Jig Saw – Jig Saw

Bei JIG SAW’s neuestem Tape handelt es sich um ein Livedemo, das bei einem Konzert der Band am 13. Juni 1991 im M.A.X. in Kiel mitgeschnitten wurde.
Leider wird diese Tatsache, die ja eigentlich als recht
positiv zu werten wäre (Livedemos gibt’s ja nun wahrlich nicht wie Sand am Meer), dem Tape fast zum Verhängnis, da man es nicht so ganz geschafft hat, das Live-Feeling des Konzertes auf Bandmaterial zu bannen, was dem Fun (z.B. Metal Version von „Hans und Gretel“) an sich kaum einen Abbruch tut. Zwar hat man meist Probleme, irgendwo im Hintergrund das Publikum auszumachen, während im Gegensatz zum Publikum die Band recht klar und deutlich aus den Boxen erschallt. Somit dürfte das Tape wohl für alle diejenigen interessant sein, die schon durch JIG SAW’s „Demosaurus“ Genickstarre bekamen und nach neuen Songs der Band lechzen oder aber auch für alle, die die Band einmal kennenlernen wollen und sich an etwas mißglückter Live-Atmosphäre nicht stören.

Letztendlich aber auch ein Tip für alle, die es leid sind, ihre 5.- DM immer der ARD-Fernsehlotterie zu spenden. Schickt den Silberling doch an: Adresse.

 

Bishop Steel – Killing Asylum

bs-kaRecht geilen Metal bieten uns BISHOP STEEL (intelligenter Name, echt!) auf ihrem „Killing Asylum“ Demo. Die Band scheint zumindest in ihrer Heimat Kansas im großen weiten Amiland schon recht bekannt zu sein. Das Tape, das sich über ca. 25 Minuten erstreckt und bezeichnenderweise in „This Side“ und „The Other Side“ aufgeteilt ist, enthält vier Songs, deren Länge zwischen 1:23 und 7:10 differiert. Hierbei handelt es sich um das etwas schnellere „On And On“, das recht langsame „Lonely Days“ (für mich persönlich der Höhepunkt des Tapes), den Titeltrack „Killing Asylum“ und last but not least das Akkustik-Outro „Sacred Starr“.

Alle, die jetzt noch die Nennung der zugehörigen Schublade erwarten, in der sie „Killing Asylum“ hineinverschwinden lassen können, muß ich leider enttäuschen: ich habe keine passende gefunden! But never mind, „Killing Asylum“ ist auf jeden Fall was für all diejenigen, die auf Heavy Metal steh’n und bei ein paar schnelleren Takten nicht gleich von der nächsten Brücke springen.

 

Rain’n Steel – Atomic Tango

Yeeaaahhh! Endlich ist sie da. Nachdem’s nun wirklich lange genug gedauert hat (diverse Ankündigungen konnte man schon im Mai lesen) halte ich das Debut-Album von RAIN’N STEEL in meinen Händen. Nunja- wie heißt’s so schön: das Warten hat sich gelohnt! Zwar findet man (für mich persönlich unverständlich) nur „Hell And Damnation“ von ihrem „Get Your Metal Shower“ Demo auf „Atomic Tango“, doch fällt das bei der Qualität der neuen Songs kaum ins Gewicht. Die Band ist einen weiteren Schritt in Richtung „eigener Stil“ gegangen und präsentiert auf „Atomic Tango“ dem (hoffentlich) geneigten Hörer zehn locker-rockige Songs, die eigentlich für jeden, außer starrsinnig-unverbesserlich-verbohrten Thrashern, etwas sein dürften.

 

Seven Crimes – Seven Crimes

sc-scHa, endlich mal wieder’ne Band, die sich dem Hard Rock verschrieben hat. An dieser im Prinzip sehr guten Idee ist eigentlich nur zu bemängeln, daß das Ganze mehr auf Pop Hard Rock der Marke DEEP PURPLE anno 1990 hinausläuft. Dies an sich sollte jedoch noch keinen Nachteil für die Band bedeuten, die mit ihrem selbstbetitelten Demo garantiert eine der besseren Neuerscheinungen der letzten Zeit geschaffen hat.

Daß die Freude über SEVEN CRIMES aber (leider) doch nicht ganz ungetrübt bleibt, ist wohl hauptsächlich der Stimme von Volker Pfisterer zu verdanken, die an manchen Stellen klingt, als hätte ihr Besitzer bei den Aufnahmen zu diesem Demo sein Gebiß zu Hause vergessen. Ein weiterer Punkt (wenn auch nicht unbedingt Minuspunkt) ist das Fehlen einer zweiten Gitarre (oder vielleicht auch eines Keyboards?), wodurch der Sound vor allem während der Gitarrensoli doch etwas dünn klingt. Trotz alledem erhält man mit SEVEN CRIMES ein Demotape, das man Freunden des etwas poppigeren Hard Rocks getrost weiterempfehlen kann. Da die Jungs genialerweise keine Kontaktadresse angegeben haben, können sie nur über folgende Rufnummer kontaktet werden: Telefonnummer.

 

Frantic – Welcome To Paradise

frantic-wtpDas wohl beste Tape, das mir für diese Ausgabe zur Besprechung vorlag, lieferten FRANTIC mit ihrem „Welcome To Paradise“ Demo ab. Das Tape beginnt herrlich MEKONG DELTA-mäßig (fiedel, streich – Red.) und bleibt auch irgendwo recht nahe an dieser Linie. FRANTIC jedoch als billige MEKONG DELTA Kopie abtun zu wollen, wäre der Band gegenüber sicherlich ungerecht, zumal sich die Ähnlichkeiten eh mehr auf die auf „The Music Of Erich Zann“ zelebrierten Titel beziehen.

Ach, bevor ich’s vergesse, hier noch die technischen Daten: Colorcover, Bandfoto, vier Songs, ca. 23 Minuten Spielzeit, guter Sound und das ganze für läppische 10.DM (+ 2.- DM in Briefmarken) – Herz, was willst Du mehr?

„Welcome To Paradise“ ist auf jeden Fall etwas für all diejenigen unter Euch, die mal wieder etwas richtig geiles für ihr Tapedeck suchen. Und jetzt noch das Wichtigste: zu beziehen ist das Tape bei: Adresse.