Dipsomania – Face To Face

dipsomania-ftf‚Echt toll‘ denke ich mir, als ich DIPSOMANIAs ‚Face To Face‘ in die Hand nehme und mir das Cover betrachte. ‚Warum muß es immer noch Cover geben, die schlicht und ergreifend nichts anderes als oberübel sind?‘. DIPSOMANIA haben ihr Cover mit zwei halbzerfetzten, halbverwesten Gesichtern bestückt, die sich ‚fröhlich‘ in die nicht mehr vorhandenen Augen starren. Nun ja, das Ding heißt ja auch ‚Face To Face‘ und nicht ‚Eye To Eye‘ und außerdem sollte es trotz alledem hauptsächlich auf die Musik ankommen.

Doch so leid es mir tut, das zugeben zu müssen, irgendwie paßt das Cover zur Musik, was sich nun aber um Himmels Willen NICHT auf das ‚oberübel‘ bezieht. Die Musik von DIPSOMANIA , from somewhere of the Blut-Gruft-Knüppel-Ecke kommt nämlich recht cool. Highlight: das etwas gebremste ‚Inner Destruction‘ mit seinem leicht orientalischen Einschlag am Anfang.

 

Bigtop – …And The Show Goes On…

bigtop-atsgoEs ist Dienstag Mittag, 13 Uhr. In einer Stunde soll ich meine ganzen Texte bei Stefan abliefern. So sitze ich hier vor meinem PC und versuche, mir die letzte Kritik aus dem Hirn zu pressen. Im Hintergrund dudelt die neue SHANICE, und mit jedem Song wird mir klarer, daß BIGTOP doch nicht soo schlecht sind …

Doch nun ‚mal im Ernst. Bei BIGTOPs „…And The Show Goes On…“ sind zwar durchaus gute Ansätze vorhanden, jedoch hört sich das ganze für meinen Geschmack etwas zu sehr nach Großmutters Geheimrezept an: man nehme NIRVANA und RAMONES, drehe beides durch den Fleischwolf, würze das ganze mit etwas TANKARD, gebe noch ein paar Prisen S.0.D. dazu, beschalle den so erhaltenen Teig ca. drei Stunden mit dem Rest der Plattensammlung und erhalte BIGTOP.

„…And The Show Must Go On…“ aber wenn BIGTOPs Musik weiterhin so bleibt, von mir aus gerne ohne sie. Wer trotzdem an dem Tape interessiert ist, sende 12.- DM an Andy Siry (Adresse findet Ihr beim ATTIKA Interview).

 

Flying Skull – Darkness

Schlicht und ergreifend „Darkness“ nennt sich das Erstlingswerk der Kölner FLYING SKULL, die mit dieser selbstfinanzierten und produzierten CD den endgültigen Einstieg in das Musik Business wagen.

Zwar ist „Darkness“ noch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss in Sachen Metal, läßt aber auf jeden Fall recht starke ‚Out Of The Darkness … Into The Light‘ (woher kennt man das nur?) Tendenzen erkennen, in diesem Fall wohl hoffentlich ins Blickfeld der Metalfans. Wer gerne Musik aus der straighten Metalecke hört und vor einer Investition von 25.- DM für die CD und 15.- DM für die MC nicht scheut, der wende sich an: Adresse.

Dafür gibt’s dann ein Teil, das sich durch geile Musik, guten Sound und nicht zuletzt auch durch eine gute Aufmachung (im Gegensatz zu Werken manch ‚größerer‘ Acts muß man hier z.B. die Suche nach den Texten nicht ergebnislos abrrechen) auszeichnet.

 

Violent Changes – Goblins

vc-goblinsAus der Schweiz stammen VIOLENT CHANGES, die uns „Flächländlern“ auf ihrem ersten Demo zeigen, daß man im Land der sieben Berge musikalisch auch noch etwas anderes drauf hat, als zu jodeln.

Das, was man drauf hat, würde ich als progressiven Speed Metal bezeichnen. Mindestens genauso progressiv wie mit ihrer Musik ist die Band allerdings auch mit den Besetzung ihrer Gitarristenposten, die im Laufe der zweieinhalbjährigen Bandgeschichte in etwa genauso oft neubesetzt wurden, wie die Saiten auf den Gitarren ihrer Besitzer. So ist auch der Gitarrist, mit dem das vorliegende Demo aufgenommen wurde, inzwischen andererorts tätig.

Mit ihrer neuen, (laut Band) idealen Besetzung bastelt man zur Zeit an neuen Songs, die dann eventuell im Herbst/Winter 1991 zum „Goblins“ Nachfolger verarbeitet werden sollen.
Wer sich für das Tape interessiert, der sollte wahlweise 10.-DM oder 10.-SFR an VIOLENT CHANGES schicken.

 

Subversion – Play To Win

subversion-ptwWer kennt nicht folgendes Problem: man hört einen Song und irgendwie kommt einem die Grundstruktur bekannt vor, worauf man dann beginnt im großen, allmächtigen Plattenstapel zu graben und zu graben und zu graben. Tja, und dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder „Und wenn er nicht gestorben ist, dann gräbt er noch heute!“ oder aber man wird fündig. Glücklichweise gehörte ich zu Letzteren und konnte erleichtert bei einer Scheibe stoppen, an die Ihr Euch alle noch erinnert: S.O.D.’s „Speak English Or Die“.

Bei „Play To Win“ handelt es sich allerdings nicht um die Neuauflage dieses genialsten Machwerks im Hardcore-Bereich, woran wohl hauptsächlich der niedrige spm-Quotient (= songs per minute) schuld sein dürfte, der bei SUBVERSION in etwa bei 0,2 spm liegt. Man erinnere sich, S.0.D. brachten es locker auf 1 spm. Das dies einige nicht zu verachtende Vorteile in sich birgt, wird dem Hörer spätestens beim ersten Song klar: man hat nun endlich Z E I T für Dinge wie langsame Passagen und Soli, die sich auch wie solche anhören.
Fazit: „Play To Win“ – garantiert ein guter Titel für dieses Demotape, das für 12.- DM bei DEMOLITION erhältlich ist.