Schlagwort: Debian

Spende an das Debian-Projekt

· · · 1 Kommentar

Der Beitrag "Spendenempfänger 2021" bei blog.jakobs.systems hat mir den letzendlichen Schubs gegeben, selbst auch eine Spende in Richtung des Debian-Projekts loszuschicken.

Gemäß dem dort zitierten Motto "Tue Gutes und erzähl' davon" hilft vielleicht die Erwähung hier, den Gedanken noch etwas weiter zu verbreiten. Lediglich der von Debian empfohlene Weg

Die einfachste Möglichkeit, Geld an Debian zu spenden, ist über Paypal an Software in the Public Interest, eine gemeinnützige Organisation, die treuhändisch Vermögen für Debian verwaltet.
[Quelle]

die Spende an "Software in the Public Interest" ausgerechnet über PayPal abzuwickeln, fühlt sich irgendwie seltsam an.


Debian Stable und Firefox ESR

· · · 1 Kommentar

Ausgangssituation

Die Debian-Veröffentlichungen gliedern sich in drei Varianten, von denen "stable" für die Verwendung durch den Ottonormalbenutzer empfohlen wird:

The release of Debian called "stable" is always the official released version of Debian. Ordinary users should use this version.
[Quelle]

Stabil bedeutet hierbei

once released, the operating system remains relatively unchanging over time.
[Quelle]

Im Rahmen eines sog. Freeze werden zu einem bestimmten Zeitpunkt Programme in den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Versionen eingefroren, welche dann Teil der nächsten "stable"-Veröffentlichung werden. So war zum Beispiel bei der Veröffentlichung von Debian 10 Libreoffice 6 aktuell und ist auch zum jetzigen Zeitpunkt in Debian 10 noch enthalten, der Wechsel zu Version 7 wurde erst mit Debian 11 durchgeführt.

Dies garantiert eine weitestgehend stabile Arbeitsplattform, auf der nicht durch Updates bestehende und funktionierende Prozesse gefährdet werden, da i.d.R. nur sicherheitsrelevante Änderungen in einmal veröffentlichte Programmpakete integriert werden.

Es gibt nur wenige Ausnahmen von diesem Schema, eine davon ist Firefox, welcher von Debian in der  ESR (Extended Support Release)-Version ausgeliefert wird.

Leider reicht aber der verlängerte Support-Zeitraum der ESR-Versionen nicht aus, um die komplette Lebensspanne einer Debian-"stable"-Veröffentlichung zu begleiten, so daß innerhalb einer Stable-Version das Firefox ESR-Paket aktualisiert werden muss. Aktuell steht der Wechsel von Version 78 zu Version 91 an, der sich leider auf Grund einiger Randbedingungen spürbar verzögert.

Die Betreuer des Pakets laden nicht nur das fertige Binärpaket von der Mozilla-Website und verteilen es neu, es wird stattdessen eine eigene Version von Firefox aus dem öffentlich zugänglichen Quelltext gebaut und verteilt, wozu aber erst zahlreiche hierfür verwendete Werkzeugpakete angepasst werden müssen, was Zeit benötigt.

Lösungsmöglichkeiten

Da der Einsatz des nicht mehr aktuellen Browsers auf Grund mehrerer Sicherheitslücken nicht mehr empfehlenswert ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, zumindest temporär auf eine aktuellere Version auszuweichen, bis eine aktualisierte Browserversion bereitgestellt wird.

Flathub / snap

Vorteil (oder Nachteil) der Lösung ist, daß nicht nur die Anwendung heruntergeladen wird, sondern auch alle Bibliotheken, welche die Anwendung zur Laufzeit benötigt und die Anwendung mit "ihren" statt den im System installierten Bibliotheken ausgeführt wird. Somit müssen nicht wie bei einem "normalen" System die passenden Bibliotheken systemweit installiert werden, sondern die Anwendung kann gekapselt mit den für sie zuständigen Bibliotheken laufen, während der Rest des Systems andere Versionen verwenden kann.

Nachteil ist, daß irgendwelche Bibilotheken im Zweifelsfall mehrfach auf dem System vorhanden sind und falls der Ersteller des Pakets z.B. eine Bibliothek, die Sicherheitsprobleme hat, nicht aktualisiert, ist und bleibt das eben so. Mit ein bißchen Pech wird somit durch die Hintertür die Systemsicherheit ausgehebelt. Ob es dann reicht, daß die unsichere Bibliothek in der jeweiligen Umgebung läuft, bleibt im Ernstfall spannend ...

Da es sich um eine temporäre Zwischenlösung handeln soll, ist dieser Ansatz nur dann interessant, wenn aus anderen Gründen sowieso bereits eine der beiden Umgebungen in Betrieb ist.

Direkter Download von Mozilla

Hier wird lediglich die aktuelle Binärversion des Browsers heruntergeladen, entpackt und in das System eingebunden. Für den geplanten Einsatzzweck also perfekt geeignet.

Umsetzung

Als erstes wird die aktuelle ESR-Version von der Mozilla-Website heruntergeladen:

$ wget 'https://download.mozilla.org/?product=firefox-esr-latest-ssl&os=linux64&lang=de' -O "$HOME/Downloads/firefox-esr.tar.bz2"

und dann nach "/opt" entpackt:

$ cd /opt
$ sudo tar xfvj "$HOME/Downloads/firefox-esr.tar.bz2"

Theoretisch gäbe es auch die Möglichkeit, die Dateien innerhalb des "$HOME"-Verzeichnisses zu entpacken und zu verwenden, aus Sicherheitsaspekten ist davon aber abzuraten: der Browser hat standardmäßig Schreibrechte im kompletten "$HOME"-Verzeichnis und könnte somit im Schadensfall auch die eigenen Programmdateien modifizieren.

Als letzter Schritt muß noch die ".desktop"-Datei angepasst werden. Unter GNOME kann dies wie folgt erledigt werden:

$ cp /usr/share/applications/firefox-esr.desktop ~/.local/share/applications/

Anschließend die soeben kopierte Datei bearbeiten

$ vi ~/.local/share/applications/

und den Pfad in der Zeile

Exec=/usr/lib/firefox-esr/firefox-esr %u

in

Exec=/opt/firefox/firefox %u

ändern. Nach einmal ab- und wieder anmelden wird von der kompletten Oberfläche die neu installierte Version verwendet. Da sich Firefox 78 und 91 auch optisch deutlich unterscheiden, ist die Ausführung des neueren Browsers jederzeit klar erkennbar und man braucht nicht panisch nach jedem Browserstart die Version zu kontrollieren.

Der so installierte Browser läuft hier seit einiger Zeit problemlos, lediglich beim ersten Start musste das richtige Profil gewählt werden.

Sobald Firefox 91 ESR in Debian integriert ist, reicht es, den Ordner "/opt/firefox" sowie die Datei "~/.local/share/applications/firefox-esr.desktop" zu löschen.


Neues Firefox-Profil nach Aktualisierung

· · · 0 Kommentare

Nachdem es aktuell beim Wechsel von Firefox 78esr zu 91esr innerhalb der Debian-Repositories zu Verzögerungen kommt, habe ich den Firefox 91esr direkt von der Mozilla-Seite heruntergeladen und nach "/opt" entpackt. Der Plan ist, die parallel installierte Version so lange zu benutzen, bis die Debian-Version erfolgreich aktualisiert wurde und dann wieder den Browser aus dem Repository zu verwenden.

Der erste Start des neuen Browsers sorgte allerdings für eine Schrecksekunde: statt des gewohnten Anblicks mit Lesezeichenleiste und Erweiterungen präsentierte sich ein Firefox im Auslieferungszustand. Ein Blick in den ".mozilla"-Ordner innerhalb des Benutzerverzeichnisses beruhigte, denn das alte Profil war noch vorhanden und Firefox hatte ein neues Profil angelegt.

Die Erklärung hierfür liefert "Ein gesondertes Profil für jede Firefox-Installation" mit dem sachdienlichen Hinweis, daß es sich hierbei um ein Feature und keinen Bug handelt:

Wenn Sie eine neue, zusätzliche Installation von Firefox installieren, wird ein neues Profil erstellt. Ihre persönlichen Daten oder Anpassungen bleiben dabei erhalten, denn Ihre bisherigen Profildaten werden gesichert und der vorherigen Firefox-Installation zugeordnet.D

Da die Version 78esr aus den Repositories sowieso nicht mehr verwendet werden sollte, half ein erneuter Start des Browsers mit angehängtem "-p", welches den Profilmanager aufruft. Das neue Profil löschen, das alte als Standard definieren und schon war wieder alles wie gewünscht.


Adobe Photoshop CS5 unter Debian Bullseye

· · · 0 Kommentare

War mit dem in Debian Buster vorhandenen Wine bereits die 32-bit-Version von Adobe Photoshop CS5 mit ein paar Tricks zur Kooperation zu überreden, so funktioniert mit dem in Debian Bullseye vorhandenen Wine auch die 64-bit-Version.

Die Installaton und Aktualisierung läuft bis auf ein paar kleine Anpassungen analog zur bereits beschriebenen Vorgehensweise.

Installation

Davon ausgehend, daß die Installations-DVD im Laufwerk liegt, ist die Installation schnell erledigt. Nach dem Anlegen einer passenden Umgebung

$ WINEPREFIX="$HOME/wineps64" winecfg
...

wird auf der Kommandozeile in das Installationsverzeichnis gewechselt und anschließend die Installation gestartet

$ cd /media/cdrom0/Adobe\ CS5/
$ WINEPREFIX="$HOME/wineps64" wine Set-up.exe
...

Eventuell im Laufe der Installation auftretende Wine-Warnungen können ignoriert werden.

Aktualisierung

Da die von Adobe ausgelieferte "AdobePatchInstaller.exe" auch unter Bullseye genauso wenig funktioniert wie unter Buster, wird die Aktualisierung manuell durchgeführt. Nach dem Öffnen einer Kommandozeile innerhalb der Wine-Umgebung

$ WINEPREFIX="$HOME/wineps64" wine cmd

wird die "Setup.exe" aufgerufen. Es ist lediglich zu beachten, daß diese in 64-bit-Umgebungen im Verzeichnis "Program Files (x86)" statt "Program Files" liegt und ggf. der Pfad des entpackten Installationspakets anzupassen:

c:\>"C:\Program Files (x86)\Common Files\Adobe\OOBE\PDApp\core\..\DWA\Setup.exe" --installSourcePath=h:\Downloads\AdobePhotoshop12_5-mul-AdobeUpdate

c:\>Begin Adobe Setup
UI mode: Silent
100.00%
End Adobe Setup. Exit code: 0
002b:err:ole:CoUninitialize Mismatched CoUninitialize

Wichtig ist die Ausgabe, daß die Aktualiserung zu "100.00%" durchgeführt wurde sowie die Ausgabe des korrekten "Exit-Code: 0".


Virtueller Webserver auf Debian-Basis

· · · 0 Kommentare

Als Test- und Entwicklungssystem für Websites bietet sich ein virtueller Server auf der Basis von LAMP an: Linux, Apache, MariaDB und PHP (Perl, Python, ...). So bleibt der Server mit all seinen Komponenten vom eigentlichen Arbeitssystem getrennt, kann einzeln gesichert und ggf. auch wiederhergestellt werden und Dank Snapshots kann man eventuell fehlschlagenden Experimenten deutlich entspannter entgegensehen.

Sofern das Betriebssystem bereits entsprechende Mechanismen mitbringt, sollte für die Virtualisierung auf Bordmittel zurückgegriffen werden - unter Linux zum Beispiel auf GNOME Boxes oder den Virtual Machine Manager, unter Windows 10 Professional oder Enterprise stattdessen auf Hyper-V. Ansonsten kann auch eine alternative Lösung wie VMware Workstation Player oder Oracle VirtualBox installiert werden.

Auf Details der Virtualisierungsumgebung wird hier nicht weiter eingegangen, diese können bei Bedarf in der jeweiligen Dokumentation nachgelesen werden.

Der Server wird absichtlich "offen" als internes System konfiguriert und sollte in dieser Konfiguration auf keinen Fall aus dem Internet erreichbar sein!

Weiterlesen