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Don Airey - All Out

29. September 2011 · Audio · andreas · Kein Kommentar
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Don Airey - All Out (Cover)While the fans are still hoping and waiting for a new Deep Purple studio album, most of the current band members release solo stuff or team up with other musicians for album projects: Ian Gillan joined forces with Tony Iommi to record two songs under the “Who Cares”-banner, Steve Morse teamed up with singer/songwriter Sarah Spencer to form “Angelfire” and Roger Glover revivied the Guilty Party to release “If Life Was Easy”.

Don Airey, not only playing on several third party albums also finished “All Out”, his second solo release since the latest PURPLE output “Rapture of the Deep”.

While “A Light In The Sky” used travelling through space and time as theme, “All Out” does the travel music-wise. The songs capture the mood, sounds and feelings of different points in time - the instrumental “Estancia” reminds of a modernized Emerson, Lake and Palmer while the inclusion of Bernie Marsden on “Running From The Shadows” brings some Whitesnake memories. “People In Your Head” offers another special guest - this time it’s Joe Bonamassa (trying to break Dons “albums I played on” record) who adds a Black Country Communion feel to the song. Two songs however fail to convince: the first is the Jimmy Hendrix cover “Fire” where the organ just doesn’t fit the overall picture while “Tobruk” gets lost somewhere within its ten minutes.

With most songs sounding different than their neightbours, “All Out” offers a lot to discover but also leaves a feeling of being “just a bunch of songs” instead of something more monolithic. A good rock album - nothing less and nothing more.


Demon's Eye - The Stranger Within

22. März 2011 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Demon (Cover)Worin der Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Cover-Combo und einer Tribute-Band besteht, sollte spätestens nach dem erstmaligen Erleben von Bands wie The Machine und Demon’s Eye klar sein: während die einen das allgemein bekannte Repertoire einer (oder mehrerer Bands) stadtfestkompatibel zerhackstückeln, zelebrieren die anderen überwiegend schon längst nicht mehr live gespielte Melodien in einer dem Original täuschend ähnlichen Form.

Schade ist nur, daß bei letztgenannten die unzweifelhaft vorhandene musikalische Virtuosität meist nur für die möglichst perfekte Nachahmung der legendären Vorbilder verwendet wird, statt sie zur Umsetzung eigener Ideen einzusetzen. Es gibt aber auch Ausnahmen wie “The Stranger Within”, das erste Demon’s Eye-Album mit ausschließlich eigenen Songs.

Als Glücksfall hat sich die aktuell nicht fest besetzte Sänger-Stelle entpuppt, denn so konnte kein geringerer als Doogie White (Ex-Rainbow, Cornerstone) dafür gewonnen werden, die Tracks des Albums einzusingen. Nicht zuletzt seiner Mitwirkung und Stimme ist es zu verdanken, daß sich “The Stranger Within” passend zum Albumtitel genauso echt wie der 1995’er Rainbow-Output “The Stranger In Us All” anfühlt.

Obwohl durch eigene Ideen geprägt, orientieren sich die Stücke des Albums an den Alben des Deep Purple-Family-Trees aus der Zeit vor 1980 und schaffen stellenweise bereits beim ersten Hören eine Art Vertrautheit, die sich nur in wenigen Momenten wie z.B. bei “Heaven Again” einen Tick zu deutlich bei den Vorbildern bedient.

Mit Songmaterial wie dem überragenden Titeltrack oder “A Foolish Man” (Anspieltip!) ist “The Stranger Within” ein Album geworden, das deutlich älter wirkt als es in Wahrheit ist und jedem Hardrock-Fan Tränen der Rührung in die Augen treiben dürfte. Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann am Sound, dem etwas mehr Transparenz und Dynamik gut getan hätten.

Klare Kaufempfehlung für diejenigen, die sich weder mit Steve Morse bei Deep Purple, Ritchie Blackmore bei Blackmore’s Night oder Rainbow ohne Dio anfreunden können - aber auch für alle anderen, die mal wieder ein richtig gutes Hardrock-Album einlegen möchten.


Winterland - Alles geht

11. Februar 2011 · Audio · andreas · 1 Kommentar

Winterland - Alles geht (Cover)Es gibt Scheiben, deren Sound macht so viel Spaß, daß alles andere fast zur Nebensache wird. Und leider gibt es immer weniger davon …

Die meisten Alben im Mainstream-Bereich fallen immer mehr einer Optimierung auf die mobilen Abspielgeräte ihrer potentiellen Hörer zum Opfer und werden mit deutlich zu viel Kompression behandelt. Das Ergebnis rummst dann zwar ganzvieldoll auf jedem Handy-Lautsprecher, spätestens an einer “guten” Stereo-Anlage fällt aber der geschrumpfte Dynamikumfang auf und der Verdacht fällt vorübergehend auf einen Schaden an den heimischen Geräten.

Winterland steuern gegen diesen Trend und lassen ihren deutlich hörbaren 80’er Einflüssen nicht nur beim Songwriting freien Lauf. Die Produktion des aktuellen Silberlings orientiert sich an einer Zeit, als Wert darauf gelegt wurde, die CD als klanglich überlegenes Medium am Markt zu positionieren.

Die große Neuerung bei “Alles geht” deutet bereits der deutsche Titel an, denn auf Album Nummer vier (die Schreiben mit Frontmann Stephan Hugo bei dieser Zählung auslassend) beschränkt sich Texter und Sänger Thorsten Fries ausschließlich auf die Verwendung deutschsprachiger Texte.

“Alles geht” ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, den das Duo Pfeffer / Fries 1997 mit dem teilweise noch sehr metallisch inspirierten “Under The Flood” begonnen hat und stellt eine logische Weiterentwickling des Vorgängeralbums “eveningStar” dar.


Circle II Circle - Delusions of Grandeur

22. Dezember 2010 · Audio · andreas · 1 Kommentar

Circle II Circle - Delusions of Grandeur (Cover)Daß man auch zum SpecialPrice Fehlinvestitionen tätigen kann, beweisen Circle II Circle mit ihrem 2008’er Werk “Delusions of Grandeur”.

Schon das Cover sollte stutzig machen - was nach drittklassigem PC-Rollenspiel aussieht, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Spitzenalbum verzieren und so regiert analog zum Rollenspiel auch eher gepflegte Langeweile denn Spannung pur.

Das Hauptproblem von “Delusions of Grandeur” sind die über weite Strecken uninspirierten Gesangslinien, die so weit nach vorne gemischt wurden, daß sich die Instrumentalfraktion - außer während der Soloparts - beliebig abrackern kann ohne auch nur ansatzweise punkten zu können. Zak Stevens mag ein großartiger Sänger sein, trotzdem nervt der Gesang spätestens ab Mitte des Albums und die Orientierung welcher Song gerade läuft, kann nur noch mit Unterstützung der leuchtenden Ziffern am CD-Player zurückgewonnen werden.

Das abschließende “Every last thing” versucht mit “Ich war mal Sänger bei Savatage"-Anleihen wenigstens einen guten letzten Eindruck zu hinterlassen, versinkt aber letzendlich genauso in der Beliebigkeit wie der Rest des Albums.


Anderson / Wakeman - The Living Tree

12. Dezember 2010 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Anderson / Wakeman - The Living Tree (Cover)Die Wege von Yes sind sonderbar und unergründlich - während die Herren Howe, Squire und White zusammen mit Wakeman-Sohn Oliver und Coverband-Sänger Benoit David unter dem Banner “Yes” durch die Lande ziehen, sind fast gleichzeitig die Herren Wakeman (diesmal der Vater) und Jon Anderson mit dem “Anderson Wakeman Project 360” in England unterwegs.

“The Living Tree” steht zwar in keinem direkten Zusammenhang mit dem “Project 360”, doch war dieses mit großer Wahrscheinlichkeit einer der Gründe, das vor rund vier Jahren begonnene Album endlich zu Ende zu führen.

Der Silberling ist sparsam instrumentiert, bietet Rick Wakeman (Keyboards) und Jon Anderson (Vocals and Guitars) in Reinkultur und kommt gänzlich ohne Percussion aus. Alle Songs bis auf das abschließende “Just One Man” (das im ursprünglichen Arrangement auf dem ebenfalls 2010 erschienenen Jon Anderson-Soloalbum “Survival and other Stories” zu finden ist) wurden von Rick Wakeman komponiert, die Texte und Vocallines stammen aus der Feder von Jon Anderson.

Rick Wakemans Instrumentalarbeit akzentuiert hervorragend die stellenweise sehr fragil klingende Stimme Jon Andersons und auch die textliche Fokussierung auf Themen des irdischen Daseins fügt sich wunderbar ins Gesamtbild, genau wie das von Mark Wilkinson gestaltete Cover.

“The Living Tree” mag beim ersten Hören auf Grund des “just the two of us”-Konzepts und seiner durchgängigen Homogenität vielleicht einen Tick zu einfach und ruhig klingen, fesselt jedoch mit jedem weiteren Durchlauf immer mehr durch schlichte Schönheit und die ganz besondere Chemie zwischen seinen Schöpfern.