Musik

Nick Mason - Inside Out

26. Juli 2009 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

nm-ioWas letztendlich der ausschlaggebende Grund für Nick Mason war, “Inside Out” zu veröffentlichen bleibt auch nach dem Lesen des Buches im Ungewissen. Mit einem akribischen Wälzer, der jeden kleinsten Schritt der Band nachzeichnet will und kann “Inside Out” nicht konkurrieren.

Angefangen von den ersten mehr oder weniger erfolgreichen musikalischen Gehversuchen über die Entwickling des klassischen Pink Floyd-Sounds, die ersten Erfolge, dem Austauschl von Syd Barrett durch David Gilmour, dem Split mit Roger Waters sowie die Wiedervereinigung beim Live 8-Auftritt 2005 beleuchtet Nick Mason humorvoll die verschiedenen Bandphasen und scheut dabei nicht zurück, auch eigene Verhaltensweisen kritisch zu reflektieren.

“Ich habe sämtliche Referenzbücher über Pink Floyd mit einem Lächeln wieder weggelegt. Lieber Autor, das hast Du Dir schön ausgedacht, aber so ist es nun wirklich nicht gewesen.” - Nick Mason

Der Autor, der Schlagzeuger und einiziges durchgängiges Mitglied der 40-jährigen Bandgeschichte ist, liefert ein sehr persönliches Porträt und raubt manchem Mythos, der sich im Laufe der Zeit um die Band legte, die Grundlage. So entpuppt sich der teilweise zur Musikerfehde des Jahrhunderts hochstilisierte Split mit Roger Waters als eine Mischung aus mangelnder Kommunikationsfähigkeit und schlechtem Timimg, wie sie wohl nicht nur Bands tagtäglich durchleben.

Sich durchaus bewusst, daß seine Sicht der Dinge nicht die einzig wahre ist, wurde das “Inside Out” vor Veröffentlichung auch von seinen (ehemaligen) Bandkollegen David Gilmour, Roger Waters sowie dem inzwischen leider verstorbenen Rick Wright gelesen und gründlich kommentiert - einzig die Sichtweise Syd Barrets bleibt unberücksichtigt, hatte sich dieser doch auf Grund seines psychischen Verfalls seit seinem Ausstieg immer mehr von der Außenwelt zurückgezogen. Illustirert wird das Buch von einer ganzen Reihe Photos, die nicht in die Rubrik “schon tausendmal gesehen” fallen - und selbst wenn, ist es meist eine Aufnahme, die doch aus einem anderen Blickwinkel gemacht wurde oder ein bisher unbekanntes Detail zeigt.

“Inside Out” nimmt den Leser mit auf eine rund 400 Seiten starke vergnügliche Zeitreise, bei der man - obwohl der Ausgang der Geschichte längst bekannt ist - immer wieder Neues und Spannendes entdeckt.


The Legend Is Back?

19. Mai 2009 · Verschiedenes · andreas · Kein Kommentar

Accept sind zurück … Ganz Accept?

Accept am 15. Mai 2005 beim Rock Hard Festival in Gelsenkirchen

Nein, leider nicht. Und wer sich die Soundschnippsel auf der Accept-Website anhört, wird recht schnell zu der Überzeugung kommen, welche die Herren Baltes und Hoffmann offentsichtlich leider nicht teilen - nämlich daß Accept die Kombination aus mindestens DREI unverzichtbaren Elementen ist und Udo Dirkschneider zwingend zu eben diesen gehört.

Der neue Frontmann Mark Tornillo mag ja durchaus im Verborgenen seine Qualitäten haben und “Flash Rocking Man” klingt auch noch halbwegs erträglich, sein gequälter Gesang bei “Balls To The Wall” scheint aber eher einem schlechten Karaoke-Wettbewerb als einem ernsthaften Wiederbelebungsversuch einer Legende entsprungen zu sein.

Schade - so jung sind sie zwar nimmer, aber das Geld scheinen sie dringend zu brauchen …

Am 19.05.2009 verfasst, fehlte dieser Beitrag bisher hier im Blog.

Hellsongs - Hymns In The Key Of 666

14. Juli 2008 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Hellsongs - Hymns In The Key Of 666 (Cover)Stilfremde Coverversionen sind immer noch en vogue, auch wenn seit Tori Amos’ “Smells Like Teen Spirit” (1992 auf der “Crucified”-EP veröffentlicht) nicht mehr unbedingt etwas richtig Neues. Mit den “Hymns In The Key Of 666” wagt sich nun das schwedische Poptrio Hellsongs (passender Name, gelle?) an ein Album ausschließlich gespickt mit schwermetallischen Fremdkompositionen.

Schon das Cover der ökologisch verwertbaren (“Packaginng is made of bio-degradable material”) CD-Verpackung zeigt mit Regenbogen, Blümchen, VW Bully und Pommesgabel deutlich in Richtung Lagerfeueratmosphäre mit Hippi-Romantik. Die enthaltenen Songs wurden für die “Hymns In The Key Of 666” komplett in Ihre Einzelteile zerlegt und im Metal(l)-freien Outfit wieder zusammengebastelt.

Trotz der musikalischen Totaltransplantation wurde bei den meisten Stücken der originale Spirit in die neuen Arrangements hinübergerettet - so groovt MEGADETHs “Symphony Of Destruction” mindestens genauso gut wie das Original, nur eben anders und beim Piano & Cello-Intro von SLAYERs “Seasons In The Abyss” braucht es einige Augeblicke, bis der kundige Metal-Fan die Ursprünge erkennt. Während die mit gefühlvollen “Aaaaahs” angereicherte Version von Ac/Dcs “Thunderstruck” einen der absoluten Höhepunkte des Albums darstellt, swingt die Transplantation bei “We’re Not Gonna Take It” von Twisted Sister eher unauffällig vor sich hin und zündet im Gegensatz zum Original nur bedingt.

Der ideale Soundtrack für hochromantische, schwermetallische Lagerfeuer.


Judas Priest - Nostradamus

14. Juli 2008 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Judas Priest - Nostradamus (Cover)Angesichts der Tatsache, daß in der heutigen gut dokumentierten Zeit schon eine halbe Stunde nach Ende der Pressekonferenz keinem mehr klar ist, was Kurt Beck der Menschheit mitteilen wollte, ist die Geschichte des Michel de Nostredame mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Geschichte voller Missverständnisse.

Vielleicht gerade deswegen scheinen sein Leben und seine Prophezeiungen eine ganze Menge Leute zu beschäftigen. So werden nicht nur seine Veröffentlichungen immer wieder in neuen Interpretationsversuchen unter die Menschheit gebracht, auch im metallischen Umfeld ist der Mann ein durchaus beliebtes Thema. Nachdem schon VANDEN PLAS-Sänger Andy Kuntz in der Titelrolle des gleichnamigen Musicals brillieren durfte und auch Brazen Abbot-Mastermind Nikolo Kotzev ein Doppelalbum zum Thema veröffentlichte, erscheint nun Judas Priests “Nostradamus”.

Nach dem eher durchwachsenen - weil zu sehr auf Nummer Sicher gehenden - Reunions-Album “Angel Of Retribution” war die Spannung natürlich groß, ob Album Nummer zwei der Post-Ripper-Ära den Erwartungen gerecht werden kann. Bereits beim ersten Durchlauf ist klar, daß die Judas Priest = “Painkiller”-Fraktion an diesem Album nicht viel Freude haben wird, könnte man doch fast vermuten, daß Don Airey seinen Job bei DEEP PURPLE an den Nagel gehängt und ins Lager der Priester gewechselt ist.

“Nostradamus” klingt wie eine Kreuzung der Pre-“British Steel”-Ära gepaart mit dem “Defenders Of The Faith”-Sound und folgt weitestgehend dem Weg, den die beiden vorab veröffentlichten Songs “Nostradamus” und “Visions” bereits skizziert haben. Auch wenn bei einem Gesamtumfang von 2 Silberlingen das Gesamtwerk an der einen oder anderen Stelle schwächelt, kann das Album sowohl durch dichte Atmosphäre als auch durch erstklassiges Songmaterial überzeugen. Der musikalisch abwechslungsreiche Bogen spannt sich hierbei von operesken Melodien wie “Pestilence and Plague” zu düsteren Stampfern wie “Death”, kombiniert mit ruhigen, eher Keyboard dominierten Songs wie “Lost Love”.

“Nostradamus” ist sicherlich weder das stärkste Album, das Judas Priest je veröffentlicht haben, noch das schwächste - sondern reiht sich im Gesamtwerk der Priester im oberen Mittelfeld ein.


Firewind - The Premonition

14. Juli 2008 · Audio · andreas · Kein Kommentar

Firewind gehören zu den Bands, die sich von Album zu Album kontinuierlich weiterentwickeln - und so liefert die Band, die seit 2006 nun endlich über ein stabiles Lineup verfügt, mit “The Premonition” das bislang stärkste Album ihrer Karriere ab.

Hierbei bestechen vor allem die ausgreiften, abwechslungsreichen aber trotzdem eingängigen Kompositionen, welche die richtige Balance zwischen Melodie und Härte finden und glücklicherweise nicht in “Gedudel als Selbstzweck” ausarten.

Die Griechen schaffen es hierbei glänzend, die an mancher Stelle hörbaren 80’er Wurzeln (Accept-Fans dürften bei “Cirle Of Live” vor Freude durchs Zimmer hüpfen) mit modernen Melodic- und Power-Metal-Elementen zu verknüpfen und bieten neben druckvollen Dampfhämmern auch extrem groovende Mittempo-Nummern, die allesamt durch ihr cooles und abwechslungsreiches Riffing zu überzeugen wissen.

Einziger Schwachpunkt des Albums ist die Coverversion von “Maniac”, die leider ohne Höhepunkte etwas zu glatt am Hörer vorbeirauscht - hier wäre, statt das Original mit anderen Instrumenten nachzuspielen, eindeutig etwas mehr Firewindisierung wünschenswert gewesen.

Mit “The Premonition” sind Firewind auf dem richtigen Weg zum Metal-Olymp und werden diesen, sofern sie nicht irgendwann doch noch über ein schwaches Album stolpern, sicherlich auch erreichen.

Überragend (16/20)