Anwendungen

Zoom unter Linux

07. April 2020 · Anwendungen · andreas · 9 Kommentare

Die Videochat-Software von Zoom ist aktuell in vielen Schlagzeilen zu finden und das leider nicht nur im positiven Sinn: von “Unter Beobachtung” bis “Videokonferenz-Software: Ist Zoom ein Sicherheitsalptraum?” - spätestens beim Gedanken daran, die Software auf das eigene System loszulassen, beschleicht den Systemadministrator mehr als nur ein ungutes Gefühl.

Wer Zoom trotzdem installieren will / muss und sich dabei halbwegs sicher fühlen will, kann die Software in einer Sandkiste wie z.B. Firejail einsperren.

Zoom

Den Client bezieht man am einfachsten über die Website des Herstellers, wo es den “Zoom-Client für Linux” fertig gepackt für verschiedene Distributionen gibt.

Nach Herunterladen der gewünschten Version wird diese mittels

$ sudo apt install ./zoom_amd64.deb

inklusive der eventuell noch benötigten Abhängigkeiten installiert und noch vor dem ersten Start abgesichert.

Alternativ kann auch die Version für ein “Anderes Linux-Betriebssystem” gewählt werden. Der Download ist dann ein gepacktes tar-Archiv, welches ohne Installation in einen beliebigen Ordner entpackt werden kann. Um Abhängigkeiten und Icon muss man sich dann allerdings selbst kümmern.

Firejail

Sofern nicht bereits installiert, kann Firejail in den meisten Fällen direkt aus dem Repository der verwendeten Distribution bezogen werden.

$ sudo apt install firejail

Ein Profil für Zoom wird mitgeliefert und findet sich nach der Installation unter “/etc/firejail/zoom.profile”

Damit beim Aufruf über das Icon in GNOME der Start auch tatsächlich mit Firejail erfolgt, ist der Aufruf von

$ firecfg --fix Fixing desktop files in /home/benutzername/.local/share/applications ... Zoom.desktop created ...

notwendig, welcher die Links für alle “.desktop”-Dateien aus “/usr/share/applications” auf absolute Dateipfade überprüft und im Bedarfsfall angepasste Kopien unter “/home/benutzername/.local/share/applications” anlegt.

Ist Zoom dann gestartet, kann mit

$ firejail --list 3339:benutzername::/usr/bin/firejail /usr/bin/zoom

überprüft werden, daß Firejail auch tatsächlich verwendet wird.


Entrust IdentityGuard Mobile und LineageOS

25. März 2020 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Auf den Versuch, Entrust IdentityGuard Mobile auf (m)einen Google Pixel mit aktuellem LineageOS 16 in Betrieb zu nehmen, hat die App nur mit einem

Manuelle Aktivierung wird auf einem ungesicherten Gerät nicht unterstützt

reagiert. Tatsächlich fördert die Suche auf der Entrust-Website die Info hervor, daß der Betrieb der App auf einem Custom Rom nicht möglich ist.

Entrust IdentityGuard mobile has detected that it is running on an unsecured device. Application exiting

The issue is that you have Jail broken (iPhone) Rooted (Android) or hacked/cracked your mobile device, you will not be able to install the soft token and will need to either install it on a different device (e.g. workstation or other mobile device) or switch to the eGrid Card.

Stattdessen läuft die App jetzt auf einem Nexus 4 unter Android 5.1.1mit Softwarestand Juli 2015, bestimmt ein riesiger Sicherheitsgewinn.


451: Unavailable due to legal reasons

09. Februar 2020 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Man lernt nie aus … gerade wollte ich mich über die Aussagen der US-Präsidentschaftskandidaten zu UFOs schlau machen, da ereilt mich ein

451: Unavailable due to legal reasons

We recognize you are attempting to access this website from a country belonging to the European Economic Area (EEA) including the EU which enforces the General Data Protection Regulation (GDPR) and therefore access cannot be granted at this time. For any issues, contact admin@conwaydailysun.com or call 603.356.3456.

Gibt’s offensichtlich wirklich


Ihre G DATA Internet Security Lizenz ist abgelaufen

08. Februar 2020 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Nachdem die lokalen Rechner bereits seit mehreren Monaten mit Linux laufen, kam gestern nochmal eine Erinnerung an alte Zeiten:

Liebe(r) Andreas Thul,

die Lizenz für G DATA Internet Security ist abgelaufen.

Sie sind aktuell nicht mehr vor Viren, Trojanern und anderen digitalen Schädlingen geschützt. Zusätzlich wurden wichtige Sicherheitsfunktionen Ihrer Software automatisch deaktiviert. Verlängern Sie jetzt Ihre Lizenz, um weiterhin entspannt und sicher im Internet zu surfen.

Zugegeben, es war in den ersten Tagen ein seltsames Gefühl, sich plötzlich ohne Big Brother durch’s Netz zu bewegen - aber letztendlich bleibt festzustellen, daß der Schutz durch ein sicheres System (wozu auch eine entsprechende Browser-Konfiguration und das Einschalten des Hirns gehört) deutlich höher zu berwerten ist, als duch eine zusätzliche Software, welche sich tief im System verankert und schlechtestenfalls für neue Lücken oder Probleme sorgt.


Hyundai Multimedia-Anlage sortiert Songs alphabetisch

18. November 2019 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Auf den ersten Blick erscheint das, was die Hyundai Multimedia-Anlage mit USB-Sticks anstellt, ganz passabel: das Abspielen beginnt bereits, während der Inhalt des Sticks noch fertig ausgelesen wird, ID3V2-Tags werden erkannt und verarbeitet und mittels Coverflow lässt sich ansprechend und intuitiv zwischen den Alben navigieren.

Die erste Überraschung kommt nach dem Befüllen des Sticks, denn die Multimedia-Anlage ignoriert tapfer alle Varianten von “folder.jpg”, “cover.jpg” u.ä. und benötigt für die Darstellung des Album-Covers in die MP3s eingebettete Bilder.

Fällt dies noch unter “naja”, so ist die nächste Eigenheit deutlich nerviger: wenn ein Album nicht über den Dateibrowser, sondern über die (auf den ID3-Tags basierende) Interpreten- bzw. Albumliste gewählt wird, so werden die im “Track”-Tag definierten Nummern ignoriert und die Songs eines Albums anhand des Titels alphabetisch sortiert.

Dies führt spätestens bei einem Konzeptalbum wie PINK FLOYDs “The Wall” zu verstörenden Hörer(leb|geb)nissen:

Der Workaround ist simpel wenn auch nervig - sobald die Tracknummer innerhalb des Titel-Tags dem eigentlichen Titel vorangestellt wird, klappt es auch wieder mit der korrekten Reihenfolge. Hierbei ggf. an eine führende “0” denken!