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Fish - The Last Straw

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Es ist richtig schade: egal, wie viele hochklassige Soloalben Fish im Laufe seiner Solokarriere auch veröffentlicht hat, er wird den Stempel "Ex-Sänger von MARILLION" wohl genauso wenig los wie Steve Hogarth, mittlerweile seit mehr als 30 Jahren Bandmitglied, wohl immer "der neue Sänger von MARILLION" bleiben wird.

Leider führt dies dazu, daß auch die Live-Sets von Fish nie die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen konnten und wie im Falle von "The Last Straw" die Vergangenheit sogar die Gegenwart dominiert. In die Setlist aus dem Dezember 2018 haben sich neben MARILLIONs "Clutching At Straws" zwar auch noch ein paar Live-Premieren von "Weltschmerz"-Tracks eingeschlichen, aber der Name ist Programm und so zelebriert die Veröffentlichung weitestgehend Fishs letztes MARILLION-Album.

Daß die alten Songs teilweise transponiert wurden, um sich der im Laufe der Jahre geänderten Stimmlage anzupassen, ist kein Problem und passt weitestgehend. Während manche Livealben aber stellenweise in einen wahren Geschwindigkeitsrausch verfallen ist hier der Umstand irritierend, daß einige Nummern wie z.B. "White Russian" mit angezogener Handbremse gespielt werden, so daß das originale Song-Gefühl darunter leidet.

Fish selbst macht mit der Aussage

I personally consider it the best of my solo live albums so far and Steve Vantsis has done a brilliant piece of work on the production and the sleeve design. [Quelle]

für die Scheibe Werbung. Das liegt zwar sicherlich zum beträchtlichen Teil im Ohr des Hörers, m.E.  kann die Scheibe aber Klassikern wie "Sushi" in keinem Moment das Wasser reichen. Dazu trägt leider auch der sehr rohe und direkte Mix von Bassist Steve Vantsis bei, der mehr an eine Bootleg-Soundboard-Aufnahme denn an ein tatsächlich hochklassiges Livealbum erinnert. Stellenweise fast metallische Gefilde streifend überlagert an vielen Stellen die Gitarrenarbeit von Robin Boult das Keyboardspiel von Foss Paterson, wodurch zwar Songs wie "Man With A Stick" hervorragend grooven, im Gegenzug aber die alten Songs einen weiteren Teil ihrer ursprünglichen Identität verlieren.

"The Last Straw", welches fast zeitgleich mit dem aktuellen MARILLION Studioalbum "An Hour Before It's Dark" veröffentlicht wird, ist leider eher ein Sammlerobjekt denn ein Album, das mehr als ein paar Durchläufe auf der heimischen Stereoanlage schaffen wird.


Hörenswert #59: Marillion - Murder Machines

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MARILLION melden sich nach rund sechs Jahren mit dem Album "An Hour Before It's Dark" zurück, das ingesamt wieder etwas melodischer als der Vorgänger "F. E. A. R. (Fuck Everyone and Run)" ausgefallen ist.


Hörenswert #10: Fish - Garden of Remembrance

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Leider viel zu oft auf seine Tätigkeit als Ex-Sänger von MARILLION reduziert, veröffentlicht FISH seit mehr als drei Jahrzehnten Soloalben, die bis auf wenige Ausnahmen problemlos mit den MARILLION-Frühwerken mithalten können.

"Garden of Remembrance" ist der nachdenklichste und emotionalste Song des 2020 veröffentlichten Albums "Weltschmerz", das weiterhin leider nur mit saftigem Portoaufschlag im offiziellen Webshop erworben werden kann.


Marillion - Marbles on the Road

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marillion-motrHörbücher auf CD sind zur Zeit groß in Mode – egal, ob Bohlen’s Dieter aus seinen (durchaus humoristischen) Erlebnissen liest, Michaela Schaffrath uns wissen lässt, dass sie mal Gina Wild war oder der Bestseller "Illuminati" von David Brown für die Lesefaulen aufbereitet wird – überall und (fast) an jeder Ecke finden sich entsprechende Angebote.

Was das mit "Marbles On The Road" zu tun hat? Nicht viel, außer der Tatsache, daß die DVD auch mehr ein Hör- denn ein Sehgenuss ist. Keine Ahnung, warum man neuerdings meint, die Anzahl der Kameras stünde in irgendeiner direkten Beziehung zur Bildqualität – lieber nur zwei Kameras, die auch ein ordentliches Bild liefern, als die 15, die zur Aufzeichnung von "Marbles On The Road" verwendet wurden. Schon bei den Photos im Booklet wird deutlich, wo das Problem liegt: sobald die Bühne in blaues oder violettes Licht getaucht wird, "saufen" alle Details einfach in einem Farbensumpf ab, ein Effekt, an den sich wohl mancher VHS-Veteran noch erinnert. Nur bei genügend weißem Licht wird das Bild detailreicher und nähert sich der Qualität, die man von einer aktuellen DVD-Produktion eigentlich erwarten dürfte.

Im krassen Gegensatz zum optischen Desaster steht die Tonspur der DVD, denn hier gibt es nichts zu meckern, sondern Lob pur. Der Sound ist klar und exzellent abgemischt und auch die hinteren Lautsprecher werden sinnvoll eingesetzt.

Das Konzert selbst, mitgefilmt im Londoner Astoria, ist in zwei Teile gegliedert: im ersten Teil wird "Marbles" als Komplettwerk zelebriert, während im zweiten Teil auch ältere Stücke zum Zuge kommen. Der Focus liegt hierbei eindeutig auf der Wirkung der Musik, auf optischen Schnickschnack wird weitestgehend verzichtet. Auch Material aus der "Fish"-Ära wird dankenswerterweise ausgelassen, die Mannen um Sänger Steve Hogarth beschränken sich auf die für ihn und seine Stimme geschriebenen Stücke.

Als Bonus finden sich das "Marbles" Electronic Press Kit sowie die Videoclips zu "You’re Gone" und "Don’t Hurt Yourself" – nette Dreingaben also, die zwar die DVD aufwerten aber sicherlich für sich alleine keinen Kaufanreiz darstellen.