Recht spartanisch präsentiert sich die DVD “Manfred Mann’s Earth Band – Angel Stadion In Moscow”: nicht nur, daß sich beim Öffnen der Verpackung nicht mal ein Einleger geschweige denn ein Booklet findet und die Rückseite des Covers in blütenweiß erstrahlt, der Eindruck setzt sich auch bei der DVD fort.
“Extras? Was ist das? Audio-Optionen? Warum das denn?” Das Menü präsentiert exakt zwei Auswahlmöglichkeiten: das gesamte Konzert abzuspielen oder die gezielte Auswahl eines Tracks. So stellt sich die nächste Enttäuschung dann auch beim Anspielen des ersten Songs ein: Center und Rear-Boxen bleiben stumm, es gibt nur Stereo.
Das Konzert selbst ist mit 13 Songs, natürlich inklusive “Davy’s On The Road Again” und “Blinded By The Light” (letzterer allerdings in einem Medley verarbeitet) und rund 100 Minuten guter Durchschnitt, allerdings hat man die Earth Band durchaus schon spielfreudiger erlebt. Kameraführung und Schnitt sind dem Ereignis angemessen und verärgern nicht durch allzu hektische Bildwechsel oder übertriebenen Effekteinsatz, dafür bleibt das Bild in manchen Passagen eindeutig zu dunkel.
“Angel Stadion In Moscow” ist eine DVD, die wohl nur zu kaufen lohnt, weil es zur Zeit die einzige Live-DVD von Manfred Mann’s Earth Band ist und die über weite Strecken an genau den Problemen krankt, unter der auch andere Minimal-Produktionen (z.B. die ersten DVD-Veröffentlichungen von Uriah Heep) leiden. In der Hoffnung auf Besserung im hoffentlich irgendwann stattfindenden zweiten Versuch.
Daß Derek William Dick, besser bekannt als Fish, mit dem Musikbusiness (und vor allem den Plattenfirmen) nicht viel am Hut hat, ist kein Geheimnis. Und so erschien “Field Of Crows” auf seinem Eigenlabel “Chocolate Frog Records” und wurde zuerst nur über Direktvertrieb und bei Konzerten (für “leicht” überteuerte 20 Euro / Stück) unter das Volk gebracht. Inzwischen steht das Album dank abgeschlossener Vertriebsdeals auch in jedem halbwegs gut sortierten (Platten-)Laden und kann somit deutlich einfacher und glücklicherweise auch preiswerter erworben werden.
Mit “Temple Of Shadows” veröffentlichen
Lange habe ich mich darum gedrückt, ein paar Zeilen zu dem inzwischen nicht mehr ganz taufrischen Werk von Alanis Morissette zu schreiben. Alle bisherigen Alben der kanadischen Künstlerin (sieht man von den beiden nur in ihrer Heimat veröffentlichten Jugendsünden ab) begeisterten durch eine gekonnte Mischung aus Konzept und Innovation: “Jagged Little Pill” als rotzig freches Rockalbum, “Supposed Former Infatuation Junkie” als organisches Werk und “Under Rug Swept” mit eher modernen Anleihen.
Totgesagte leben länger – und so sind auch