Meine Album-Highlights des Jahres 2025 Teil 2 ohne Platzwertung:
Cœur De Pirate - Cavale
Im Bandcamp treiben sich auch Piraten herum, wie ich feststellen konnte. Béatrice Mireille Martin, wie sie tatsächlich heißt, ist die französischste Kanadierin ever. Wer sich einmal gerne die volle Packung an charmanter Musik in französischer Sprache gönnen möchte, liegt hier goldrichtig. Heiter, lebens- und farbenfroh ist die Frau selbst ein Charmebolzen erster Güte.
Die Songs liegen irgendwo im weiten Feld des beschwingten Chansons, hin zum French-Pop. Dieses Album würde ich sogar als rezeptfreie Medizin gegen jede Art des Depressionismus bezeichnen wollen. Selbstredend musste da gleich ein weiteres Album aus dem Camp her. Doppelt genäht hält eben besser.
Ina Forsman - After Dark Hour
Ich bediene jetzt mal ein Klischee und frage frech: schaut diese Frau aus, als könnte man sie im weiten Feld zwischen Jazz, Blues und Soul verorten? Antwort: man kann. Denn sie bringt mit einer lässigen Selbstverständlichkeit hier einen guten Schuss von dem hinein, was man gemeinhin als Pop-Music bezeichnen mag. Quasi “a breath of fresh air”.
Es liegt an ihrer Stimme, die nur in Ansätzen (und das ist hier sehr gut so) “bluesig”, “soulig” oder nach (Vorsicht Klischee) etwas älterem Semester klingt. Mit kraftvoll-klarer Stimme taucht sie regelrecht in die Vintage-Sounds der Songs ein. Mit einem solchen Album könnte sie problemlos die junge Generation der Popmusik-Hörer für eben Jazz, Blues und Soul begeistern. Sie ist übrigens in Finnland geboren, lebt in Berlin und mischt alljährlich die Clubszene ordentlich auf.
Wer ein oder zwei Ohren riskieren mag, dem empfehle ich “After Dark Hour” oder “That Is All ”
Youssou N’Dour - Eclairer le monde - Light the World
Jetzt kommt ein recht defitiges Break, hin zu meinem immer noch vorhandenen Faible für Musik vom schwarzen Kontinent.
Der Mann (übrigens einer der ganz großen Künstler der westafrikanischen Musik) darf in zartem Alber von 66 Jahren nochmal zeigen, wie man traditionelle senegalesische Musik mit der modernen Popmusik-Sounds verwebt und verbindet. Wer ihn nicht kennt, dürfte aber problemlos den den Song “7 Seconds” im Duett mit Neneh Cherry im Ohr haben. Oder auch “Shaking The Tree”, den er zusammen mit Peter Gabriel schrieb. Auch wieder ein Album, welches das Prädikat “Ohrenschmeichler” sehr verdient. Toll und wahrscheinlich mit analogem Equipment produziert, sind all die etwas fremdländischen Instrumente wie Balafons, die Sokou oder Ngoni (bitte mal googlen) klar und deutlich vernehm- und ortbar.
Schlicht und ergreifend: Afro-Pop, wie er besser kaum klingen kann.
Phaeleh - Dark Sky
Und wieder ein heftiges Break. Phalae? Wer oder was ist Phalae? Nun, wenn man im Bandcamp herumstolpert, bleibt man an so mancher seltsamen Baumwurzel hängen. Hinter diesem Projekt steckt ein gewisser Matthew “Matt” Preston, Multi-Instrumentalist und DJ aus Bristol / UK. Aufs erste Hören könnte man meinen: leicht esoterische KlingKlong-Electronic für den Wellness-Tempel. Wenn man aber genauer hinhört, kann man phantasievoll ausgefeilte Songstrukturen erkennen, die tatsächlich (zumindest bei mir) sowas wie eine meditative Wirkung entfalten. Eben nichts für den Hintergrund im Spa, sondern ein Eintauchen in sphärische Klangwelten, mit denen man sich herrlich “wegbeamen” kann. Aber natürlich muss man hier auch einen gewissen Nerv dazu haben und ich verstehe auch alle, die hier dankend abwinken. ;-))
Deacon Blue – The Great Wester Road
Surprise, surprise. Der New Wave-Sound im Breitwandformat der 1980er Jahre feiert fröhlich eine Wiederauferstehung. Deacon Blue sind sowas wie Dinosaurier der späten 1980er bis frühen 1990er. Unermüdlich brachten sie bis heute Album für Album raus, ab Mitte der 1990er blieben allerdings hierzulande Chartplatzierungen weitestgehend aus und man verlegte sich aufs Fremdproduzieren, schrieb viele Songs für andere Künstler und Künstlerinnen. Aber jetzt und mit diesem hochmelodischen Album zeigen sie wieder ein sehr feines Lebenszeichen und da ich einfach immer noch eine Ader für diese Sorte Pop habe und es nur noch sehr wenig an für meine Begriffe gutem Stoff davon gibt, darf das Album in meine Top 10.

"Aspiral" von Epica war bereits nach den ersten Appetithappen im Net Pflicht. Ich mag immer noch Symphonic Metal sehr und derzeit sind
Ich mag komplexte Songstrukturen, die spannend sind und die berühmten Windungen und Wendungen aufweisen. Wenn dann noch eine sehr melodische und schlicht angenehme Stimme zu hören ist, die Keyboards die Songs zusammenhalten ohne zu dominieren, die eine oder andere Basslinie wie aus dem Nichts auftaucht, dann darf ein Song wie der Opener auch gerne einmal sowas wie Überüberlänge haben. Über die gesamte Länge ein für mich hochspannendes Album, sehr emotional, oft auch ein wenig düster. Und ganz nebenbei: über einen sehr ordentlichen Sennheiser abgehört, macht das das Werk sogar noch ein wenig mehr Spass.
Zählt man
Einer dieser berühmten Zufallsfunde im Bandcamp. Wer sich an Sam Cooke rantraut, gibt den Songs entweder eine eigene Note oder scheitert grandios. Miss Sicilia hat sich für die 1. Variante entschieden. Wie gut, daß sie im Soul & Blues sowieso zuhause ist, das hilft schon einmal sehr. Wer ein Faible für die Songs eines der Urväter des Soul aus den 1950er / 1960er Jahren hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Übrigens: “Blowin in the Wind” ist zwar von Dylan, aber 1964 kam eine
Bleiben wir noch ein wenig im Bereich Soul und Gospel. Sie war für mich in diesem Beritt die Überraschung des Jahres. Candi Staton ist schlicht the Queen of Soul Music. Mit mittlerweile 84 Jahren(!) legt sie hier ein Roots-Album vor, das seinesgleichen sucht und wahrscheinlich nicht wieder finden wird. Auf jedem einzelnen Song zelebriert sie (übrigens hervorragend bei Stimme) den Oldschool-Soul mit allem, was dazu gehört (Chorus, Örgelchen, Piano und sanfter E-Gitarre). Wenn ich mir das Album mit Kopfhörer zu Gemüte führe, bin ich der Ansicht: tolle, analoge Produktion in warmem Klangewand und breiter Stereo-Range. Sowas nennt man auch gerne einmal ein Ohrenschmeichler. Sehr beeindruckend, wenn man sie über 1963 “