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Hörenswert #64: Pink Floyd - Hey Hey Rise Up (feat. Andriy Khlyvnyuk of Boombox)

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Am 7. April machte überraschend die Nachricht die Runde, daß PINK FLOYD eine neue Single veröffentlichen.

Auf der Basis eines Instragram-Videos des BOOMBOX-Frontmans Andriy Khlyvnyuk haben David Gilmour und Nick Mason mit der Hilfe von Guy Pratt und Nitin Sawhney einen Charity-Song eingespielt und entschieden, diesen unter dem Banner "PINK FLOYD" zu veröffentlichen. Die Entstehunggeschichte und Hintergründe erläutert David Gilmour im Artikel "‘This is a crazy, unjust attack’: Pink Floyd re-form to support Ukraine" des "The Guardian".

Musikalisch ist "Hey Hey Rise Up" sicherlich nicht der stärkste und interessanteste Song, den PINK FLOYD je veröffentlicht haben - aber darum geht es auch nicht. Es geht vielmehr darum, ein wichtiges Zeichen gegen Krieg und für Frieden und Solidarität zu setzen.


Hörenswert #43: Roger Waters - Two Suns In The Sunset

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Es bleibt zu hoffen, daß Roger Waters die Idee "I had an idea to make an album of all the songs we did as encores on the US and Them tour." auch tatsächlich umsetzt - um als reine YouTube-Pandemieclips aus dem Homestudio zu enden, sind die Aufnahmen einfach zu hörenswert.


Pink Floyd - The Final Cut

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Auch wenn bei "The Final Cut" noch der Name PINK FLOYD auf dem Cover steht, auf der Rückseite des Albums verrät der Satz "The Final Cut – a Requiem for the post war dream by Roger Waters. Performed by Pink Floyd" einiges über die Entstehungsgeschichte des Albums.

Hierbei ist "PINK FLOYD" mit Vorsicht zu genießen: Keyboarder Rick Wright, auf dem Vorgängeralbum "The Wall" bereits nicht mehr als vollwertiges Bandmitglied gelistet, fehlt auf "The Final Cut" komplett. Inwiefern es sich hierbei also um das letzte "klassische" PINK FLOYD Album oder bereits die erste Roger Waters Soloscheibe handelt, darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Das Album, 1983 veröffentlicht, ist geprägt vom Kalten Krieg und refernziert auf mehrere damals aktuelle Geschehnisse - insbesondere den Falklandkrieg, welcher von April bis Juni 1982 andauerte.

Wer die Ereignisse nicht mehr so richtig präsent hat, wird spätestens beim Text von "Get Your Filthy Hands Off My Desert" gleich mehrmals zum Lexikon seines Vertrauens greifen:

Brezhnev took Afghanistan.
Begin took Beirut.
Galtieri took the Union Jack.
And Maggie, over lunch one day,
Took a cruiser with all hands.
Apparently, to make him give it back.

Die textlichen Aussagen sind - wie von Roger Waters gewohnt - oft mehr als deutlich und an einigen Stellen scheint die Musik lediglich dazu zu dienen, die Texte zu transportieren. Dazwischen glänzen Songs wie "The Gunners Dream" mit einigen der beeindruckendsten Melodien, welche auf einem PINK FLOYD Album zu finden sind.

Der Song "The Fletcher Memorial Home" zeichnet das Bild eines Heims für unheilbare Tyrannen und Könige, die dort im abgregrenzten Bereich ihre Reden schwingen und Medallien polieren können. Ein fast friedliches Bild, wäre da am Ende nicht die letzen drei Zeilen

Is everyone in?
Are you having a nice time?
Now the final solution can be applied.

Aufhorchen lassen auch die superben Soundeffekte wie z.B. der quer durch den Raum fliegende Jet am Anfang von "Get Your Filthy Hands Off My Desert", nach dessen ersten Bombenwurf sicherlich der ein oder andere Hörer panisch die heimischen Lautsprecher auf Schäden untersucht hat.

"The Final Cut" schließt mit "Two Suns In The Sunset", einem Antikriegssong, der sich mit der Möglichkeit eines Atomkriegs beschäftigt ("the sun is in the east, even though the day is done") und gleichzeitig - passend zum Rest des Albums - neben der stärksten Leistung von David Gilmour mit Andy Newmark am Schlagzeug auf ein weiteres PINK FLOYD-Mitglied verzichtet.


Pink Floyd - The Endless River

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pf-terDer Abschluss hätte so schön sein können: am 2. Juli 2005 standen anlässlich des "Make Poverty History"-Live 8-Konzerts zum ersten Mal nach 24 Jahren die Herren Gilmour, Mason, Waters und Wright wieder zusammen auf der Bühne und präsentieren mit "Speak to Me / Breathe", "Money", "Wish You Were Here" und "Comfortably Numb" einen versöhnlichen Rückblick auf das gemeinsame Schaffen.

Auch wenn anschließend die Hoffnungen und Wünsche der Fans nach weiteren gemeinsamen Aktionen laut wurden, spätestens mit dem Tod von Rick Wright am 15. September 2008 starb bei vielen die Hoffnung, nochmal ein gemeinsames PINK FLOYD-Album oder eine Tour erleben zu dürfen.

Wahrscheinlich während der Vorbereitungen zum 20-jährigen "The Division Bell"-Jubiläum gruben David Gilmour und Nick Mason die nicht verwendeten Reste der 1994'er Aufnahme-Sessions aus und entschlossen sich, diese in Albumlänge aufzubereiten. Leider traf irgendwer im Lager der Band oder Plattenfirma den folgenschweren Entschluss, diese Überarbeitungen nicht als Bonusmaterial für die im Sommer 2014 erschienene "The Division Bell - 20th anniversary edition" zu verwenden, sondern als eigenständiges Album zu veröffentlichenen.

Schon das Cover, in SPIEGEL Online als "Erlesene Scheußlichkeit" bezeichnet, irritiert: waren die Schöpfungen des Designers und fast-schon-Bandmitglieds Storm Thorgerson in ihrer Brillianz beeindruckend und unabhängig von der Musik bereits ein Kaufgrund, wirkt das Cover von "The Endless River" wie eine mäßig gelungene Hommage an sein Schaffen, die spätestens auf den zweiten Blick enttäuscht.

Leider hält der Inhalt, was die Verpackung verspricht: die meisten der Songs plätschern passend zum Albumtitel vor sich hin und nur wenige Stellen lassen aufhorchen - dann allerdings meist auf Grund der anklingenden Selbstzitate statt durch beeindruckende neue Melodien. Schlusspunkt setzt mit "Louder Than Words" der einzige Track auf dem Album mit Lyrics, die bezeichnenderweise aber weder von David Gilmour noch von Nick Mason stammen, sondern von David Gilmours Ehefrau Polly Samson geschrieben wurden.

"The Endless River" wäre eine interssante Zugabe zum "The Division Bell"-Jubiläum gewesen (gerne auch als günstige Doppel-CD), stellt aber als Resteverwertung eines sowieso schon unter songschreiberischen Mängeln leidenden Albums einen nur als enttäuschend zu bezeichnenden Schlusspunkt der Bandgeschichte von PINK FLOYD dar.


Pink Floyd - Wish You Were Here (Immersion Box)

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Mit "Wish You Were Here" erscheint rund zwei Monate nach "The Dark Side Of The Moon" die zweite sogenannte Immersion Box aus der “2011'er "Why Pink Floyd?"” Releaseorgie. Während erstere allerings noch ein akzeptables Preis-Leistungsverhältnis bescheinigt werden kann, trifft dies auf die aktuelle Box nicht zu.

Die Anzahl der Silberscheiben wurde von sechs auf fünf reduziert und ist in Sachen Compact Disc mit der Experience Edition Doppel-CD identisch. Die erste Disc enthält das Studioalbum als 2011'er Remaster, während auf die zweite Disc drei Wembley '74-Tracks sowie alternative Versionen und ein bisher unveröffentlichter Song gepresst wurden. Von einem erhofften kompletten Livemitschitt des Albums keine Spur und den enthaltenen Livetracks fehlt bis auf "Shine On You Crazy Diamond (parts 1 - 6)" auch jeglicher Bezug zu namensgebenden Album.

Die Nicht-CDs wurden analog zur "The Dark Side Of The Moon" Immersion Box wieder gedopplet: Disc 3 (= DVD1) und Disc 4 (= DVD2) enthalten prinzipiell das gleiche Material, das auch auf Disc 5 (= BluRay) enthalten ist. Leider enthält die Erstauflage einen Mastering-Fehler im 5.1 Surround-Mix der BluRay: bei dem Timecodes 41:48, 43:55 sowie 44:11 ist im vorderen linken Kanal ein deutliches Klicken zu hören.

Bei den Beigaben ist man dem bekannten Rezept gefolgt und hat jede Menge zum Entdecken eingepackt, u.a. erneut einen Schal (Winter is coming!) sowie einen weiteren Satz Murmeln, der diesmal allerdings dank glasklarer Ausführung nicht zu leuchtenden Kinderaugen führt..

In Sachen Verpackung hat sich leider nichts verbessert, denn während in den USA inzwischen alle Discs in Papphüllen in die Box eingelegt werden, werden hierzulande noch immer die unzureichenden Befestigungsvorrichtungen der Box verwendet.

Zeitgleich zu Immersion Box erscheinen auch wieder eine Discovery 1-CD-Version, die bereits erwähnte Experience-Doppel-CD sowie eine Vinyl-Ausgabe. Für alle Sammler und Audiophilen gibt es darüber hinaus auch eine Multichannel-SACD als hübsch aufgemachtes Minibuch, die allerdings über das Label Analogue Productions veröffentlicht wurde und in Deutschland nur als Import erhältlich ist.