Nach der gescheiterten Wiedervereinigung mit Chris Holmes und dem leider nicht in letzter Konsequenz überzeugenden “Neon God” hatten viele W.A.S.P., die Band um Blackie Lawless, schon abgeschrieben – ein Fehler, wie “Dominator” eindrucksvoll beweist.
Schon der Opener “Mercy” macht mit seinem Eröffnungsriff klar, daß hier eine Rückbesinnung auf alte Tugenden stattgefunden hat, eine Feststellung, die “Long, Long Way To Go” noch unterstreicht. Mit der Halbballade “Take Me Up” folgt der erste Höhepunkt: W.A.S.P. at their best! “The Burning Man” verschafft eine kurze Verschnaufpause, bevor mit der zweiten Halbballade “Heaven’s Hung in Black” der absolute Höhepunkt des Albums folgt. Die folgenden “Heaven’s Blessed”, “Teacher” und “Deal With The Devil” brauchen sich vor dem Rest des Materials ebenfalls nicht zu verstecken und runden das Meisterwerk ab.
Noch ein Wort zum Cover, das auf den ersten Blick eher den Eindruck einer billigen Death-Metal-Scheibe erweckt, dessen Sinn, Zweck und Komposition sich aber spätestens beim Lesen der Liner-Notes erschließt: dem Plan von George W. Bush und seiner Regierung, sich als “Dominator” zu betätigen.
Auf “Still Not Black Enough” war der Satz “I love my country, but I’m scared to death of its Government” zu finden, ein Satz, über den Blackie Lawless heute sagt “Nothing I have ever written is more true!.” Und auch musikalisch schließt sich hier der Kreis, denn “Dominator” ist sicherlich das beste W.A.S.P.-Abum seit eben dieser Scheibe, die immerhin schon zwölf Jahre auf dem Buckel hat.
Genial (18/20 Punkte)
So richtig sicher bin ich mir auch nach dem n. Durchhören noch nicht, was ich von “Purple Eyes” halten soll. Sicherlich, große Schwächen erlaubt sich das
2007 scheint das Jahr der Rückkehrer zu werden - nicht nur W.A.S.P. melden sich mit “Dominator” grandios zurück, auch
2006 wurde für mich zumindest musikalisch in mancher Beziehung zum Jahr des Umdenkens. Nicht nur, dass Nicky Sixx es mit “The Monster Is Loose” zum ersten Mal geschafft hat, einen Song zu schreiben, der mich begeistert – Paul Stanley hat davon gleich jede Menge zusammengebastelt. Damit nicht genug der Parallelen, denn genau wie bei “Bat Out Of Hell III” hat auch hier Desmond Child kräftig mitgeholfen, auch wenn sein Anteil am Kuchen bei weitem nicht so riesig ausfällt wie bei Meat Loaf.
Nachkömmlingen zu als Klassikern eigestufen Werken haftet immer ein besonderer Risikofaktor an – zwar kann man ob des bekannten Namens mit deutlich erhöhter Aufmerksamkeit rechnen, auf der anderen Seite muß sich der Neuling aber auch am Klassiker messen lassen, ein Schuß, der nicht nur bei Eric Woolfsons “Poe: More Tales Of Mystery And Imagination” ganz gewaltig nach hinten losgegangen ist.