Technik

Nicht-Domänen-Rechner remote herunterfahren

19. März 2014 · Betriebssysteme · andreas · 12 Kommentare

In einer Domäne ist es recht einfach, einen Rechner remote heruterzufahren. Einfach an der Kommandozeile

shutdown -s -t 0 -m \\HerunterzufahrenderRechner

eingeben und sofern der ausführende Benutzer innerhalb der Domäne die benötigten Rechte hat, führt der angegebene Rechner den Befehl klaglos aus.

Nicht so trivial ist das Szenario bei Rechnern im z.B. heimischen Umfeld, wo nur selten eine zentrale Benutzerverwaltung aktiv sein dürfte:

shutdown -s -t 0 -m \\HerunterzufahrenderRechner HerunterzufahrenderRechner: Zugriff verweigert(5)

Als ersten Lösungsansatz stößt man meistens auf den Hinweis, sich zuerst mittels einer administrativen Netzerkverbindung gegenüber dem herunterfahrenden Rechner zu authentifizieren, wofür sich z.B. die Freigabe IPC$ anbietet:

net use \\HerunterzufahrenderRechner\ipc$ Das Kennwort oder der Benutzername ist ungültig für \\HerunterzufahrenderRechner\ipc$ Geben Sie den Benutzernamen für "HerunterzufahrenderRechner" ein: Benutzer Geben Sie das Kennwort für "HerunterzufahrenderRechner" ein: Der Befehl wurde erfolgreich ausgeführt.

Unter Windows XP war dies schon vollkommen ausreichend, unter Windows Vista und Windows 7 wird allerdings weiterhin der Zugriff verweigert. Wie der KnowledgeBase-Artikel “Description of User Account Control and remote restrictions in Windows Vista” erklärt, handelt es sich hierbei um ein Feature und keinen Bug:

When a user who is a member of the local administrators group on the target remote computer establishes a remote administrative connection by using the net use * \remotecomputer\Share$ command, for example, they will not connect as a full administrator. The user has no elevation potential on the remote computer, and the user cannot perform administrative tasks.

Um auch über das Netzwerk verbundenen, lokalen Benutzern entsprechende Berechtigungen zu erteilen, ist das setzen des Registry-Schlüssels “LocalAccountTokenFilterPolicy” innerhalb des Pfades

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System

notwendig, dieser muß als DWORD mit dem Wert 1 angelegt werden.


Akku schonen mit Llama

01. März 2014 · Anwendungen · andreas · 2 Kommentare

Wirft man einen Blick in die Verbrauchsanzeige eines Smartphones, so fällt auf, daß neben dem Display vor allem das ständige Offenhalten der Daten-Verbindung am Akku nagt. Sofern man damit leben kann, daß nicht jede Nachricht sekundengenau aufschlägt, lässt sich genau an dieser Stelle ansetzen und die mobile Datennutzung zeitlich steuern was die Standby-Zeiten deutlich verbessert.

llama_akku

Hierzu können z.B. in Llama, den “Location Profiles für Android” drei Regeln angelegt werden, welche die automatische Steuerung übernehmen:

Mobiles Netz automatisch aus

  • Wenn sich der Bildschirm ausschaltet

  • Wenn Mobildaten aktiviert sind

  • um 2 Minuten verzögern und dann Datennetzmodus deaktivieren

Diese Regel sorgt dafür, daß bei ausgeschaltetem Display und eingeschalteten Mobildaten diese nach 2 Minuten automatisch deaktiviert werden.

Mobiles Netz automatisch ein

  • Wenn sich der Bildschirm ausschaltet

  • Wenn Mobildaten deaktiviert sind

  • um 13 Minuten verzögern und dann Datennetzmodus aktivieren

Diese Regel ist das Gegenstück zu “Mobiles Netz automatisch ein” und sorgt dafür, daß bei ausgeschaltetem Display und Mobildaten diese nach 13 Minuten aktiviert werden.

Mobiles Netz mit Bildschirm ein

  • Wenn sich der Bildschirm einschaltet

  • Wenn Mobildaten deaktiviert sind

  • Datennetzmodus aktivieren

Die letzte Regel dient dazu im Bedarfsfall zusammen mit dem Bildschirm auch die Mobildaten einzuschalten.

Natürlich sind der künstlerischen Freiheit beim Gestalten der Regeln keine Grenzen gesetzt. So kann zum Beispiel über eine Llama-Variable die automatische Steuerung ortsbezogen ein- oder ausgeschaltet oder auch eine Ruhezeit definiert werden, in der die Datenverbindung überhaupt nicht aktiviert wird.


NumLock an der Konsole automatisch aktivieren

16. Februar 2014 · Betriebssysteme · andreas · Kein Kommentar

Standardmäßig ist bei Debian die NumLock-Funktion auf der Konsole nach dem Boot deaktiviert. Ist dies bei physikalischen Servern in der Regel kein größeres Ärgernis, da man nur selten direkt an der Konsole arbeitet und noch seltener neu startet, kann es bei einer auf dem lokalen Arbeitsplatz betriebenen virtuellen Maschine nerven: je nach verwendeter Virtualisierungslösung wird beim Boot der VM auch unter Windows die NumLock-Taste ausgeschaltet, was mehr als nervig ist.

bis Debian 7 “Wheezy”:

Die Lösung ist recht einfach - ein Skript namens “enablenumlock”

### BEGIN INIT INFO # Provides: enablenumlock # Required-Start: $syslog # Required-Stop: $syslog # Default-Start: 2 3 4 5 # Default-Stop: 0 1 6 # Short-Description: Enables numlock on console # Description: Enables numlock on console at boot time. ### END INIT INFO # Aktionen case "$1" in start) /usr/bin/setleds -D +num ;; stop) /usr/bin/setleds -D +num ;; restart) /usr/bin/setleds -D +num ;; esac exit 0

ins Verzeichnis “/etc/init.d” gepackt, ausfrührbar gemacht und dann mittels

update-rc.d enablenumlock defaults

in den Systemstart eingebunden. Beim nächsten Boot wird NumLock automatisch aktiviert.

ab Debian 8 “Jessie”:

Durch den Umstieg von sysvinit zu systemd funktioniert die oben geschilderte Lösung nicht mehr zuverlässig. Einfache Abhilfe schafft der Ansatz aus dem archlinux Wiki, welcher dem Dienst “getty@.service” zwei Zeilen hinzufügt:

# systemctl edit getty\@.service [Service] ExecStartPre=/bin/sh -c 'setleds +num < /dev/%I'

Nach einen Neustart ist Numlock dann wieder standardmäßig aktiviert. Wer sich an dem angezeigten Hint stört, findet im Wiki auch eine Möglichkeit, dessen Ausgabe zu unterdrücken.

Aktualisierungen:
2017-07-30: Aktualisierung für Debian 8 (und 9)

Der längste Mailserver der Welt

06. Februar 2014 · Anwendungen · andreas · Kein Kommentar

Interessant, was der Auswahlschirm zum “Exchange 2013 Bereitstellungs Assistent” so an Auswahloptionen bietet:

exchange_5105_40cm

“Exchange 5.105,40 cm”? Klingt interessant!


JRE durch die Photoshop-Hintertür

01. Februar 2014 · Anwendungen · andreas · 1 Kommentar

jre_photoshopDas Java Runtime Environment (JRE) hat sich in den letzten Jahren einen unrühmlichen Ruf als potentielles Einfallstor für Schädlinge aller Art ins System erworben, so daß - sofern nicht unbedingt benötigt - das JRE entweder erst gar nicht installiert oder zumindest im Browser deaktiviert werden sollte.

Um so ärgerlicher ist, wenn ohne entsprechende Information oder Abfrage eine veraltete JRE-Version über Drittsoftware auf den Rechner gelangt:

Im aktuellen Fall ist dies eine Adobe Photoshop CS5-Installation, in deren Verlauf im Ordner “C:\ProgramData\Adobe\CS5\jre” ein zum Installationszeitpunkt hoffnungslos veraltetes JRE 6.0.18 aus dem März 2010 abgelegt wird und die auch nach Einspielen aller für Photoshop CS5 erhältlichen Patches den ursprünglichen Versionsstand beibehält.

Umso ärgerlicher ist, daß das JRE weder in der Systemsteuerung angezeigt noch über diese aktualisiert oder deinstalliert werden kann, zumal fraglich ist, ob Photoshop unter Windows überhaupt ein JRE benötigt: laut einer kurzen Recherche mittels Google scheint dieses ausschließlich für die Flash-Kompontente der Creative Suite vorausgesetzt zu werden.

Und tatsächlich: nach Zippen und anschließendem Löschen des Ordners scheint Photoshop weiterhin problemos zu funktionieren, so daß zumindest auf diese Sicherheitslücke getrost verzichtet werden kann.