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Bitdefender Internet Security

Nachdem Bitdefender vor einigen Jahren auf Grund der aggressiven Plugin-Installationen von der Festplatte verbannt wurde, waren die Kombination aus auslaufender G Data-Jahreslizenz, dämlicher Werbung sowie „Kostenlose Bitdefender Internet-Security für 9 Monate“-Aktion Anlass, Bitdefender noch einmal eine Chance einzuräumen.

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Schon der Begrüßungsschirm „Bitdefender Oneclick Security“ zeigt deutlich, wohin die Reise geht und so entpuppt sich die „Benutzerdef.“ Installation“ eher als Mogelpackung denn als ernstgemeintes Angebot: wo man bei der Konkurrenz aus einzelnen Komponenten wählen und z.B. bei der „GData Internet Security“ in einer Minimalversion lediglich die Antiviren-Lösung installieren kann, gibt es bei Bitdefender gerade mal den Installationspfad sowie einen optionalen Proxy zur Auswahl.

Über Sinn und Unsinn zwangsinstallierter Zugaben kann man geteilter Meinung sein: während der Anbieter deren mögliche zusätzliche Sicherheitsleistung unterstreicht, bietet letztendlich jede unnötig installierte – weil nicht genutzte – Softwarekomponente neue Angriffsfläche alleine durch ihr Vorhandensein im System.

Bei der Installation spart Bitdefender dann nicht mit vollmundigen Versprechen – egal ob Bitdefender Photon für „Schnellste Systemgeschwindigkeit“ dem „Installieren und Vergessen“ Bitdefender Autopiloten oder der Geldbörse, spätestens bei dem Werbetext zur Ein-Klick-Optimierung sollte auch der leichtgläubigste Computernutzer hellhörig werden: ein Programm, welches „jede mögliche Optimierung“ durchführt, verspricht auf jeden Fall mehr als es halten kann.

Nach erfolgter Installation dann ein beruhigendes Bild: „Sie sind geschützt“ und „Das System ist sicher“ prangt in großen grünen Zeichen auf dem Bildschirm während man unten die Touch-freundlichen Schaltflächen für die Einstellungen inklusive der „Safepay“ und „Optimieren“-Dreingaben bewundern darf.

Ein Klick auf „Optimieren“ fördert dann auch bei einem frisch installierten System bereits erstaunliches zu Tage: Neben 92 Junk-Dateien wurden auch 27 Registry-Probleme sowie 43 Datenschutzprobleme gefunden, wobei besonders Letztere extrem bedrohlich klingen.

Der Klick auf „Dateien anzeigen“ offenbart dann recht schnell den Ernst der Lage: neben einem Verlaufseintrag und einem Cookie besteht der Rest der Datenschutz-Probleme aus 41 Dateien im Internet Explorer-Cache. Eine Bewertung dieser Aussage bleibt jedem selbst überlassen, wie auch die Tatsache, daß die zum gleichen Zeitpunkt im Google Chrome-Cache befindlichen 120 Dateien offensichtlich nach Bitdefenders Meinung kein Datenschutzproblem darstellen.

Dass die Entwickler bei Bitdefender aber schon einmal etwas von Googles Browser gehört haben müssen offenbart der Blick in die Einstellungen der mitinstallierten Geldbörse, dort wird Google Chrome neben Firefox, Bitdefender Safepay, Skype und Yahoo aufgelistet.

Wer mit dem Deaktivieren der Geldbörse direkt nach der Bitdefender-Installation meint, diese nie zu Gesicht bekommen zu müssen, wird eines Schlechteren belehrt: Chrome meldet beim nächsten Start daß mit „Bitdefender Wallet“ ein anderes Programm auf dem Computer eine Erweiterung hinzugefügt hat, die sich möglicherweise auf die Funktion von Chrome auswirkt und die Berechtigung einfordert, alle Daten der besuchten Websites nicht nur lesen sondern auch ändern zu dürfen.

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Auch wenn ein Klick auf „Aus Chrome entfernen“ dem Spuk ein erstes Ende zu bereiten scheint, spätestens die Warnung, daß Einstellungen des Browsers durch ein Fremdprogramm manipuliert wurden sollte eine Sicherheitslösung besser nicht auslösen.

Selbstverständlich weist auch der Microsoft Internet Explorer beim nächsten Start darauf hin, daß das Add-On „Bitdefender-Geldbörse“ jetzt verwendet werden kann und das gleiche ärgerliche Verhalten spiegelt sich auch im E-Mail-Bereich wieder: auch wenn der Spam-Schutz abgeschaltet wurde, zeigt ein Blick in den Mailer Thunderbird, daß auch dort unter den Erweiterungen jetzt ungefragt eine Bitdefender Toolbar angezeigt wird.

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Ins Gesamtbild passt somit auch die Rückkehr zur die Bitdefender-Oberfläche, deren Status-Meldung von strahlendem Grün auf leuchtendes Gelb gewechselt ist und mit „SIE SIND ANGREIFBAR“ sowie „Alle Probleme beheben“ hochallergisch auf den abgeschalteten SPAM-Schutz reagiert, gleichzeitig aber die Möglichkeit bietet, die Gefahr durch Abschalten der Benachrichtigung abzuwenden.

Wenn man aktuellen Antiviren-Tests glauben darf, scheint es um die tatsächliche Schutzleistung von Bitdefender gar nicht mal so schlecht bestellt zu sein, das Produkt landet meist im vorderen Drittel.

Im klaren Gegensatz hierzu stehen allerdings sowohl die zwangsweise installierten Plugins und Systemerweiterungen als auch die nicht zu haltenden Versprechen jedmöglicher Systemoptimierung – von der Bereinigung angeblicher Datenschutzprobleme („Die tun was für meine Sicherheit!“) ganz zu schweigen.

Dann doch lieber für ein Konkurrenzprodukt zahlen!

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BitDefender Antispam-Modul deaktivieren

Eigentlich ist es ja eine feine Sache, wenn etwas, das normalerweise Geld kostet, verschenkt wird – im Falle von BitDefender Antivirus 2009 ist das fälschlicherweise aktivierte Antispam-Modul aber eher ein Ärgernis denn ein Grund zur Freude:

Das Modul ist standardmäßig aktiviert, die zugehörigen Konfigurationsoptionen aber leider nicht. So fügt Antispam seine zusätzlichen Header ein und ändert – leider – bei allen Mails, die es für unerwünschte Werbung hält, auch die Betreffzeile, in dem es ein „[spam]“ einfügt, ohne daß es eine Möglichkeit gibt, innerhalb der Konfigurationsoberfläche daran etwas zu ändern.

Nachdem leider auch über eine Woche nach der Kontaktaufnahme mit dem Support weder eine sinnvolle Hilfestellung („Use our uninstall tool“, „Download the program“ sowie „Install and register with your license key“ gab’s natürlich) noch eine Lösung in Aussicht ist, ist Hilfe zur Selbsthilfe angesagt:

Im Profilverzeichnis unter

%APPDATA%\Bitdefender\Desktop\Profiles

sollte die Datei „antispam.xml“ liegen, die man mittels Rechtsklick und „Öffnen mit > Editor“ auch bearbeiten kann.

In dieser Datei findet sich gleich in der vierten Zeile der Konfigurationseintrag

<ScanSpam>1</ScanSpam>

in dem die „1“ gegen eine „0“ auszutauschen ist. Anschließend kann die Änderung gespeichert und der Editor wieder verlassen werden.

Damit die geänderte Option auch wirksam wird, ist BitDefender neu zu starten, was am einfachsten durch einen Neustart von Windows gelingt. Hier ist vorher aber die Datei „antispam.xml“ noch unbedingt mit einem Schreibschutz zu versehen (Rechtsklick > „Eigenschaften“ > „Schreibgeschützt“), da BitDefender sonst den manuell geänderten Wert beim Speichern seiner Einstellungen wieder auf die aktuell noch aktive „1“ zurücksetzt.

Nach dem erfolgten Neustart ist das Antispam-Modul inaktiv, was ein Blick in den Quelltext einer heruntergeladenen Mail bestätigt. Sollte die „antispam.xml“ aus irgendwelchen Gründen nicht vorhanden sein, kann folgende minimal-Datei verwendet werden:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<antispam version="2.0">
    <settings>
        <ScanSpam>0</ScanSpam>
    </settings>
</antispam>
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Bitdefender Antiphishing-Toolbar deinstallieren

Was ich überhaupt nicht leiden kann ist, wenn ein Programm bei der Installation ohne mich zu fragen an den Einstellungen eines anderen Programmes herumkonfiguriert – so wie zum Beispiel Bitdefender Antivirus 2009.

Kaum ist das Update von der 2008’er Version gemacht und der PC wie verlangt neu gestartet, hat mein Firefox eine neue Toolbar. Ärgerlich zwar, aber keine Katastrope, denn für was gibt es die „Add-on“-Verwaltung, mit deren Hilfe man Add-ons nicht nur installieren, sondern auch wieder deinstallieren kann.

Soweit die Theorie, denn Bitdefender hat die entsprechende Option leider deaktiviert:

Nachdem eine kurze Recherche in den Bitdefender-Foren leider auch keine Lösung aufzeigt, führt der nächste Weg zum Bitdefender Live-Support, bei dem man mit einem Supportmitarbeiter seine Probleme im Chat diskutieren kann (und das sogar Sonntag Nachmittags).

Keine Ahnung, ob die Mitarbeiterin nicht verstehen kann oder will, die HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Mozilla\Firefox\Extensions letztendliche Hilfe zur Selbsthilfe führt zum Registry-Key in dem der Eintrag „FFToolbar@bitdefender.com“ zu finden ist.

Gesichert, gelöscht – und weg ist die Toolbar!

Update 30.11.2008: Seit den BitDefender-Updates der KW48 kann man die Toolbar zwar mit der oben beschriebenen Methode noch immer löschen, nach einem Reboot ist der Registry-Key aber wieder gesetzt.