So richtig sicher bin ich mir auch nach dem n. Durchhören noch nicht, was ich von “Purple Eyes” halten soll. Sicherlich, große Schwächen erlaubt sich das Rainstorm Project nicht, aber das hatte ich auf Grund der Mitwirkung von Bob Curiano (Ex-Blackmore’s Night Sir Robert Of Normandy) auch nicht erwartet.
Herz, Kopf und Hauptsonschreiber des Projekts ist Thomas Pihale, der aus seiner Verehrung für Vorbild Ritchie Blackmore keinen Hehl macht, was der Platte gut zu Gesicht steht. Die Songs sind knackig komponiert, abwechslungsreich und auch die Soli machen Spaß und dienen mehr als nur der Demonstration technischen Könnens.
Schwer tue ich mir mit dem Gesang Henning Schwarzhoffs, der mir vor allem bei anspruchsvollen und / oder schnellen Passagen zu variationslos klingt. Ganz im Gegenteil hierzu stehen die Songs mit Sabrina Pihale am Mikro, deren Stimme deutlich besser zu den Kompositionen passt. Sollte sie tatsächlich bisher (wie im Info behauptet) nur unter der Dusche gesungen haben, schlummert hier wohl eindeutig ein Talent, daß an eine Candice Night mit nicht ganz so elfenhafter Stimme erinnert.
So macht mir denn auch das Album ab dem Titelstück “Purple Eyes” richtig Spaß, während ich mich mit den Openern “Pat The Cop” und “Standing Here” vor allem wegen des Gesangs nicht anfreunden kann. Als absolut unnötiger Tiefpunkt entpuppt sich das a-ha Cover “Scoundrel Days”, das vor allem an der gesanglichen Vorgabe des Originals scheitert.
Insgesamt gesehen hat das Rainstorm Project mit “Purple Eyes” ein gelungenes Debütalbum veröffentlicht, das mich über weite Strecken zu überzeugen weiß und dessen Produktion sich vor den Veröffentlichungen “gestandener Bands” nicht zu verstecken braucht, auch wenn ich nicht mit jedem Song Freundschaft schließen mag.
Gut (11/20)
2007 scheint das Jahr der Rückkehrer zu werden - nicht nur W.A.S.P. melden sich mit “Dominator” grandios zurück, auch
2006 wurde für mich zumindest musikalisch in mancher Beziehung zum Jahr des Umdenkens. Nicht nur, dass Nicky Sixx es mit “The Monster Is Loose” zum ersten Mal geschafft hat, einen Song zu schreiben, der mich begeistert – Paul Stanley hat davon gleich jede Menge zusammengebastelt. Damit nicht genug der Parallelen, denn genau wie bei “Bat Out Of Hell III” hat auch hier Desmond Child kräftig mitgeholfen, auch wenn sein Anteil am Kuchen bei weitem nicht so riesig ausfällt wie bei Meat Loaf.
Nachkömmlingen zu als Klassikern eigestufen Werken haftet immer ein besonderer Risikofaktor an – zwar kann man ob des bekannten Namens mit deutlich erhöhter Aufmerksamkeit rechnen, auf der anderen Seite muß sich der Neuling aber auch am Klassiker messen lassen, ein Schuß, der nicht nur bei Eric Woolfsons “Poe: More Tales Of Mystery And Imagination” ganz gewaltig nach hinten losgegangen ist.
"Oh Baby" - was will uns Herr Coverdale mit diesem Machwerk nur sagen?