Flipper – Flipper

„Unser Freund Flipper, gleich wird er kommen, jeder liebt ihn, den klugen Delphin“ – wer erinnert sich nicht mehr daran. Diese Melodie summend legte ich die CD ein und harrte der Töne, die da auf  mich zukamen. Tja, um’s kurz und schmerzlos zu machen, statt Altbekanntem vernahm ich eine recht eigenartige Story in der Art von „Nirvana wechseln den Sänger aus, brechen in den Proberaum  von M.O.D. ein ,schauen sich ein Video gemeinsam mit den Jungs von Suckspeed an, gehen anschließend zu einem Sodom-Konzert und trinken dort ein paar Bier mit Lemmy.“ – So seltsam  wie diese Kritik.

 

Embargo – Panem Et Circenses

Im ersten Moment wußte ich mit dem Namen EMBARGO nicht allzuviel anzufangen und auch Stefans Tip, daß die Jungs frnher unter dem Namen BOURBON tätig waren, half mir irgendwie  nicht so recht auf die Sprünge. Erst ein Blick auf das Cover und ein anschließender Blick auf die  Songtitel brachten mir dann die ersehnte Erleuchtung: für’s UNDERGROUND EMPIRE Nr.5 hatte ich die zweite Demo der Band, „Calamitas“, besprochen.

Nun ja, an der Musik von EMBARGO hat sich seit dieser Zeit nicht allzu wesentliches geändert, die Jungs spielen immer noch Melodic-Speed-Metal, bei dem mich mal wieder der Gedanke „German-Metal“ heimsuchte. Auch einige der Demosongs haben es auf die CD geschafft, diese leiden aber leider etwas unter ihren Texten, die damals zwar ziemlich aktuell waren (Challenger- Katastrophe ’86 und Flugtag Ramstein ’88), heute aber irgenwie „ein paar Jahre zu spät kommen“. Dementsprechend wirkt auch das Cover, auf dem der Zusammenstoß der Frecce Tricolori zu sehen ist mehr wie ein billiger Aufhänger als ein ernstgemeinter Denkanstoß, zumal es das gleiche Photo schon einmal als Democover in schwarz-weiß zu sehen gab. Schade eigentlich, denn musikalisch sind EMBARGO alles andere als schlecht. Bleibt abzuwarten, welches Bild die nächste CD ziert.

 

Diamond Head – Death And Progress

1993 wird wohl als das Reunionsjahr zumindest in die jüngere Rockgeschichte eingehen. DEEP PURPLE & Ian Gillan beglückten die Welt und mich mit einem neuen Album, KING DIAMOND  kehrte mit MERCYFUL FATE zurück, Schenker spielt live einige Akkustiknummern bei den SCORPIONS und BLACK SABBATH haben aus mir persönlich unverständlichen Gründen Dio wieder gegen Toni Martin ausgetauscht.

Tja und dann – fast hätte ich’s vergessen – haben auch DIAMOND HEAD wieder zusammengefunden und ein neues Album veröffentlicht.Viele von Euch werden die Band wohl nicht mehr kennen, oder vielleicht auch nur noch den Namen – durch die METALLICA-Coverversion von „Am I Evil?“. Aber auch andere außer METALLICA scheinen von DIAMOND HEAD begeistert gewesen zu sein – findet man doch unter den Gastmusikern so bekannte Namen wie Toni Iommi und Dave Mustaine (für die, die sie doch nicht kennen: von BLACK SABBATH bzw. MEGADETH).

Und so kann man denn auch nach dem Anhören der CD auf die Bands zurückschließen, die sie beeinflußt haben: Wer METALLICA oder MEGADETH mag, darf auch hier beruhigt zugreifen.

 

Deep Purple – The Battle Rages On

HAPPY BIRTHDAY – DEEP PURPLE! Pnnktlich zum 25 jährigen Bandjubiläum hat Joe Lynn Turner die Koffer vor die Tür gestellt und sich an den besten Sänger erinnert, der bei DEEP PURPLE jemals das Mikro in der Hand hielt. Dieser ließ sich dann auch (glücklicherweise) nicht lange bitten und so kehrte Ian Gillan – zumindest vorläufig – wieder ans Mikro zurück.

Daß sich der Sängerwechsel gelohnt hat, müßte dann spätestens beim Erscheinen der Vorab-Single „Anya“ auch dem letzten klar geworden sein. Während sich der letzte Weichspüler „Slaves And Masters“ anhörte, als hätte man es mit den reformierten RAINBOW unter falschem Namen zu tun, hört man auf „The Battle Rages On“ wieder deutlich, wer denn hier zu Werke geht. DEEP PURPLE beleheren all diejenigen eines besseren, die sie nach dem letzten Album schon abgeschrieben hatten. Dabei herausgekommen ist ein ziemlich abwechslungsreiches Album, bei dem man sich eher an alte „Fireball“ oder „Machine Head“ Zeiten erinnert, als an „The House Of Blue Light“. Was soll man zu so einem Album noch sagen ?? Wer’s schon zu Hause stehen hat:anhören, wer nicht sollte diesen Mißstand schnellstens beseitigen!

P.S: Leider gab es bei DEEP PURPLE mal wieder eine personelle Umbesetzung. Saitenhexer Ritchie Blackmore verließ pünktlich zum Ende der Europatour die Band, die sich als Ersatz für die folgende Japantour Flitzefinger Joe Satriani angelte, mit dem, wenn man verschiedenen Gerüchten glauben darf, auch noch eine weitere Worldtour folgen wird.

 

Blind Guardian – Tokyo Tales

Gerade als ich mich an meinen Rechner gesetzt habe, um noch ein paar Plattenbesprechungen zu
tippen, ist im Radio ‚mal wieder „Oldie-Time“. Und während ich auf den Bildschirm starre, um mir eine
Einleitung zur neuen BLIND GUARDIAN zu überlegen, legen im Hitergrund ALPHAVILLE mit „Big In Japan“ los – Da hätten wir’s also – Danke Jungs!

Aus irgendwelchen, mir selbst immer noch schleierhaften Gründen, ist in Japan deutscher Metal wesentlich angesagter als bei uns (Was gilt der Prophet schon im eigenen Lande ???). Da überrunden GAMMA RAY in den Charts MICHAEL JACKSON und die Tourneen deutscher Metalbands sind (fast immer) komplett ausverkauft. Diese Tatsache bekamen auch BLIND GUARDIAN mit, die uns von ihrer „Somewhere Far Beyond“-Japan-Tour ein Livealbum mitbrachten, welches auf den riesig origenellen Namen „TOKYO TAPES“ (äh, sorry, „TOKYO TALES“) hört.

Mitgeschnitten am 04. Dezember 1992 in Tokyo bietet das Album dem BLIND GUARDIAN Fan (und all denen, die es hoffentlich noch werden) so ziemlich alles, was er erwartet. Neben „Majesty“ vom ersten Album (auf der Europatour schmerzlichst vermißt), gibt es noch „Banish From Sanctuary“ und „Valhalla“ vom Zweiten, sowie „Goodbye My Friend“, „Welcome To Dying“ und „Lost In The Twilight Hall“ vom dritten Album zu hören. Von der aktuellen Scheibe gibt’s dann noch „Journey
Through The Dark“, „Traveler In Time“, „the Quest For Ranelorn“, „Time What Is Time“ und last but not least den Abschlußsong „Barbara Ann“. Alles in allem also eine gelungene Songauswahl, die zudem sowohl feelingmäßig als auch klangtechnisch prima ‚rüberkommt.