Wenn ich ehrlich bin, muß ich gestehen, daß ich bis vor circa einem Monat die ganze Hysterie, die von manchen Leuten um die bevorstehende Mercyful Fate-Reunion betrieben wurde, nicht so recht verstehen konnte. Klar, auch ich hab’ mich gefreut, als manch alte Band wieder zusammengefunden hat, aber sich dann gleich wie ein Kind am 23. Dezember zu benehmen???? Ich tappte im Dunkeln. Etwas Licht ins Dunkel kam dann, als ich dann das Album zum ersten Mal bei Stefan [Glas] hörte.
Ein recht gutes Album mit einigen klasse Songs - so in etwa war mein erster Eindruck. Also schnappte ich mir die CD (natürlich mit Stefans Einverständnis) und schleppte sie mit nach Hause. Dort wurde dann das Dunkel vollends aufgehellt. Um das Beispiel von vorhin nochmals aufzugreifen - ich fühlte mich in etwa wie ein Kind am 24. Dezember.
Mercyful Fate liefern auf “In The Shadows” ein Riffgewitter nach dem anderen (klingt das nicht herrlich klischeemäßig?!) und auch die Stimme des Kings (nein, nicht die von Elvis), der ich früher nicht allzuviel abzugewinnen vermochte, konnte mich überzeugen. Im wahrsten Sinne des Wortes also eine runde Sache. Nicht vergessen möchte ich auch den “lobenswerten” Einsatz von Lars Ulrich, dessen Hauptbeschäftigung es in letzter Zeit zu sein scheint, sich mit seinen alten Idolen zu zeigen und auf dem CD-Bonustrack “Return Of The Vampire - 1993’er Version” fleißig die Trommelstöcke schwang.
Überragend (17/20 Punkte)
"Don’t call me babe" - das Wohl bekannteste Zitat aus dem neuen Pamela Anderson Lee Film, das Chef Glas zu der wahrlich wundersamen Frage “Warum will sie nicht Säugling genannt werden ??” motivierte.
Recht punkig geht’s auf
In Sachen
Im Gegensatz zu ähnlichen Widmungen an noch immer quietschlebendige Heroen fühlten sich hier keine kompletten Bands dazu berufen, ihren Tribut zu zollen, die Songs wurden von einer festen Background-Band mit verschiedenen Gitarristen und Vocalisten eingespielt. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie “Malmsteen plays Blackmore” nun wirklich klingt, oder warum Jossele Turner überhaupt nicht zur Band gepaßt hat, bekommt hier endlich Gelegenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen.