Musik

Xandria / Serenity / Jaded Star 2016-02-20

08. März 2016 · Konzerte · andreas · Kein Kommentar

Das Internet könnte eine segensreiche Erfindung sein: statt Webseiten einmal zu erstellen und nie mehr zu ändern, könnte man diese zeitnah aktualisieren - im Falle der Symphonic Metal Nights zum Beispiel mit der Tatsache, dass der Konzertbeginn vorverlegt wurde und zum angekündigten Startzeitpunkt um 20 Uhr Jaded Star bereits die Bühne verlassen statt betreten werden. Schade für alle, die pünktlich sind, denn der Opener, der um 19:30 Uhr die Bühne betritt, soll laut Zeugenaussagen durchaus hörenswert gewesen sein.

Serenity

serenity_2016-02-20Während Serenity beim Vorgängeralbum “War Of Ages” noch mit sechs Personen auf den Promophotos bewundert werden durften, präsentiert sich die Band zu “Codex Atlanticus” sichtbar verändert: Sängerin Clementine Delauney hat genauso wie Keyboarder Mario Hirzinger die Band verlassen und als neuer Leadgitarrist präsentiert sich die bisherige Live-Aushilfe Chris Hermsdörfer. Der Stimmung tut dies aber keinen Abbruch, denn Serenity wissen vom ersten Moment an das Publikum zu begeistern.

Neben den bemerkenswerten sängerischen Qualitäten von Frontmann Georg Neuhauser liegt dies auch an seinen Qualitäten als Frontman mit österreichischem Charme - man merkt zu jeder Zeit, wie viel Spaß es ihm macht, da “oben” zu stehen und mit dem Publikum zu interagieren. Je nach Bedarf wird die Truppe dann doch noch aufgestockt: da rund die Hälfte der dargebotenen Songs weibliche Vocals benötigen, hat man für die Tour Natascha Koch (Tascha) als Verstärkung eingepackt, die bereits beim Bonustrack “Sail” auf “Codex Atlanticus” zu hören war. Gesanglich ebenfalls glänzen kann Basser Fabio D’Amore, der live beweist, daß er auch ohne Studio-Technik seine Leadparts im Griff hat.

Xandria

Beim anschließenden Auftritt von Xandria will der Funke nicht so recht überspringen, obwohl sich die Band fleißig bemüht. In wiefern dies an der im Tourbus grassierenden Grippewelle liegt ist schwer zu beurteilen, ein Teil der fehlenden Stimmung darf aber getrost als selbstverschuldet verbucht werden.

Daß sich Sänger (und Sängerninnen) ab und an zum jeweiligen Konzept passend in Schale werfen, ist nicht erst seit Alice Cooper bekannt - warum aber Dianne von Giersbergen über die komplete Länge des Konzerts mit einem Kopfschmuck auf der Bühne steht, mit dem sie wie eine “Ich muss meinen Kopf gerade halten”-GNTM-Aspirantin wirkt, bleibt wohl ihr Geheimnis und wird durch die an Maren Gilzer angelehnten Stummfilm-Performance noch mehr als verstärkt.

Leider ist auch die Gesangesleistung zu weiten Teilen enttäuschend - sobald die Vocals außerhalb der normalen Singstimme nach “oben” führen, bleibt deren Text für uneingeweihte schlicht unverständlich. Auch die solide agierende Instrumentalfraktion kann nicht mehr viel retten, letztendlich bleiben Leistung und Stimmung im Vergleich zu Serenity enttäuschend.


George R.R. Martin - The Armageddon Rag OST

01. Februar 2016 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

grrm-tarDie Liste der Songs aus “The Armageddon Rag” von George R.R. Martin:


Album-Highlights 2015

01. Januar 2016 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Meine Album-Highlights des Jahres 2015 in alphabetischer Reihenfolge:

Albumcover

ABBA - The Visitors (Original-Release)

Es ist verblüffend, wie anders das Original im Vergleich zu den kaputt-gemasterten späteren Auflagen klingt.

Alice Cooper - Brutal Planet

Nach einer eher poppigen Zwischenphase mit Alben wie “Thrash” erfolgt der Ausflug zum “Brutal Planet” mit unvermuteter, aber gekonnter Härte.

John Carpenter - Lost Themes

Das erste “richtige” Soloalbum von John Carpenter.

Superior - Moral Alliance

Kindheitserinnerungen, die auch nach vielen Jahren noch so frisch klingen wie damals. Nur Live-Bonustracks sind extrem überflüssig.

Roger Waters - Amused To Death (Anniversary Release)

Musikalisch und textlich noch genauso relevant wie damals, beeindruckt “Amused To Death” 2015 gerade im Kontrast zu “The Endless River” und im Schatten der “The Wall”-Tour noch ein Stück mehr.

Maßgebend war das Anschaffungs-, nicht das Erscheinungsdatum.

Avatarium - The Girl With The Raven Mask

23. Dezember 2015 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Avatarium - The Girl With The Raven Mask (Cover)Die Highlights 2015 sind noch in Arbeit, aber die Enttäuschung 2015 steht bereits fest: Avatariums “The Girl With The Raven Mask”.

Ich hatte mich von dem vorab veröffentlichten, mitreißenden Titelstück dazu verführen lassen, nach längerer Zeit mal wieder eine Neuerscheinung zum Vollpreis direkt bei Erscheinen zu kaufen - die überschwänglichen Besprechungen in der Fachpresse taten ihr Übriges dazu.

Leider dominiert auf weiten Teilen des Albums grenzenlose Langeweile mit kaum interessanten Parts, die sich zu oft wiederholen - die wenigen Abwechslungen im tristen Einerlei wirken bemüht und konstruiert. Spätestens ab Track 5 “Ghostlight” kommt das Igor Strawinsky zugeschriebene Zitat “Too many pieces of music finish too long after the end.” in den Sinn und der Finger wandert nach dem ersten Durchlauf bei allen weitern Durchläufen immer öfter zur “Skip”-Taste.


Last Temptation - Chapter One

31. August 2015 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Last Temptation - Chapter One (Cover)Last Tempation sind das neue Projekt des Rainstorm Project-Kopfes Thomas Pihale, der sich mit fester Band ohne Projektcharakter zurückmeldet. Während die instumentalen Teile allesamt stimmig und abwechslungsreich daherkommen und sowohl die meist zurückhaltend agierende Gitarre sowie Bass und Schlagzeug gekonnt agieren, kann der Gesang nur wenig begeistern. Wahrscheilich auf hypnotische Wirkung abgezielt, wirkt die Stimme von Sängerin Isa uninspiriert und variationsarm und zieht bei einem Vergleich mit historischen “Vorbildern” wie z.B. Linda Hoyle von AFFINITY deutlich den Kürzeren.

Leider fehlt es auch der Gesamtproduktion etwas an Feinschliff - dort, wo das Rainstorm Project mit “Purple Eyes” vielleicht auch Dank der Mitwirkung durch den erfahrenen Bob Curiano punkten konnte, versprüht der vorliegende Silberling deutlich mehr Demo-Charme.

Alles in allem ist “Chapter One” trotz vorhandener Schwächen ein hörenswerter Einstieg, lässt aber für die weitern Kapitel noch einiges an Verbesserungspotential.