Hörbücher auf CD sind zur Zeit groß in Mode – egal, ob Bohlen’s Dieter aus seinen (durchaus humoristischen) Erlebnissen liest, Michaela Schaffrath uns wissen lässt, dass sie mal Gina Wild war oder der Bestseller “Illuminati” von David Brown für die Lesefaulen aufbereitet wird – überall und (fast) an jeder Ecke finden sich entsprechende Angebote.
Was das mit “Marbles On The Road” zu tun hat? Nicht viel, außer der Tatsache, daß die DVD auch mehr ein Hör- denn ein Sehgenuss ist. Keine Ahnung, warum man neuerdings meint, die Anzahl der Kameras stünde in irgendeiner direkten Beziehung zur Bildqualität – lieber nur zwei Kameras, die auch ein ordentliches Bild liefern, als die 15, die zur Aufzeichnung von “Marbles On The Road” verwendet wurden. Schon bei den Photos im Booklet wird deutlich, wo das Problem liegt: sobald die Bühne in blaues oder violettes Licht getaucht wird, “saufen” alle Details einfach in einem Farbensumpf ab, ein Effekt, an den sich wohl mancher VHS-Veteran noch erinnert. Nur bei genügend weißem Licht wird das Bild detailreicher und nähert sich der Qualität, die man von einer aktuellen DVD-Produktion eigentlich erwarten dürfte.
Im krassen Gegensatz zum optischen Desaster steht die Tonspur der DVD, denn hier gibt es nichts zu meckern, sondern Lob pur. Der Sound ist klar und exzellent abgemischt und auch die hinteren Lautsprecher werden sinnvoll eingesetzt.
Das Konzert selbst, mitgefilmt im Londoner Astoria, ist in zwei Teile gegliedert: im ersten Teil wird “Marbles” als Komplettwerk zelebriert, während im zweiten Teil auch ältere Stücke zum Zuge kommen. Der Focus liegt hierbei eindeutig auf der Wirkung der Musik, auf optischen Schnickschnack wird weitestgehend verzichtet. Auch Material aus der “Fish”-Ära wird dankenswerterweise ausgelassen, die Mannen um Sänger Steve Hogarth beschränken sich auf die für ihn und seine Stimme geschriebenen Stücke.
Als Bonus finden sich das “Marbles” Electronic Press Kit sowie die Videoclips zu “You’re Gone” und “Don’t Hurt Yourself” – nette Dreingaben also, die zwar die DVD aufwerten aber sicherlich für sich alleine keinen Kaufanreiz darstellen.
Die Enttäuschung 2004 flatterte noch kurz vor Ende des Jahres ins Haus: die Livescheibe “Anywhere But Home” von
Recht spartanisch präsentiert sich die DVD “Manfred Mann’s Earth Band – Angel Stadion In Moscow”: nicht nur, daß sich beim Öffnen der Verpackung nicht mal ein Einleger geschweige denn ein Booklet findet und die Rückseite des Covers in blütenweiß erstrahlt, der Eindruck setzt sich auch bei der DVD fort.
Daß Derek William Dick, besser bekannt als Fish, mit dem Musikbusiness (und vor allem den Plattenfirmen) nicht viel am Hut hat, ist kein Geheimnis. Und so erschien “Field Of Crows” auf seinem Eigenlabel “Chocolate Frog Records” und wurde zuerst nur über Direktvertrieb und bei Konzerten (für “leicht” überteuerte 20 Euro / Stück) unter das Volk gebracht. Inzwischen steht das Album dank abgeschlossener Vertriebsdeals auch in jedem halbwegs gut sortierten (Platten-)Laden und kann somit deutlich einfacher und glücklicherweise auch preiswerter erworben werden.
Mit “Temple Of Shadows” veröffentlichen