Technik

GNOME NetworkManager zeigt "Kabelgebunden nicht verbunden"

31. Juli 2018 · Betriebssysteme · andreas · 2 Kommentare

Sofern der GNOME-Desktop nachträglich installiert wurde, kann es sein, daß der Gnome NetworkManager den Status “Kabelgebunden nicht verbunden” zeigt, obwohl die Netzwerkverbindung funktioniert.

Auch ein Klick auf den im Network-Manager angebotenenen Menüpunkt “Verbinden” hilft nicht und in den Netzwerkeinstellungen taucht die kabelgebundene Verbindung nicht auf.

Die Ursache hierfür liegt an der nachträglichen Installation des NetworkManagers bzw. daran, daß sich der NetworkManager nicht für die kabelgebundene Verbindung zuständig fühlt.

Die Lösung des Problems liegt in der Datei “NetworkManager.conf” im Verzeichnis “/etc/NetworkManager”. In dieser muß der Eintrag

/etc/NetworkManager/NetworkManager.conf
[ifupdown] managed=false

zu

/etc/NetworkManager/NetworkManager.conf
[ifupdown] managed=true

geändert werden, dann funtkioniert nach einem Neustart des Network Managers auch die Verwaltung des kabelgebundenen Netzwerks.


GNOME ohne Firefox-ESR

22. Juli 2018 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Selbst wenn mit gnome-core lediglich das Minimalpaket gewählt wird, wird bei der Installation von GNOME unter Debian der Browser Firefox in der ESR-Version 52 zwangsweise mitinstalliert.

Spätestens wenn parallel eine aktuelle Version von Firefox installiert wurde, wird die ESR-Version nicht mehr benötigt und könnte deinstalliert werden. Leider quittiert die Paketverwaltung ein

# apt remove firefox-esr

nicht nur damit, daß sie auch “gnome-core” deinstallieren will, zusätzlich wird die Installation von chromium mit eingeplant:

... Die folgenden Pakete werden ENTFERNT: firefox-esr gnome-core Die folgenden NEUEN Pakete werden installiert: chromium ...

Nach einigen ergebnislosen Versuchen fand sich schließlich bei reddit der entscheidende Fingerzeig: die Installation eines mit equivs selbstgebastelten Fake-Pakets, welches dem System einen vorhandenen firefox-esr vorgaukelt.

Ein passendes Muster für eine Control-Datei findet sich in Kapitel “15.2.1. Meta-Pakete oder vorgetäuschte Pakete” des Debian Adminstrator Handbuchs und ist schnell angepasst:

Package: fakefox-esr Version: 0.1 Maintainer: Andreas Thul <ab@c.de> Provides: firefox-esr (=52) Architecture: all Description: Fake package - Firefox ESR This is a fake package to let the packaging system believe that Firefox ESR is installed.

Die wichtigste Zeile hierbei ist “Provides: …”, welche vorgaukelt, daß das Paket tatsächlich Firefox in der ESR-Version bereitstellt.

Nachdem das Paket mittels

# equivs-build fakefox-esr

erstellt wurde, kann es über

# sudo dpkg -i fakefox-esr_0.1_all.deb

installiert werden. Anschließend führt die Entfernung des “firefox-esr”-Pakets zum ursprünglich beabsichtigten Ergebnis:

sudo apt remove firefox-esr ... Die folgenden Pakete werden ENTFERNT: firefox-esr 0 aktualisiert, 0 neu installiert, 1 zu entfernen und 0 nicht aktualisiert.

Automatische Anmeldung an der Konsole

28. Juni 2018 · Betriebssysteme · andreas · Kein Kommentar

Im Produktivbetrieb undenkbar, auf einer lediglich zu Testzwecken eingerichteten virtuellen Maschine aber ein deutlicher Komfortgewinn ist eine automatische Anmeldung an der Linux-Konsole.

Hierbei ist zu beachten, daß sich unter Debian mit der Einführung von systemd die Einrichtung gegenüber den meist noch zu findenden älteren, auf init bezogenen Anleitungen geändert hat.

Als erstes wird von dem “normalen” getty-Service eine Kopie erzeugt:

cp /lib/systemd/system/getty@.service /lib/systemd/system/autologin@.service

In der soeben erzeugten Kopie wird dann im Abschnitt “[Service]” die Zeile

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear %I $TERM

nach “–noclear” um den Parameter “-a Benutzername” ergänzt, so daß die Zeile für den Benutzer “root” wie folgt aussieht

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear -a root %I $TERM

Anschließend wird mittels

systemctl disable getty@tty1

zuerst der getty-Service für tty1 deaktiviert, bevor mit

systemctl enable autologin@tty1

die soeben erzeugte Kopie aktiviert wird.


Icon für Sublime Text-Kontextmenü

08. Juni 2018 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Standardmäßig wird beim Einrichten des Kontextmenüs von Sublime Text kein Icon für den “Open with Sublime Text”-Eintrag gesetzt, was mit einem kleinen Eingriff in die Registry nachgeholt werden kann:

Im Pfad “HKEY_CLASSES_ROOT\*\shell\Open with Sublime Text” eine neue Zeichenfolge mit dem Namen “Icon” und dem Pfad zur ausführbaren Sublime Text-Datei (i.d.R. “C:\Program Files\Sublime Text 3\sublime_text.exe”) anlegen, anschließend wird im Kontext-Menü das Icon der “sublime_text.exe” angezeigt.

Alternativ kann auch folgender Text als Datei “sublime_icon.reg” gespeichert und nach dem Anpassen des Pfads an lokale Gegebenheiten durch Doppelklick ausgeführt werden:

Windows Registry Editor Version 5.00 [HKEY_CLASSES_ROOT\*\shell\Open with Sublime Text] "Icon"="C:\\Program Files\\Sublime Text 3\\sublime_text.exe"

Lüftersteuerung bei der Synology DS218+

31. Mai 2018 · Betriebssysteme · andreas · 3 Kommentare

Während bei einer Synology DS213j der Lüfter im Modus “Niedriger Energiestatus” so konfiguriert werden konnte, daß - sofern die Temperaturen stimmen - der Lüfter stoppt, fehlt dieser Modus bei der Synology DS218+ und der Lüfter rauscht auch im Ruhezustand deutlich hörbar permanent im Hintergrund.

Niedriger Energiestatus DS213j

Mutige Zeitgenossen tauschen den originalen Lüfter gegen ein alternatives Modell, das bei gleicher Drehzahl eine deutlich geringere Geräuschkulisse verursacht. Hierzu muß aber das Gehäuse komplett geöffnet und zerlegt werden, ein Unterfangen, daß zwar nicht unbedingt kompliziert, auf Grund einiger Plastik-Haltenasen aber trotzdem für das System nicht ungefährlich ist.

Als Alternative bietet sich eine Software-Modifikation an, welche die Drehgeschwindigkeit des Lüfters im “Stillen Modus” von den ursprünglich eingestellten 20% auf z.B. 10% verringert. Dies hat den Vorteil, daß an der Hardware nicht gebastelt werden muss und im Bedarfsfall die Lüftersteuerung automatisch für ausreichende Kühlung sorgt.

Für wen “ssh” und “vi” Fremdwörter sind, der sollte sich einen solchen Eingriff gut überlegen. Ein falsches Zeichen auf der Kommandozeile kann ausreichen, um für das NAS und die darauf gespeicherten Daten eine Katastrophe heraufzubeschwören. Aus diesem Grund ist das hier auch keine direkte Nach"klick"anleitung.

Die Anpassung der Drehgeschwindigkeit kann mit Hilfe der Datei"scemd.xml" vorgenommen werden, die im Dateisystem doppelt vorhanden ist.

Von den beiden Dateien “/usr/syno/etc/scemd.xml” bzw. “/usr/syno/etc.defaults/scemd.xml” ist - auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch scheint - die Version im Verzeichnis “/usr/syno/etc.defaults/” die Richtige. Die Datei im Verzeichnis “/usr/syno/etc/” scheint überhaupt nicht zur DS218+ zu passen, denn dort ist auch ein “stop”-Modus für den Lüfter eingetragen.

Um die Drehgeschwindigkeit im Lüftermodus “Stiller Modus” zu modifizieren, müssen innerhalb des Bereichs

<fan_config hibernation_speed="UNKNOWN" type="DUAL_MODE_LOW" threshold="6" period="20"> ... </fan_config>

die beiden Zeilen

<disk_temperature action="NONE" fan_speed="20%40hz">0</disk_temperature>

und

<cpu_temperature action="NONE" fan_speed="20%40hz">0</cpu_temperature>

angepasst werden. Hier wird der vorhandene Wert “20%” modifiziert, so daß unterhalb des ersten Schwellenwerts (für Disks 46°C und für die CPU 65°C) der Lüfter mit z.B. 10% Geschwindigkeit dreht.

Die Temperaturen sind nach ~2 Stunden AudioStation bei 30°C bzw. 31°C für die HDDs und 40°C für die CPU, also alles im grünen Bereich. Wer anspruchsvollere Anwendungen laufen hat, sollte allerdings die Temperatur(en) zumindest vorübergehend etwas genauer im Auge behalten.

Nachdem vor der Modifikation selbst im Betrieb der Lüfter lauter als die Festplatten war, sind nun die Platten lauter als der Lüfter und der Festplatten-Ruhezustand ist deutlich erträglicher, so daß die DS218+ nicht in den Keller umziehen muß.