt. Dieser ließ sich dann auch (glücklicherweise) nicht lange bitten und so kehrte Ian Gillan – zumindest vorläufig – wieder ans Mikro zurück.

Daß sich der Sängerwechsel gelohnt hat, müßte dann spätestens beim Erscheinen der Vorab-Single „Anya“ auch dem letzten klar geworden sein. Während sich der letzte Weichspüler „Slaves And Masters“ anhörte, als hätte man es mit den reformierten RAINBOW unter falschem Namen zu tun, hört man auf „The Battle Rages On“ wieder deutlich, wer denn hier zu Werke geht. DEEP PURPLE beleheren all diejenigen eines besseren, die sie nach dem letzten Album schon abgeschrieben hatten. Dabei herausgekommen ist ein ziemlich abwechslungsreiches Album, bei dem man sich eher an alte „Fireball“ oder „Machine Head“ Zeiten erinnert, als an „The House Of Blue Light“. Was soll man zu so einem Album noch sagen ?? Wer’s schon zu Hause stehen hat:anhören, wer nicht sollte diesen Mißstand schnellstens beseitigen!

P.S: Leider gab es bei DEEP PURPLE mal wieder eine personelle Umbesetzung. Saitenhexer Ritchie Blackmore verließ pünktlich zum Ende der Europatour die Band, die sich als Ersatz für die folgende Japantour Flitzefinger Joe Satriani angelte, mit dem, wenn man verschiedenen Gerüchten glauben darf, auch noch eine weitere Worldtour folgen wird.

 

Blind Guardian – Tokyo Tales

Gerade als ich mich an meinen Rechner gesetzt habe, um noch ein paar Plattenbesprechungen zu
tippen, ist im Radio ‚mal wieder „Oldie-Time“. Und während ich auf den Bildschirm starre, um mir eine
Einleitung zur neuen BLIND GUARDIAN zu überlegen, legen im Hitergrund ALPHAVILLE mit „Big In Japan“ los – Da hätten wir’s also – Danke Jungs!

Aus irgendwelchen, mir selbst immer noch schleierhaften Gründen, ist in Japan deutscher Metal wesentlich angesagter als bei uns (Was gilt der Prophet schon im eigenen Lande ???). Da überrunden GAMMA RAY in den Charts MICHAEL JACKSON und die Tourneen deutscher Metalbands sind (fast immer) komplett ausverkauft. Diese Tatsache bekamen auch BLIND GUARDIAN mit, die uns von ihrer „Somewhere Far Beyond“-Japan-Tour ein Livealbum mitbrachten, welches auf den riesig origenellen Namen „TOKYO TAPES“ (äh, sorry, „TOKYO TALES“) hört.

Mitgeschnitten am 04. Dezember 1992 in Tokyo bietet das Album dem BLIND GUARDIAN Fan (und all denen, die es hoffentlich noch werden) so ziemlich alles, was er erwartet. Neben „Majesty“ vom ersten Album (auf der Europatour schmerzlichst vermißt), gibt es noch „Banish From Sanctuary“ und „Valhalla“ vom Zweiten, sowie „Goodbye My Friend“, „Welcome To Dying“ und „Lost In The Twilight Hall“ vom dritten Album zu hören. Von der aktuellen Scheibe gibt’s dann noch „Journey
Through The Dark“, „Traveler In Time“, „the Quest For Ranelorn“, „Time What Is Time“ und last but not least den Abschlußsong „Barbara Ann“. Alles in allem also eine gelungene Songauswahl, die zudem sowohl feelingmäßig als auch klangtechnisch prima ‚rüberkommt.

 

Belinda Carlisle – Real

„Spinnen die beim UNDERGROUND EMPIRE jetzt total? Haben die etwa auf der letzten Party zuviel Weichspüler geschluckt?“ – Nein, haben wir nicht. Aber BELINDA CARLISLE ist nun mal jemand, der schon seit über Zehn Jahren im Geschäft ist und auch seither immer recht gute Alben abgeliefert hat, die man zumindest teilweise auch in den Bereich Rock stecken könnte. Der eine oder ander von Euch kennt sie vielleicht noch aus seiner Jugendzeit, als sie als Sängerin der GO GO’s mit ihren Kolleginnen ein paar recht nette Fun-Rock-Scheibchen ablieferte, oder erinnert sich noch an Hits wie „Circles In The Sand“, „Leave A Light On“ oder „La Luna“.

Lange Rede – kurzer Sinn, um was es eigentlich hier gehen sollte ist ihr neues Album „Real“, das vor einigen Wochen veröffentlicht wurde. Und hierzu waren meine Vorab-Befürchtungen doch recht groß.

Nachdem sie vor vier Jahren mit „Runaway Horses“ ein erstklassiges Album hinlegte, das auch heute noch in meiner persönlichen Top-10 zu finden ist, kam mit dem letzten Album dann ein gewaltiger „Ausrutscher“ in Richtung „Computer-Pop“. Doch glücklicherweise muß sie es auch selbst gemerkt haben, daß ihr letztes Werk nicht so das Wahre war, und ging mit „Real“ wieder einen Schritt in die richtige Richtung. Zwar wäre es immer noch irreführend, ihr neues Album als Rock einzustufen, aber zumindest das Prädikat „gut gemachter Pop der nicht allzu schnulzigen Gangart“ kann man dem Album verleihen. Hört doch ‚mal rein.

 

Zarathustra – Zarathustra

zarathustra-zarathustraDas auffälligste an ZARATHUSTRAs selbstbetiteltem Tape ist wohl das Cover Hier wurde wieder einmal ein altbekanntes Motiv der einschlägigen Literatur ausgegraben: zwei sich liebende junge Menschen, ein Junge und ein Mädchen, die Hand in Hand durch den Wald spazieren und langsam aber sicher eine einsame Waldhütte ansteuern Ihr ahnt sicher schon, worum es sich dreht, es handelt sich um die Geschichte von Hans und Grete, bzw. deren jugendfreie Version „Hänsel und Gretel“.

Warum diese lange Einleitung? Ihr werdet wohl genau so überrascht sein wie ich es war, aber bei diesem Tape handelt es sich tatsächlich um ein Konzept-Tape über eben diese weitbekannte Story. Die Musik ZARATHUSTRAS braucht sich hinter dem Text-Konzept nicht zu vesteckeri. ZARATHUSTRA bieten melodisch angehauchten Metal, der mich an manchen (wenigen) Stellen etwas an HELLOWEEN erinnerte.

Wer dieses zudem noch sauber produzierte Demo mit gutem Sound (Aufnahme in DDA) sein eigen nennen möchte, melde sich mit 13.- DM bei folgender Adresse: Adresse.

 

Wastegate – Wastegate

wastegate-wastegateWenn ich ehrlich bin, muß ich zugeben, daß mir WASTEGATEs ’92er Demo anfangs überhaupt nicht gefallen hat. Aber wie heißt’s so schön: kommt Zeit, kommt Gefallen (?!?). Und so schafften es WASTEGATE dann auch nach einiger Zeit, sich in mein Gehör zu spielen.

Daraus jetzt aber zu schließen, daß WASTEGATE zur Progressiv- oder Prügel-Ecke gehören (auf die ich beide nun mal nicht so arg kann), führt auf den falschen Weg. WASTEGATE spielen recht ’normalen‘ Power Metal, was aber keinesfalls abwertend gemeint ist. Gewöhnungsbedürftig ist hauptsächlich der Gesang von Maikl, dem’King of Meat‘, wie er im Info bezeichnet wird, und der noch ein bißchen an sich arbeiten müsste.